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Basketball

Riesen sehnen sich nach Erfolgserlebnis

Nach zehn Pflichtspielniederlagen brauchen die MHP-Riesen Ludwigsburg dringend einen Sieg. Doch das Duell heute Abend in Ulm wird ein harter Kampf für die Bundesliga-Basketballer.

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Erst aussortiert, nun wieder dabei: Riese Lamont Jones.Foto: Baumann
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Ludwigsburg. Auf zehn Pflichtspielniederlagen ist die Negativserie der MHP-Riesen Ludwigsburg mittlerweile angewachsen. „Wir sind konkurrenzfähig, aber wir brauchen einen Sieg, um das Eis zu brechen“, sagt Trainer John Patrick vor dem Basketball-Landesduell der Bundesliga mit ratiopharm Ulm heute Abend (18 Uhr). Die Ulmer sind auch mit großen Problemen in die Saison gestartet, stabilisierten sich aber zuletzt. Mit Dwayne Evans und Bogdan Radosavljevic stehen zwei ehemalige Riesen im Ulmer Team.

Ulms knappem 83:82-Sieg gegen Brescia im Eurocup folgte ein 88:79-Sieg in Bayreuth und am Mittwoch ein überraschend deutlicher 95:80-Erfolg über Roter Stern Belgrad. „Wir konzentrieren uns auf unser Spiel. Ulm hat den Vorteil, dass sie am Mittwoch zu Hause gespielt haben“, sagt Patrick und will von Druck nichts wissen. Stattdessen will er die positiven Dinge hervorheben. „Es ist nicht schön, so viele Spiele hintereinander zu verlieren. Wenn wir sehen, wie wir über lange Strecken Chancen gegen Berlin oder Bamberg hatten, nervt das natürlich.“ In der Tat liefen die Ludwigsburger Niederlagen nach den beiden Auftaktsiegen gegen Frankfurt und Bremerhaven meist gleich ab: Die Riesen liegen lange in Führung, haben beste Chancen und geben die Punkte in der Schlussphase aus der Hand. Das spitzte sich am Dienstag im lettischen Ventspils zu. Eine Fünf-Punkte-Führung gaben die Ludwigsburger in dem Champions-League-Spiel in den letzten 30 Sekunden aus der Hand und verloren nach Verlängerung mit 92:93.

Wie schon so oft lief die Spielorganisation in den Schlussminuten aus dem Ruder. Da stellt sich die Frage nach dem Point Guard. Der 1,68 Meter große Jordon Crawford glänzt zwar über weite Strecken durch eine dynamische, clevere und explosive Spielweise. Doch in der Crunchtime fehlen ihm regelmäßig Kraft und Nervenstärke. „Wir müssen uns schon fragen, ob es uns an Qualität auf der Point-Guard-Position fehlt“, räumt Patrick ein, „gerade in der Verteidigung und in der Schlussphase.“ Bis Ende des Monats läuft Crawfords Vertrag. Tritt keine merkliche Verbesserung ein, könnten sich die Wege trennen.

Zwei Spieler können die Riesen noch nachverpflichten, vier sind bis Ende März in der Bundesliga insgesamt erlaubt. Lamont Jones war zwischenzeitlich aussortiert und wurde anfangs nicht als Spieler gemeldet. Deshalb gilt er als erster nachträglicher Zugang. Zufrieden ist Patrick bisher mit der zweiten Nachverpflichtung: Spielmacher Donatas Sabeckis, der vergangene Woche von Zalgiris Kaunas nach Ludwigsburg kam. „Er macht einen guten Eindruck und hat einen guten Charakter. Er ist früh zum Training da und arbeitet danach noch individuell“, sagt er über den Litauer. In Ventspils sei er der beste Ludwigsburger gewesen.