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Basketball

Riesen sind auf Punkte angewiesen

Bei den MHP-Riesen Ludwigsburg läuft es nicht rund. Nach neun Pflichtspielniederlagen in Serie wollen die Bundesliga-Basketballer heute Abend in der Champions League die Wende schaffen. Doch in Ventspils wird das nicht einfach.

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Wieder bei vollen Kräften: Ludwigsburgs Karim Jallow. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Beinahe hätte sich die Negativserie der MHP-Riesen Ludwigsburg auch abseits des Basketball-Feldes fortgesetzt. Gestern am frühen Morgen stand der Mannschaftsbus auf dem Weg zum Stuttgarter Flughafen im Stau. „Es war wirklich sehr knapp. Aber wir haben es geschafft“, gab John Patrick gestern Nachmittag aus dem Hotel Entwarnung. Der Flug über Frankfurt nach Riga verlief ebenso reibungslos wie die dreistündige Busfahrt nach Ventspils, wo die Riesen heute Abend (18 Uhr/Dazn) in der Champions League antreten.

Nach neun Pflichtspielniederlagen in Folge, darunter vier in der Champions League, stehen die Ludwigsburger unter Druck. Als Tabellenletzter der Gruppe A müssen die Schwaben in Lettland punkten, damit das Ziel Achtel- finale in realistischer Reichweite bleibt.

„Wir müssen im letzten Viertel solide sein als Mannschaft, nicht spektakulär. Das ist dieser Prozess, den neue Spieler lernen müssen“, erklärt Patrick seine Schlussfolgerung aus den vergangenen Niederlagen. Mehrfach gaben die Ludwigsburger das Spiel nach guter Leistung in den letzten Minuten durch eigene Fehler aus der Hand. Auch am Samstag bei der 75:80-Heimniederlage in der Bundesliga-Partie gegen die Baskets Würzburg.

Zufrieden war Patrick dabei mit Zugang Donatas Sabeckis. „Er hat sich nicht schlecht präsentiert, er hatte gute Momente. Ich denke, das kann eine Verbesserung für uns sein.“ Im Europapokal brauchen die Ludwigsburger nun dringend einen Sieg. Neben medi Bayreuth sind die Schwaben das bisher einzig sieglose Team im Wettbewerb. Ein Selbstläufer wird das in Windau, wie Ventspils auf Deutsch genannt wird, aber nicht. Die Letten besiegten bereits Banvit Bandirma und gehen deshalb selbstbewusst in die Begegnung.

Maßgeblichen Anteil am Erfolg hat Märius Gulbis. Der 33-jährige Power Forward drehte in den vergangenen Partien auf und kommt im Schnitt auf elf Punkte und fünf Rebounds. Da er zudem seit 2013 für den Klub aufläuft, ist Gulbis nicht nur erfahren, sondern auch ein Aushängeschild des Clubs.

Ein Alleinunterhalter ist er aber dennoch nicht. Gemeinsam mit dem sechs Jahre jüngeren Jonathan Arledge (Power Forward, 17,5 Punkte pro Spiel) und dem elf Jahre jüngeren Rihards Lomazs (Shooting Guard, 14,5) bildet Gulbis ein gefährliches Dreigestirn.

In der vergangenen Saison traf Ludwigsburg ebenfalls auf den Vertreter aus dem Baltikum und gewann beide Partien.

Verzichten müssen die Riesen auf Kapitän David McCray. Er ist zwar mitgereist, muss sich laut Patrick aber wegen einer Fußverletzung schonen. Die zuletzt erkälteten Karim Jallow und Jordon Crawford seien wieder fit. „Wir trainieren heute Abend das erste Mal seit langem wieder komplett“, sagte der Coach gestern.