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Basketball-Bundesliga

Riesen gehen beim Aufsteiger Academics Heidelberg leer aus

Aufsteiger schlägt Hauptrundenmeister: Die MLP Academics Heidelberg besiegen die MHP-Riesen Ludwigsburg im SNP Dome mit 73:67 und fügen den Riesen ihre erste Saisonniederlage zu.

Frustriert: Ludwigsburgs Tremmell Darden. Foto: Eibner
Frustriert: Ludwigsburgs Tremmell Darden. Foto: Eibner

Heidelberg. Schon zweieinhalb Minuten vor Spielende erhoben sich die Zuschauer im SNP Dome aus ihren Sitzen. Nun können sich zweieinhalb Minuten auf einer Basketballuhr verglichen mit den gewöhnlichen Zeigerumdrehungen an einer Armbanduhr ganz schön in die Länge ziehen. Und so standen die 1849 Zuschauer in der neuen Heidelberger Basketballhalle letztlich mehr als acht Minuten und würdigten ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen.

Daran, wieder in der bequemen Sitzschale Platz zu nehmen, dachte aber offensichtlich kaum einer. Stattdessen feierten euphorische Fans der MLP Academics Heidelberg ein Basketballfest, an dessen Ende der Bundesliga-Aufsteiger den letztjährigen Hauptrundenmeister völlig überraschend mit 73:67 besiegte.

Es war der zweite Sieg der Heidelberger im zweiten Spiel der Saison. Eine Ausbeute, die man den Academics vor der Spielzeit kaum zugetraut hatte. Die Riesen dagegen kassierten nach dem knappen Auftaktsieg gegen Hamburg die erste Niederlage.

Schon nach zwei Minuten wurde John Patrick zu bunt, was er sah. Beim Stand von 6:8 nahm er seine erste Auszeit. Das Schützenfest, das beide Teams vor seinen Augen in den Anfangsminuten geboten hatten, war zwar ganz nach dem Geschmack der 1849 Zuschauer im SNP Dome, jedoch keineswegs nach dem des auf die Defensive fokussierten Trainers der Riesen. Während die Heidelberger sich in der Offensive in einen Rausch spielten, tat sich der Favorit aus Ludwigsburg auf beiden Seiten des Feldes schwer. Und so musste nach den Punkten des Academics-Fanlieblings Shyron Ely zum 16:9 eine weitere Auszeit des Riesen-Coaches herhalten.

Auf eine schlagartige Wende warteten die rund 40 mitgereisten Ludwigsburger Fans allerdings vergeblich. Erneut Ely stellte sogar auf 20:11 zum Ende des ersten Viertels. Stabilisierte sich nun zwar zumindest die Verteidigung der Riesen, war in der Offensive immer noch der Wurm drin. Lediglich Jordan Hulls und David Walker zeigten zumindest im Ansatz, mit welch feinem Händchen sie den Ludwigsburger Angriff tragen können. Yoeli Childs dagegen wirkte erneut unglücklich. Hatte der US-Center bei seinem Riesen-Debüt gegen Hamburg noch von der Freiwurflinie Schwäche gezeigt, war nun in der ersten Spielhälfte bei jedem seiner Würfe der Korb wie vernagelt. Fünf Fehlwürfe waren die Folge, durch die er seine eigentlich starke Leistung im Rebounding nicht belohnen konnte.

Dennoch kämpften sich die Riesen zurück ins Spiel. Ein Dreier von Yorman Polas Bartolo brachte den Ausgleich in greifbare Nähe (29:30), doch erneut Ely stellte auf 33:29. Ein Korbleger von Hulls mit der Schlusssekunde begrenzte den Schaden aus Sicht der Riesen zur Halbzeitpause (33:39).

Aus dieser kamen die Ludwigsburger deutlich früher als die Heidelberger, schnappten sich ein paar Bälle und warfen sich warm – mit Erfolg. Denn schon bei Childs platzte prompt der Knoten. Vier Punkte in Serie verbuchte der US-Amerikaner, hinzu kam ein Dreier von Tremmell Darden und die Riesen waren erneut auf einen Zähler dran (42:43).

Gegen einen Führungswechsel hatte allerdings Jordan Geist etwas einzuwenden. Der Heidelberger Guard fand auch auf Childs‘ Ausgleich zum 46:46 die passende Antwort und versenkte prompt einen Dreier. Hinzu kamen Ludwigsburger Foulprobleme, die den Gastgebern einfache Punkte von der Linie ermöglichten. Unter tosendem Applaus wurden die Heidelberger mit einer 54:50-Führung ins Schlussviertel begleitet.

Das war jedoch nur ein Vorgeschmack auf das, was danach kommen sollte. Denn ein Dreier von Niklas Würzner sowie ein klasse herausgespielter Korbleger von Phillipp Heyden riss die Zuschauer aus den Sitzen – und zwangen Patrick erneut nach nur 59 Sekunden im Schlussabschnitt zu einer Auszeit (50:59).

Den Riesen lief nun die Zeit davon. Ein weiterer Dreier von Geist und Freiwürfe von Heyden brachten die höchste Academics-Führung der Partie (64:53). Nur ein Dreier von Hulls aus einem Gegenstoß hielt Ludwigsburg am Leben.

Doch angeführt von den überragenden Geist und Ely war Heidelberg zu stark für an diesem Abend viel zu fahrige Ludwigsburger. Etliche Ballverluste, Fehlwürfe und leichtsinnige Fehler verhinderten eine Aufholjagd und ließen kaum noch Spannung aufkommen. Spätestens mit Elys 73:64 war die Partie entschieden. Walkers Dreier mit der Schlusssirene war nur noch Ergebniskosmetik.

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