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Basketball Champions League

Riesen-Traum vom Basketball Champions League Finale platzt im Hexenkessel von Bilbao

Im Halbfinale endet die Reise der MHP-Riesen Ludwigsburg auf bittere Weise. Vor brisanter Atmosphäre und rund 8000 Zuschauern in der Bilbao Arena verlieren die Barockstädter in der Champions League mit 55:63 gegen Baxi Manresa.

Ohne Fortune gegen Manresa: Die Riesen Ethan Happ (am Ball) und Jonah Radebaugh (links) finden zu selten den Weg zum Korb.Foto: BCL
Ohne Fortune gegen Manresa: Die Riesen Ethan Happ (am Ball) und Jonah Radebaugh (links) finden zu selten den Weg zum Korb.Foto: BCL

Bilbao. Mit der Schlusssirene brach die Ekstase in der Bilbao Arena vollends aus. Nicht, dass die rund 3000 Zuschauer aus dem 600 Kilometer entfernten Manresa die rund zweieinhalb Stunden zuvor nicht schon ausreichend genutzt hatten, um ihr Team ausgiebig zu feiern. Doch nach dem 63:55 gegen die MHP-Riesen Ludwigsburg im Halbfinale des Final Four der Basketball-Champions-League war klar: Der kleine Club aus Spanien krönt seine beste Saison auf internationalem Parkett mit einer Finalteilnahme. Für die Riesen ist dagegen – wie bereits 2018 in Athen – der Traum vom Endspiel vorzeitig geplatzt. Am Sonntag geht es im Spiel um Platz drei gegen Hapoel Holon. Manresa trifft im spanischen Duell auf Favorit Lenovo Teneriffa.

Anzumerken war in der Anfangsphase beiden Teams gewesen, dass gestern einiges auf dem Spiel stand. So lieferten sich Manresa und Ludwigsburg sofort einen harten Kampf, leisteten sich aber auch einige Fehler, gerade im Angriff. Wenn Manresa allerdings punktete, dann krachte es im Auftaktviertel richtig. Dunks von Ismael Bako und Fanliebling Chima Moneke sowie ein spektakulärer Alley-Oop auf Yankuba Sima waren bis zum 11:8 die großen Höhepunkte der Partie.

Und so wusste Justin Simon genau, was er seinem Team auf den Weg geben musste. „Ruhig bleiben“, war seine eindeutige Geste von der Bank, nachdem die Riesen das 15:20 kassierten und Trainer John Patrick eine Auszeit nahm. Simons Teamkollegen befolgten den Rat des mit 14 Punkten in der ersten Hälfte auffälligsten Akteurs. Nun waren es nämlich die Gelb-Schwarzen, die für die Höhepunkte sorgten. Tekele Cotton, der für den wegen einer Wadenverletzung aussetzenden Tremmell Darden in den Kader gerückt war, schnappte sich frech den Ball und stopfte ihn unbedrängt in den gegnerischen Korb zum 17:20-Viertelstand.

Enttäuschung nach dem Spiel riesig

Das Spiel wurde nun etwas ruhiger – und damit auch die vielen rot-weißen Fans, was durchaus ein Verdienst der Riesen war. Ethan Happ schloss mit krachendem Dunk zum 27:24 ab, ehe Jacob Patrick per Dreier die höchste Riesen-Führung der Partie bescherte (33:28). Die Chancen waren da, doch Ludwigsburg verpasste es, davonzuziehen. Stattdessen kam Manresa sogar noch vor der Pause zum 35:35, mit dem es in die Kabinen ging. „Zu viele vergebene Korbleger“, bemängelten sowohl Jonah Radebaugh als auch Kapitän Jonas Wohlfarth-Bottermann nach Spielende und konnten ihre Enttäuschung nicht verbergen.

Dabei war die Vorfreude eigentlich groß gewesen: „Nach den zwei von Corona geprägten Jahren ist es eine unglaubliche Erfahrung, in einer so großen, vollen Halle zu spielen“, hatte Riesen-Trainer Patrick noch in der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel angekündigt: „Es wird ein wirklich intensives Spiel werden.“ In beiden Aspekten wurde er bestätigt. Denn das Spiel blieb zerfahren und entwickelte keinerlei Rhythmus. Beide Teams erlaubten sich etliche Fouls, Fehlwürfe von der Freiwurflinie und setzten offene Korbleger daneben.

Bissige Katalanen

Erst beim Stand von 42:41 für die Spanier drohte das Spiel, zu deren Gunsten zu kippen. Als Luke Maye endlich einen seiner Dreierversuche zum 52:44 verwandelte, bekamen die Ludwigsburger die ganze Wucht der in rot-weiß getauchten Bilbao Arena zu spüren. Doch selbst gegen die bissigen Katalanen und deren Zuschauer im Rücken wehrten sich die Ludwigsburger mit Bravour. Radebaugh hielt den Abstand vor dem Schlussviertel mit seinem Korbleger zum 49:55 noch gering.

Weiter bis auf 60:51 zogen die Rot-Weißen auch in diesem nicht davon. Zwei extrem starke Defensivreihen sowie offensive Nachlässigkeiten verhinderten nun sowohl eine Aufholjagd als auch eine frühe Entscheidung. Erst mit einem Dreier zweieinhalb Minuten vor Spielende zum 63:55 besiegelte Joe Thomasson die Riesen-Pleite .

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