Logo

Riesen überstehen das Viertelfinale gegen Bamberg

350_0008_2621158_Bau_20210527_HB_026
Foto: Pressefoto Baumann

Ludwigsburg. Play-off-Aus abgewendet: Zum richtigen Zeitpunkt haben die MHP-Riesen Ludwigsburg zu gewohnter Stärke gefunden. Beim 95:73 zeigte die Mannschaft von Trainer John Patrick am Donnerstagabend das, was sein Team in dieser Saison stark macht gemacht hatte. Durch den dritten Sieg im fünften und entscheidenden Play-off-Spiel der Basketball-Bundesliga ziehen die Riesen ins Halbfinale ein – und treffen dort am Samstag (20.30 Uhr) in der MHP-Arena auf den FC Bayern München.

Rund 25 Riesen-Fans hatten die Ludwigsburger vor Spielbeginn empfangen und die Spieler unter Einhaltung der Abstandsregeln mit Sprechchören und Applaus auf ihrem Weg in die MHP-Arena begleitet. Wie es zu diesem Zeitpunkt im Innenleben seiner Mannschaft aussah, beschrieb Patrick später bei der Pressekonferenz. „Wir sind eine gute Mannschaft und hatten keinen Grund zur Panik. Ich habe den Spielern gesagt: Wenn wir normal spielen, werden wir gewinnen.“

Zurück zur Normalität, lautete also die Marschroute nach zwei bitteren wie enttäuschenden Auswärtsniederlagen in Bamberg. Und dass es in seinem Team einen Lerneffekt gab, bewiesen Patricks Spieler vom Sprungball weg. Hatte der Coach seinem favorisierten Team nach der Niederlage in Spiel drei noch Arroganz vorgeworfen, begannen die Ludwigsburger am Donnerstag fokussiert und aggressiv.

Nach Punkten von Jonah Radebaugh führte Ludwigsburg früh mit acht Zählern (13:5), bei Viertelende sogar mit 26:16. Sowohl die Ganzfeldverteidigung der Gelb-Schwarzen als auch die flüssige Ballzirkulation stellten Bamberg vor Probleme. Während bei den Gästen Christian Sengelder und Kenneth Ogbe zusammen 15 der 16 Punkte im ersten Abschnitt beisteuerten, verteilte sich das Ludwigsburger Scoring auf neun Köpfe.

Auch in Viertel zwei zeigte der Gastgeber den unbedingten Willen, die Saison nicht bereits im Viertelfinale enden zu lassen. „Das war unser echtes Gesicht“, freute sich Patrick. Bamberg, in den vorherigen Spielen noch kämpferisch das bessere Team, kam damit kaum zurecht. Der 22-jährige Bennet Hundt verlor im Spielaufbau den Ball, der 17 Jahre ältere Tremmell Darden bedankte sich mit seinem Dunk zum 32:18 und riss die Spieler auf der Riesen-Bank aus ihren Sitzen. „Der Opa wieder mit einem guten Spiel“, scherzte Patrick über den überzeugenden Darden (14 Punkte), der trotz seiner 39 Jahre noch regelmäßig für spektakuläre Höhepunkte sorgt. Durch Punkte von Barry Brown zum 43:24 wuchs der Vorsprung auf 19 Zähler.

Erst eine Auszeit von Johan Roijakkers brachte die Gäste in die Spur. Ein 6:0-Lauf ließ das Brose-Team auf 37:47 herankommen. Nach einem Dreier von Jordan Hulls mit der Schlusssirene ging Ludwigsburg aber mit einem 50:37 in die Pause (50:37).

Besonders Hundt stemmte sich gegen das drohende Play-off-Aus seiner Bamberger. Die ersten acht Punkte seines Teams machte der Youngster. Näher als auf zehn Zähler kam Bamberg aber nicht heran – auch weil Ludwigsburg mit einem 9:0-Lauf die passende Antwort parat hatte.

Bamberg, das als Außenseiter in die Serie gestartet war, zeigte nun Nerven. Michele Vitali checkte in der Offensive Yorman Polas Bartolo weg und kassierte ein Technisches Foul. Auch dank des starken Jamel McLean zog Ludwigsburg bis zum Viertelende auf 76:52 davon.

Gegen frustrierte Bamberger kehrte die Ludwigsburger Leichtigkeit der Hauptrunde zurück. Routinier Darden setzte an beiden Enden des Feldes Akzente – zum Leidwesen seines Gegenspielers: Chase Fieler beendete mit null Punkten sein letztes Saisonspiel vorzeitig. Nach seinem fünften Foul gegen Darden tobte Fieler noch lange an der Seitenlinie und musste vom ebenfalls punktlosen Teamkollegen Vitali beruhigt werden. Zu einem Aufbäumen kam es aber bis zum 95:73-Endstand nicht mehr.

Trotz des überzeugenden Sieges: Allzu lange wollte sich Patrick nicht mit dem Bambergspiel beschäftigen. Vor dem ersten Halbfinale am Samstag (20.30 Uhr) sagte Patrick am Donnerstag: „Wir werden uns heute Abend mit den Assistenztrainern treffen und eine Strategie entwickeln.“ Gut möglich, dass Patrick und Co. eine lange Nacht bevorstand denn „Bayern war und ist der Favorit auf den Titel“, so der Trainer.

Autor: