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Basketball

Riesen-Pech erwischt auch Jallow

Die Verletzungssorgen der Ludwigsburger Basketballer nehmen kein Ende. Nach Malcolm Hill und Konstantin Klein wird auch Karim Jallow den MHP-Riesen möglicherweise monatelang fehlen. Der 21-jährige Guard verletzte sich am Samstag im Spiel gegen Crailsheim am Knie.

Die Enttäuschung ist riesig: Karim Jallow verletzt sich gegen Crailsheim am Knie. Foto: Baumann
Die Enttäuschung ist riesig: Karim Jallow verletzt sich gegen Crailsheim am Knie. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Es war Anfang des zweiten Viertels, als der von den Münchner Bayern seit dem Sommer ausgeliehene Jungnationalspieler nach einer Offensivaktion zu Boden ging und längere Zeit liegenblieb. „Wir befürchteten gleich Schlimmeres“, sagte Riesen-Coach John Patrick unmittelbar nach dem 82:70-Erfolg gegen die Merlins. Jallow spielte zunächst weiter, musste dann aber aus dem Spiel genommen werden. Gestern nun folgte die niederschmetternde Diagnose: Jallow habe sich einen Innenbandanriss im rechten Knie zugezogen. Das habe eine Untersuchung in der Sportklinik Stuttgart ergeben, teilte der Bundesligist mit. Der Guard falle dadurch „wochen- und vielleicht sogar monatelang aus“.

Für die Ludwigsburger kommt dieser neuerliche Rückschlag, der die Mannschaft weiter schwächen wird, zur Unzeit. Noch in diesem Jahr stehen in der Bundesliga zwei schwere Spiele in Jena (27. Dezember) und gegen Gießen (30. Dezember) an. Hinzu kommen die Aufgaben in der Champions League. Schon die Partie am kommenden Mittwoch beim italienischen Spitzenclub Sidigas Avellino (20.30 Uhr) könnte über den Verbleib in dem internationalen Wettbewerb entscheiden. Ludwigsburg, in der Vorsaison bis ins Final-Four-Turnier in Athen vorgedrungen, ziert mit zwei Siegen aus acht Spielen (10 Punkte) das Ende der Tabelle in der Gruppe A. Avellino ist nach fünf Siegen – darunter der 96:77-Erfolg aus dem Hinspiel in der MHP-Arena – mit 13 Punkten so gut wie in der Hauptrunde.

Ohne Karim Jallow, der von Patrick in den bisherigen Partien behutsam an den Profikader herangeführt wurde, wird das Mammutprogramm über den Jahreswechsel hinaus ungleich schwieriger. Der gebürtige Münchener, der sich bereits im Sommer 2015 eine Sprunggelenkverletzung zugezogen hatte, sich zurück kämpfte und im August 2018 von Bundestrainer Henrik Rödl erstmals ins Aufgebot der A-Nationalmannschaft berufen wurde, ist aber nicht das einzige Riesen-Talent, das es in dieser Saison am Knie erwischte. Schon Malcom Hill (23) und Konstantin Klein (27) mussten die laufende Saison mit ähnlichen Verletzungen bis auf weiteres unterbrechen.

Trotz der Rückschläge – ein Silberstreif am Horizont tut sich in diesen Tagen für die arg gebeutelten MHP-Riesen auf. Mit Quirin Emanga Noupoue, der am Samstag gegen die Merlins eine Glanzvorstellung ablieferte, und Ariel Hukporti, den John Patrick bereits in der Champions League gegen Banvit Bandirma ins kalte Wasser stieß, stehen zwei 18-jährige Youngster kurz vor dem Durchbruch ins Bundesligageschäft. Mit ihrem Team, der BSG Ludwigsburg, läuft es auch in der Regionalliga immer besser. Zum 93:92-Erfolg gegen SV Möhringen steuerten Emanga (14 Punkte), Hukporti (19) und Lukas Herzog (18) – der Dritte im Bunde der aktuellen Ludwigsburger Talentschmiede – drei Spieler aus dem Patrick-Kader 51 Punkte bei.

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