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Basketball

Riesen-Saison endet in München

Mit einer 73:82-Niederlage enden die Hoffnungen der MHP-Riesen Ludwigsburg auf den Meistertitel in der Basketball-Bundesliga. Durch die Pleite beim FC Bayern München scheiden die Riesen im Halbfinale der BBL-Play-offs aus.

Streckt sich vergeblich: Ludwigsburgs Jonah Radebaugh (links) wird von Leon Radosevic und den Bayern im Halbfinale gestoppt. Foto: Gunnar Rübenach
Streckt sich vergeblich: Ludwigsburgs Jonah Radebaugh (links) wird von Leon Radosevic und den Bayern im Halbfinale gestoppt. Foto: Gunnar Rübenach

München. 18 Sekunden zeigte die Uhr noch an, da umarmte Routinier Tremmell Darden seinen Mannschaftskollegen Jaleen Smith mitten auf dem Parkett. Smith, sein Trikot schon schlaff aus der Hose hängend, war die Enttäuschung anzumerken. Denn dem Anführer dieser Ludwigsburger Erfolgsmannschaft konnte bei der 73:82-Niederlage gestern Abend beim FC Bayern München wohl weder die zuvor gewonnene Hauptrunden-Meisterschaft, noch die vielen begeisternden Spiele seines Teams oder sein persönlicher MVP-Titel trösten. „Natürlich kann man heute sauer sein“, sagte Riesen-Trainer John Patrick wenig später, „aber ich möchte gerne unsere Mannschaft feiern, denn es war eine großartige Saison für uns“. Durch die dritte Niederlage im vierten Spiel der Best-of-five-Serie sind die Riesen gestern Abend beim Favoriten FC Bayern München im Halbfinale der BBL-Play-offs ausgeschieden. Eine historisch starke Saison der Riesen endete im Audi Dome.

Hatten sich zwei Tage zuvor noch die Riesen geärgert, bei der 78:81-Niederlage an gleicher Stelle in der ersten Spielhälfte nicht mehr aus der eigenen Überlegenheit gemacht zu haben, dürfte ähnliches gestern auf die Münchner zugetroffen haben. Zwar lief der Ball wesentlich besser durch die Reihen der Rot-Weißen, allzu viel Profit schlug der Favorit daraus zu Beginn jedoch nicht. Dabei startete München eindrucksvoll ins Spiel und lag nach einem Dreier von Nihad Djedovic früh mit 11:3 in Front. Doch Ludwigsburg ließ nicht abreißen. Bestes Beispiel dafür: Einen krachenden Tip-in-Dunk von James Gist konterte Ludwigsburgs Jamel McLean auf der Gegenseite ebenfalls per Dunk zum 9:13.

Danach zeigte Bayern die weitaus reifere Spielanlage und flüssigere Ballzirkulationen im Angriff, bekam aber zu häufig die offenen Würfe nicht im Korb unter. In einem Spiel mit etlichen Ballverlusten auf beiden Seiten ging Bayern mit einer 20:16-Führung ins zweite Viertel.

In diesem war Jordan Hulls, der nach einer Wadenverletzung zurück ins Ludwigsburger Team gerückt war, bemüht, Struktur in die stockenden Riesen-Angriffe zu bekommen. Doch sein Team fiel immer wieder durch Schlampigkeiten auf: Gleich mehrfach verpassten es Hulls und Co., trotz aussichtsreicher Möglichkeiten in Führung zu gehen. München nutzte das aus. Dennis Seeley versenkte einen wilden Wurf gegen Jonah Radebaugh samt Bonusfreiwurf zum 41:31. Nur weil Hulls, sichtbar noch nicht wieder bei voller Leistungsfähigkeit, endlich auch seinen Wurf fand, gingen die Riesen mit einem einstelligen Rückstand in die Kabine (34:41).

In dieser muss Coach Patrick die richtigen Worte gefunden haben. Deutlich engagierter starteten seine Riesen in die zweite Hälfte. Ein Dreier von Yorman Polas Bartolo sowie zwei erzwungene Ballverluste ließen Erinnerungen an das Finalturnier vor einem Jahr im Audi Dome aufkommen. Damals hatten leidenschaftlich spielende Riesen die Vize-Meisterschaft geholt. Gestern waren es jedoch die Münchner, die für die größten Highlights sorgten. Robin Amaize schweißte drei Dreier in Serie in den Korb, blockte auf der anderen Seite Ludwigsburgs Lukas Herzog, ehe JaJuan Johnson ein Alley-Oop-Anspiel zum 51:41 stopfte. Die spektakuläre Aktion riss auch Bayern-Präsident Herbert Hainer aus seiner Sitzschale hielt. Davonziehen konnte der Gastgeber aber nicht. Der gebürtige Münchner Oscar da Silva, von seinen Eltern auf der Tribüne enthusiastisch angefeuert, verkürzte auf 52:57. Polas Bartolo glich sogar mit der Schlusssirene des dritten Durchgangs aus (57:57) und ließ die Münchner ratlos auf die Bank zurücktrotten.

Dennoch erwischte der Gastgeber den besseren Start in den entscheidenden Abschnitt. Ludwigsburg ließ sich aber auch von Münchens 10:2-Lauf nicht abschrecken und blieb in Schlagdistanz (63:67). Erst Zan Marc Sisko und der starke Amaize ließen mit Dreiern aus der Ecke Bayern jubeln – und sorgten für Ludwigsburger Ernüchterung. Spätestens mit einem Dreier von Gist zwei Minuten vor Ende war das Spiel entschieden (82:68) und die Riesen- Gegenwehr endgültig gebrochen.

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