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Basketball-Bundesliga

Riesen erkämpfen sich Derbysieg

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben sich im Kampf um die Play-off-Teilnahme mit dem dritten Sieg in Folge in eine aussichtsreiche Position gebracht. In einem hitzigen Derby bei den Crailsheim Merlins siegte der Basketball-Bundesligist nach großem Kampf mit 94:85.

Mit 27 Punkten ein starker Auftritt: Riese Marcos Knight.Foto: Gunnar Rübenach
Mit 27 Punkten ein starker Auftritt: Riese Marcos Knight. Foto: Gunnar Rübenach

Crailsheim. Bei den MHP-Riesen Ludwigsburg machte sich am Samstagabend große Erleichterung breit. Der 94:85-Sieg gegen die Merlins Crailsheim war ein hartes Stück Arbeit für den Basketball-Bundesligisten. „Es war nicht immer hübsch aber super intensiv“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach der Partie mit der kürzesten Anreise der Saison.

Die Merlins, die die nach der Niederlage als Vorletzter noch um den Klassenverbleib kämpfen, starteten mit viel Energie ins Spiel. Bereits nach nicht einmal zwei Minuten lagen die Gastgeber mit 8:2 in Führung. Patrick nahm die erste Auszeit. „Vielleicht müssen wir unsere erste Fünf ändern und mit einer etwas schnelleren Aufstellung beginnen“, überlegte der Coach anschließend. „Vor allem Owen Klassen war nicht bereit. Er ist es gewohnt, von der Bank zu kommen.“ Neben Klassen standen Jordon Crawford , Marcos Knight, Adam Waleskowski und Lamont Jones in der Starting-Five.

Hitzige Atmosphäre in Ilshofen

Mit zunehmender Spieldauer und entsprechender Rotation kämpften sich die Ludwigsburger in die Partie. Am Ende des intensiven ersten Viertels führten die Merlins noch gerade so mit einem Punkt (25:24). Bei den 2134 Zuschauern in der Arena Hohenlohe löste der emotionale Beginn ebenso Derbyatmosphäre aus, wie die etwa 100 lautstarken Fans aus der Barockstadt. Unter anderem hatten sich zwei Fanbusse auf den Weg nach Ilshofen gemacht. Die Fahrt war offenbar feucht-fröhlich und ein Teil der Anhänger machte mehrfach durch Konfettiwürfe auf sich aufmerksam. Nicht alle fanden das witzig. Im Fanblock kam es zu einem Gerangel, der Hallensprecher drohte mit einer Räumung des Blocks. Erst als zwei Fans aus einem anderen Teil der Tribüne herbeieilten und schlichteten, beruhigte sich die Situation. Wegen der Konfettiwürfe dürfte eine Strafe auf den Club zukommen.

Auch auf dem Parkett blieb es hitzig. Crawford traf gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs zur ersten Führung der Riesen. Karim Jallow steuerte ebenfalls wichtige Punkte bei. Der 22-jährige Leihspieler vom FC Bayern München wird bei den Ludwigsburgern nach seiner Knieverletzung immer wichtiger. „Ich bin wieder bei 100 Prozent und versuche, vor allem mit meiner Defensive zu helfen“, sagte der Jung-Nationalspieler.

Nach dem Halbzeitstand von 54:51 für Ludwigsburg war auch die zweite Hälfte spannend. Im dritten Viertel – sonst oft eine Schwächephase der Ludwigsburger – brachten sich die Gäste in eine gute Position. Mit mehr Konzentration in der Verteidigung und besserem Zusammenspiel erarbeiteten sich die Riesen einen Vorsprung. Dank eines 11:0-Laufes am Ende des Durchgangs zum 76:66 sprach viel für einen Ludwigsburger Erfolg.

Crailsheim gab sich dennoch nicht auf und kam in der 35. Spielminute beim 75:80 auf fünf Punkte heran – vor allem wegen erfolgreicher Dreipunktewürfe, bei denen die Merlins dazu mehrfach gefoult wurden. Die Zuschauer liefen dadurch zu Höchstform auf, die Halle tobte. „Das müssen wir besser, disziplinierter machen“, sagte Patrick. Dafür ließ sein Team in der zweiten Hälfte nur zwei Offensivrebounds zu. Jones konterte die Crailsheimer Aufholjagd mit einem Dreier zum 79:85. Knight traf in der Schlussphase zuverlässig und kam am Ende auf 27 Zähler. Darauf fanden die Crailsheimer keine Antwort mehr. „Jetzt haben wir eine Chance auf die Play-offs“, betonte Patrick, nach dem dritten Sieg in Serie.

Erleichtert und erschöpft feierte das Riesen-Team den Erfolg nach der intensiven Partie mit ihren Fans. Der Stimmungspegel bei den ohnehin gut gelaunten Anhängern erreichte einen weiteren Höhepunkt – eine ideale Gelegenheit, das restliche Konfetti zu verschießen. Patrick richtete den Blick dagegen noch vorne. Schon am Mittwoch geht es zu den abstiegsbedrohten Eisbären Bremerhaven.

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