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Basketball-Bundesliga

Riesen bleiben im Derby eiskalt

Das Duell zwischen Ratiopharm Ulm und den MHP-Riesen Ludwigsburg war wieder einmal spannend bis zum Schluss. Unter dem Korb war der Basketball-Bundesligist aus der Barockstadt aber überragend und entschied das Schwabenderby dadurch mit 83:77 für sich. Ein Akteur der Riesen wird immer besser.

Mit Wucht unter dem Korb: Desi Rodriguez (rechts) setzt sich durch.Foto: Gunnar Rübenach
Mit Wucht unter dem Korb: Desi Rodriguez (rechts) setzt sich durch. Foto: Gunnar Rübenach

Ulm. Das Schwabenderby zwischen Ratiopharm Ulm und den MHP-Riesen Ludwigsburg war eine spannende Angelegenheit. 19Führungswechsel gab es, ehe die Ludwigsburger am Ende mit einem 83:77-Erfolg vom Parkett gingen. Insgesamt war es ein Basketball-Spiel auf Augenhöhe, doch unter dem Korb hatte der Bundesligist von der Donau keine Chance gegen den Konkurrenten vom Neckar. Yorman Polas Bartolo (11 Rebounds), Jonas Wohlfarth-Bottermann (9) und Desi Rodriguez (7) dominierten in der gegnerischen Zone. Die Ludwigsburger holten sich so einen Rebound mehr unter dem Ulmer Korb und erzielten dort 40 Punkte. „Diese drei Spieler waren heute sehr wichtig für uns“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach dem Spiel.

Vor allem Rodriguez stach dabei heraus. Nachdem die Riesen mit 0:8 gestartet waren, kam der Rookie aufs Feld. Er war es auch, der mit einem Dreipunktespiel erstmals für die Riesen erfolgreich traf – beinahe fünf Minuten waren da schon gespielt. „Wir haben schlecht angefangen“, stellte Patrick fest. „Dann haben wir mit einer kleineren Aufstellung und Desi als Center gespielt. Das hat uns Energie und Schnelligkeit gebracht.“

Der US-Amerikaner Rodriguez hatte zu Beginn der Saison noch große Schwierigkeiten mit der europäischen Spielweise. Nun kommt er immer besser zurecht. In Ulm steuerte der 24-Jährige mit seiner Wucht unter dem Korb nicht nur sieben Rebounds sondern auch 16 Punkte bei. Nur Polas Bartolo war mit elf Rebounds und 19 Punkten noch effektiver.

In der Folge entwickelte sich ein spannendes Derby. Während die Führung oft wechselte, schaffte es keines der beiden Teams, sich abzusetzen. Ulm ging mit einer 58:54-Führung in den Schlussdurchgang. Doch gleich zu Beginn setzten die Riesen ein Ausrufezeichen. Nach Jaleen Smiths erfolgreichen Freiwürfen warf Jordan Hulls einen Dreier durch die Reuse. Es war fast wie im Hinspiel. Ulm versuchte zu kämpfen, Ludwigsburg blieb aber eiskalt und hatte auf jeden Ulmer Versuch die passende Antwort. Vor allem Smith und Hulls landeten wichtige Treffer und erlaubten sich in der entscheidenden Phase kaum einen Fehler.

Während Ulm zunehmend Nerven zeigte, traf Hulls im Schlussdurchgang drei Dreier und brachte die Riesen so 1:41 Minuten vor dem Ende wieder mit 76:75 in Führung. Nach einem Ballverlust der Gastgeber versenkte Smith einen Dreier, Polas Bartolo ließ 12,9 Sekunden vor dem Ende das 83:77 folgen. „Das letzte Viertel hat heute den Unterschied ausgemacht“, musste sich Ulms Coach Jaka Lakovic nach dem Spiel eingestehen. Auch im Januar beim 89:87-Erfolg der Riesen in Ludwigsburg rissen die Barockstädter den Sieg in der Schlussphase an sich. Hulls gelang damals in der Schlusssekunde der entscheidende Dreier.

Nach dem Ende der 18Spiele dauernden Siegesserie durch die Niederlage vor einer Woche in Crailsheim sind die Riesen also schon wieder zurück auf Erfolgskurs. Viel Zeit das zu genießen, bleibt dem Tabellenführer nicht. Schon am Dienstagabend (20.30Uhr/magentasport) treten die Ludwigsburger bei den Baskets in Würzburg an. „Das wird schwierig. Würzburg hat sich gut verstärkt“, blickte Patrick bereits voraus.

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