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Riesen kämpfen Serienmeister nieder

Ludwigsburger sind voller Energie und gewinnen Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern mit 87:83

Starker Auftritt: Hans Brase (r.) gegen Paul Zipser vom FC Bayern München.Foto: Baumann
Starker Auftritt: Hans Brase (r.) gegen Paul Zipser vom FC Bayern München. Foto: Baumann

München. Knapp sechs Sekunden vor Spielende hallte ein gewaltiger Jubelschrei durch den nahezu leeren Audi Dome. Es war die Freude der Bankspieler der MHP-Riesen Ludwigsburg über den erfolgreichen Dreipunktewurf ihres Mannschaftskameraden Jaleen Smith. Der Dreier war der entscheidende Treffer zum 87-83-Erfolg der Basketballer gegen den FC Bayern München. Die Ludwigsburger haben sich damit im Viertelfinal-Hinspiel des Bundesliga-Abschlussturniers in eine hervorragende Position gebracht. Wenn die Schwaben am Freitag um 16.30 Uhr erneut gegen den Rekordmeister antreten, nehmen sie einen Vier-Punkte-Vorsprung in das Rückspiel.

Doch der Sieg war ein hartes Stück Arbeit. Die Riesen brauchten einige Zeit, bis sie ins Spiel fanden. Zu sehr wurde das Feld in den Anfangsminuten dem Titelverteidiger überlassen. Der zuletzt starke Thomas Wimbush verursachte direkt zwei Fouls und in der Offensive ließen die Schwaben zu viel liegen. Die Folge: Nach 1:35 Minuten führten die Bayern mit 9:2.

Aus der Ruhe brachte das die Ludwigsburger der Fehlstart aber nicht. Schritt für Schritt kämpften sie sich ins Spiel. Besonders umtriebig waren dabei zunächst Teyvon Myers und Hans Brase. Myers, der in den vergangenen Partien den Einheizer auf der Bank gab, stieß mit pfeilschnellen Dribblings immer wieder in die Zone. Mehrfach brachte der aus Gießen gekommene US-Amerikaner Brase in Position. Brase traf zuverlässig und kam im ersten Viertel auf starke zwölf Punkte, darunter zwei Dreier. Die Riesen drehten die Partie so und gingen in der fünften Minute erstmals in Führung. Zur Freude der Spieler auf der Bank. Die Ludwigsburger tobten und wurden bei jedem weiteren Treffer lauter.

Mit einem 21:15-Vorsprung ging es für die Ludwigsburger in den zweiten Durchgang. Auch der erst 16-jährige Jacob Patrick leistete mit einer für sein Alter erneut starken Vorstellung seinen Beitrag. Selbstbewusst und frech ging der Sohn des Trainers ins Dribbling, ließ mehrere gestandene Euroleague-Spieler des Gegners stehen und legte den Ball zum 23:17 in den Korb.

Bayern drehen auf

Doch die Bayern drehten nun auf. Das Spiel wurde enger und zunehmend intensiver. In der 13. Minute erzielte Danilo Barthel die erneute Führung für die Gastgeber (24:23). Mehrfach drehte sich das Spiel. Die Riesen ließen jedoch zu viele Chancen liegen, weshalb der FC Bayern zur Halbzeit mit 42:36 vorne lag.

Den Start nach der Pause verschlief Ludwigsburg komplett. Innerhalb von 18 Sekunden kassierten die Gäste fünf Zähler und lagen erstmals mit mehr als zehn Punkten zurück (47:36). Dennoch kämpften die Gelb-Schwarzen weiter. Das stärkste Signal sendete dabei Wimbush. Die Nummer 20 schnappte sich den Ball in der eigenen Hälfte vom Gegner und spurtete zum Korb. Obwohl Nationalspieler Barthel noch zur Stelle war stopfte Wimbush den Ball mit einem krachenden Dunk zum 45:52 durch die Reuse. Ludwigsburg gab nicht nach und kämpfte sich so zum Schlussdurchgang auf 59:65 heran.

Im vierten Viertel fielen endlich auch die Dreier. Erst Wimbush, dann Nick Weiler-Babb glichen zum 65:65 aus – und das war den Schwaben noch nicht genug. Dass Ludwigsburg den Sieg unbedingt wollte, zeigten die Akteure nun deutlich und legten noch mehr Energie aufs Feld. Marcos Knight klaute TJ Bray den Ball und glich in der 35. Minute erneut aus (75:75). Es blieb spannend, beide machten Fehler. Bis zu Smiths Dreier lag kein Team mehr als einen Punkt in Führung. Dann durften die Ludwigsburger einen erlösenden Jubelschrei loslassen.

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