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Basketball-Bundesliga

Riesen bangen um Harris’ Verbleib

Elias Harris hat bei den MHP-Riesen Ludwigsburg zu alter Stärke gefunden und den Basketball-Bundesligisten an die Tabellenspitze geführt. Doch der 31-Jährige besitzt eine Ausstiegsklausel. Ist das Spiel heute gegen die Niners Chemnitz eines seiner letzten für die Schwaben?

Leistungsträger vor dem Absprung? Ludwigsburgs Elias Harris.Foto: Baumann
Leistungsträger vor dem Absprung? Ludwigsburgs Elias Harris. Foto: Baumann

Ludwigsburg. In der vergangenen Saison feierten die MHP-Riesen Ludwigsburg mit der Vizemeisterschaft ihre erfolgreichste Bundesligasaison. Und auch jetzt läuft es für die Basketballer grandios. Nach sechs Siegen aus den ersten sieben Spielen ist Ludwigsburg Tabellenführer. Doch vor dem Duell heute Abend (19 Uhr) beim Liganeuling Niners Chemnitz wirkt ein Wechselgerücht als Euphoriebremse.

Es droht der Abschied von Elias Harris. Das Basketballmagazin BIG berichtete kürzlich, dass der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers eine Ausstiegsklausel enthält. Zudem brachte ein spanischer Journalist Harris mit dem spanischen Team Casademont Zaragoza in Verbindung. Auf Anfrage bestätigten die Riesen die Ausstiegsklausel. Nach Informationen unserer Zeitung könnte Harris den Clubs nach dem 2. Januar verlassen. Das Auswärtsspiel in Bayreuth am selben Tag wäre in diesem Fall sein letztes Spiel.

Für die Riesen wäre Harris’ Abgang ein herber Verlust. Der 31-Jährige kam im Sommer nach sieben Jahren und drei deutschen Meistertiteln aus Bamberg nach Ludwigsburg und hat großen Anteil am neuerlichen Höhenflug der Gelb-Schwarzen. Deutschlandweit ernteten die Riesen Lob für den Transfer. Im Schnitt kommt Harris auf 18,7Punkte, der viertbeste Wert der Liga.

Nach sieben Jahren in Bamberg und dem Ärger in der Diskussion um Gehaltsverzicht während des Lockdowns im Frühjahr wollte Harris den Wechsel nach Ludwigsburg nutzen, um zu zeigen, dass er noch auf höchstem Niveau mithalten kann und sich so ins Schaufester spielen. Dafür akzeptierte er ein deutlich niedrigeres Gehalt. Dieser Plan ging auf. Mehrere lukrativere Angebote dürfte der in Speyer aufgewachsene Profi mittlerweile vorliegen haben. Wie viel Geld kann und will Ludwigsburg mehr bezahlen, um Harris vom Verbleib zu überzeugen? Diese Frage wird sich in den kommenden Tagen entscheiden. Zumindest traf sich Riesen-Chef Alexander Reil gestern mit Ralf Hofmann, dem geschäftsführenden Gesellschafter des Namenssponsors MHP.

„Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können und das sind die nächsten Spiele“, sagt Trainer John Patrick. „Gerüchte gibt es immer wieder. So ist das Geschäft, das müssen er und sein Berater entscheiden.“ Zunächst gelte der Fokus dem Spiel in Chemnitz: „Sie sind sehr stark im Eins-gegen-Eins.“

Patrick vermisst die Fans

In der Vorbereitung machte das Coronavirus dem Aufsteiger zu schaffen. Im Team und Umfeld gab es insgesamt fünf Fälle. Auch derzeit ist die Lage in der Stadt Chemnitz mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 370 sehr angespannt. Nach über fünfstündiger Busfahrt kam das Team gestern an. „Wir sind mehr oder weniger immer in einer Blase. Niemand verlässt das Hotel“, erklärt Patrick, der ein ursprünglich geplantes Treffen mit Freunden aus Chemnitz absagte.

Wie zu dieser Jahreszeit üblich folgen dem Spiel am Rande des Erzgebirges intensive Tage. Weiter geht es mit den Partien gegen Würzburg (Sonntag), Hamburg (Dienstag) und Bayreuth (2. Januar). Doch angesichts der Pandemie denkt Patrick wehmütig an die vergangenen Jahre: „Normweilweise würden jetzt die meisten Zuschauer kommen. Es ist selbstverständlich, dass wir über die Weihnachtsferien viele Spiele haben. Nur schade, dass die Fans jetzt nicht kommen dürfen.“

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