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Basketball

Riesen ziehen wieder durch Europa

Die MHP-Riesen haben es geschafft. Nach einem deutlichen 75:50-Sieg im Rückspiel bei Basic-Fit Brüssel ist Ludwigsburg erneut in der Hauptrunde der Basketball-Champions-League vertreten. Um die Belastung in Grenzen zu halten, will Trainer Patrick nachrüsten.

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Beweglicher Center: Nationalspieler Johannes Thiemann behauptet den Ball und setzt sich durch. Foto: Basketball Champions League

Brüssel. Champions-League-Atmosphäre kam in der Sporthalle Neder-Over-Heerbeek nicht auf. Nur 400 Zuschauer fanden den Weg auf die provisorisch wirkenden Tribünen der kleinen Halle, die mehr an Schulunterricht als an europäischen Wettbewerb erinnert. Darunter sind 30 Fans aus der Barockstadt. Kein Vergleich zur Ludwigsburger MHP-Arena, wo an guten Tagen über 4000 Fans Lärm machen.

Und auch sportlich spielen die MHP-Riesen in einer anderen Basketball-Liga als Basic-Fit Brüssel. Das wurde am Montagabend zum zweiten Mal deutlich. Nach dem 85:59-Hinspielsieg waren die Riesen auch im Rückspiel mit 75:50 deutlich überlegen. Damit stehen die Schwaben zum zweiten Mal im drittstärksten europäischen Wettbewerb nach der Euro League und dem Eurocup.

„Es war richtig gut, den Gegner bei 50 Punkten zu halten“, sagte Trainer John Patrick zum Auftritt in der belgischen Hauptstadt. Besonders schön war das Spiel allerdings nicht anzusehen. Während Brüssel wie im Hinspiel mit dem Tempo und der Aggressivität der Ludwigsburger überfordert war, hatten auch die Riesen zeitweise Probleme. Vor allem am Anfang und im dritten Viertel, das nur mit 10:9 an Ludwigsburg ging. Gefährdet war der Sieg dadurch trotzdem nicht, zumal sich die Schwaben fingen und im Schlussdurchgang mit einem 8:0-Lauf wieder davonzogen. „Im dritten Viertel war es sehr unkonzentriert, aber es zeichnet uns aus, dass wir darauf reagieren“, analysierte Kapitän David McCray und zog ein positives Fazit von den sechs Qualifikationsspielen: „Phasenweise sieht unser Spiel schon gut aus. Ich denke, für den jetzigen Zeitpunkt können wir zufrieden sein.“

In drei Duellen mit jeweils Hin- und Rückspiel besiegten die Gelb-schwarzen zurerst Sarajevo (Bosnien- und Herzegowina), dann Cluj Napoca (Rumänien) und nun Brüssel. Keiner der Gegner brachte Patricks Team ernsthaft in Bedrängnis.

In der Hauptrunde der Champions League dürfte sich das ändern. Ludwigsburg startet in Gruppe B. „Wahnsinn. Es ist eine starke Gruppe“, zeigte der Coach Respekt. Gleich am ersten Spieltag, am 10. Oktober, kommt mit PAOK Thessaloniki ein namhaftes Traditionsteam in die MHP-Arena. „Die Atmosphäre wird sicher fantastisch. Ich habe viele griechische Freunde, deren Herz für PAOK brennt“, sagte Patrick. „Ich hoffe, dass mindestens die Hälfte der Zuschauer für uns sind.“

Schon in der vergangenen Saison zogen Teams wie Besiktas Istanbul, AEK Athen oder Partizan Belgrad hunderte Anhänger aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus in die die MHP-Arena. Doch auch die anderen Clubs wie Titelverteidiger Iberostar Teneriffa (Spanien), Gaziantep (Türkei), Ventspils (Lettland), Elan Chalon (Frankreich), Capo d’Orlando (Italien) und Neptunas Klaipeda (Memel, Litauen) versprechen interessante Duelle. „Die Frage ist, ob wir genug Energie haben“, blickt Patrick voraus. Bei der großen Belastung durch weitere Spiele und Reisestrapazen würde ein zusätzlicher Spieler helfen. Das sieht auch Patrick so. „Wir werden in den nächsten Tagen etwas machen“, stellt er einen Zugang in Aussicht, um die Rotation zu erweitern.

Denn bereits am Donnerstag (19 Uhr) sind die Riesen bei den Eisbären Bremerhaven im ersten Bundesliga-Einsatz. Ähnlich wie in der vergangenen Spielzeit, als nach dem Spiel in Bremerhaven die Champions-League-Partie im belgischen Charleroi anstand, reisen die Ludwigsburger nicht zurück in die Barockstadt. Stattdessen geht es wieder über den Zwischenstopp Quakenbrück direkt in den Norden.