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Basketball

Schreckmoment und Überraschung

Ein Leistungsträger verletzt sich, ein Neuzugang enttäuscht und tritt prompt die Heimreise in die USA an. Die Vorbereitung der MHP-Riesen Ludwigsburg könnte besser laufen. Immerhin überraschen die deutschen Spieler des Basketball-Bundesligisten positiv.

Zwei der stärksten Verteidiger der Liga im Duell während eines Trainings der MHP-Riesen: Yorman Polas Bartolo (links) gegen Jaleen Smith. Foto: Baumann
Zwei der stärksten Verteidiger der Liga im Duell während eines Trainings der MHP-Riesen: Yorman Polas Bartolo (links) gegen Jaleen Smith. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Irgendwo zwischen Sorgen auf der einen und erfreulichen Erkenntnissen auf der anderen Seite lässt sich derzeit wohl die Gefühlswelt von John Patrick einordnen. Der Trainer der MHP-Riesen Ludwigsburg sieht zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Basketballsaison gegen s.Oliver Würzburg im BBL-Pokal noch einige Baustellen am eigenen Kader. Gleichzeitig tun sich besonders die deutschen Spieler der Ludwigsburger hervor.

Zwei der Baustellen offenbarten sich dabei am Montag im Testspiel gegen die Hakro Merlins Crailsheim. Neuzugang Javontae Hawkins, einer der besten Scorer der vergangenen BBL-Saison, zog sich im Test gegen seinen Ex-Club einen Kreuzbandriss zu. Von einem „Schreckmoment“ sprach Patrick gestern und fügte, noch ohne das Ergebnis der MRT-Untersuchung zu kennen, an: „Es sah nicht gut aus.“ Zudem erwies sich Ke’Jhan Feagin nicht als Verstärkung für die Riesen. Noch am Montag hatte Riesen-Trainer John Patrick gesagt, man werde sehen, ob Feagin „bereit dafür ist, den Sprung vom College in die Erste Liga zu schaffen“. Die Antwort auf diese Frage fand sich scheinbar noch am selben Tag. „Er ist schon wieder weg. Er war nicht fit“, sagte Patrick gestern, nachdem Feagin am Montag kurzfristig beim Testspiel gegen Crailsheim zum Einsatz kam. Gestern früh machte sich der 22 Jahre alte Feagin, der bei den Riesen ohnehin nur einen Tryout-Vertrag für wenige Tage besaß, daraufhin wieder auf den Weg in die US-amerikanische Heimat.

Fünf Siege aus sechs Testspielen

Doch es gibt auch Positives aus der wegen der Coronapandemie etwas improvisierten Vorbereitung der Riesen zu berichten, in der die Ludwigsburger bisher fünf von sechs Testspielen gewinnen konnten. Zuletzt funktionierte beim 66:57-Sieg gegen Crailsheim die Defensive außerordentlich gut. Zudem tun sich die deutschen Spieler hervor. „Sie sind eine positive Überraschung“, sagte Patrick und nannte seinen Sohn Jacob Patrick, Lukas Herzog, Jonas Wohlfarth-Bottermann, Elias Harris und Yorman Polas Bartolo als Beispiele: „Sie haben hervorragend gespielt. Wir hatten schon Spiele, in denen wir fünf Deutsche in den ersten fünf hatten – und das hat sehr gut funktioniert.“

Entwarnung gab es zudem bei Wohlfahrth-Bottermann, der gegen Crailsheim kürzertrat. „Er wurde nur geschont. In einem Ligaspiel hätte er wohl gespielt“, so Patrick. Dennoch: Abgeschlossen ist die Kaderplanung nicht. „Mindestens einen, vielleicht zwei“ neue Spieler wolle man noch holen, kündigte Patrick an.

Der nächste Test der Ludwigsburger folgt heute Abend. Erneut kommt dann Ligakonkurrent medi Bayreuth in die Ludwigsburger MHP-Arena. Vergangene Woche schlugen die Riesen die Franken 83:74.

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