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Viertelfinale

Riesen wollen von Beginn an wach sein

Mit einem Kraftakt haben die MHP-Riesen Ludwigsburg den FC Bayern München im Viertelfinal-Hinspiel bezwungen. Doch bei nur vier Punkten Vorsprung ist klar: Das Rückspiel beim Basketball-Bundesliga-Abschlussturnier gegen den deutschen Meister wird heute (16.30 Uhr) eine hochspannende Angelegenheit.

Starke Leistung: Schnurrbart-Träger Hans Brase.Foto: Tilo Wiedensohler/dpa
Starke Leistung: Schnurrbart-Träger Hans Brase. Foto: Tilo Wiedensohler/dpa

München. Nach der Schlusssirene beschränkten sich die MHP-Riesen Ludwigsburg am späten Dienstagabend auf nüchternen Applaus. Ein kurzes Abklatschen mit den Teamkameraden, Faust an Faust mit dem Gegner. Trotz einer enormen Energieleistung beim 87:83-Erfolg über den FC Bayern München: keine Partystimmung. Und das aus gutem Grund. Der Sieg über den amtierenden Titelträger im Viertelfinalhinspiel des Bundesliga-Abschlussturnieres ist noch nichts wert.

Die Riesen müssen sich weitere 40 Minuten durchbeißen, um ins Halbfinale einzuziehen, wo höchstwahrscheinlich Ulm wartet. Heute um 16.30 Uhr geht es im Audi Dome erneut vor leeren Kulissen gegen den Gastgeber.

Wie der Vorsprung zu bewerten ist, brachte Hans Brase gestern in einem Interview auf den Punkt: „Vier Punkte kann man im Basketball in zehn Sekunden aufholen.“ Der in den USA aufgewachsene Deutsche erzielte mit 18 Punkten einen neuen Karrierebestwert. „Ich hatte einen guten Start und dann habe ich meinen Flow gefunden“, sagte er.

Der 26-Jährige kam vor der Saison vom Ligarivalen Syntainics MBC. Zu Beginn der Saison agierte er oft unglücklich. Erst im weiteren Verlauf der Saison steigerte er sich.

Schon vor der Saisonunterbrechung aufgrund der Coronavirus-Pandemie war Brase gut in Form und erzielte Ende Januar bei der 88:98-Niederlage gegen Gießen mit 13 Punkte seinen Saisonbestwert, den er am Dienstag gegen Bayern deutlich toppte.

Verschworene Truppe

Dabei wurden die Akteure auf dem Feld stets lautstark von den Spielern auf der Bank unterstützt. Der lauteste Schrei war zu vernehmen, als Jaleen Smith 6,6 Sekunden vor Schluss den entscheidenden Dreier zum 87:83 versenkte. „Es gibt keine Fans, das heißt, die Trainer und alle Spieler, die auf der Bank sind, sind die Einzigen, die uns Energie geben können“, erklärt Brase, der gemeinsam mit Jonas Wohlfarth-Bottermann seit Wochen einen markanten Schnurrbart trägt.

Beide wollten in der privaten Lockdown-Zeit etwas außergewöhnliches machen und sahen bisher keinen Grund, den Schnauzer abzurasieren.

Nach außen hin wirken die Riesen bisher wie eine verschworene Truppe mit besonders ausgeprägtem Teamgeist. Entsprechend geschlossen hat sich die Mannschaft im bisherigen Turnierverlauf auch auf dem Parkett präsentiert. Selbst bei der einzigen Niederlage, dem 89:87 gegen Alba Berlin im letzten Gruppenspiel, hatten die Ludwigsburger eine Chance.

Gegen die Bayern holte Ludwigsburg einen Elf-Punkte-Rückstand zu Beginn der zweiten Hälfte auf und drehte die Partie mit immenser Willensstärke. Ein Kraftakt, nachdem bis zum heutigen Rückspiel nur wenig Erholung bleibt. „Wir haben Training, aber des wird eher darum gehen die Systeme durchzugehen, Fehler zu besprechen und zu regenerieren“, sagte Brase gestern Vormittag.

Die Einstellung für das heutige Rückspiel ist ohnehin klar: Von Beginn an alles geben. „Die ersten paar Minuten werden sehr wichtig sein.“

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