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Basketball

Schwäbisches Krisenduell in Ulm

Ludwigsburg trifft auf einen Lokalrivalen, der ebenfalls Probleme hat

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Dwayne Evans.Foto: Puchner/dpa

Ulm/Ludwigsburg. Die 92:93-Niederlage der MHP-Riesen Ludwigsburg am Dienstag in Ventspils war die zehnte Niederlage der Basketballer in Folge, die fünfte in der Champions League. Dadurch steht das schwäbische Derby am Samstag (18 Uhr) unter ungewöhnlichen Vorzeichen, denn auch Ratiopharm Ulm steckt in der Krise.

Es ist nicht lange her, da gehörten die Riesen und Ulm zu den besten deutschen Basketballteams. Noch vor ein paar Monaten spielte Ludwigsburg im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft. Auch Ulm nahm vorletzte Saison noch am Halbfinale der Play-offs teil, zuvor hatte das Team mit 27 Hauptrunden-Siegen in Serie sogar einen Bundesligarekord aufgestellt. Aber diese Zeiten scheinen im Moment weit entfernt: Die Ludwigsburger belegen aktuell den fünftletzten Tabellenplatz, Ulm ist Viertletzter. Nun treffen die beiden Clubs in Neu-Ulm aufeinander.

Die Ulmer haben zuletzt zumindest geschafft, was Ludwigsburg auch dringend brauchen würde: Mit einem Sieg im Eurocup und den ersten Bundesliga-Punkten dieser Saison hat der Club vergangene Woche eine Serie von Niederlagen beendet. „Ich hoffe, dass der Knoten geplatzt ist und wir uns weiter für unseren Einsatz belohnen“, sagte Coach Thorsten Leibenath. Die Ludwigsburger dagegen haben die vergangenen zehn Pflichtspiele allesamt verloren.

In Ulm will man von einer Krise nichts hören. Das Gefühl, dass sein Team schlechten Basketball spiele und nicht zusammen funktionieren würde, habe er zu keinem Zeitpunkt gehabt, sagte Leibenath. Er sieht seine Mannschaft mit dem Ex-Riesen Dwayne Evans und Bogdan Radosavljevic nicht in einem „Performance-Tal“, sondern vielmehr in einem „Ergebnis-Tal“. „Wir hatten ein schweres Auftakt-Programm“, erklärte der Coach. Die vier ersten Saisonspiele waren gegen die vier aktuellen Liga-Top-Clubs FC Bayern München, Alba Berlin, Gießen 46ers und die EWE Baskets Oldenburg.

Ein kompliziertes Auftaktprogramm hatten auch die Ludwigsburger, die bisher schlechten Ergebnisse seiner Mannschaft begründet Trainer John Patrick aber mit dem personellen Umbruch im Sommer und gesundheitlichen Problemen.

Ziel des Trainers ist es, aus dem neuen Team eine Einheit zu formen. Dann würde sich die Lage auch wieder verbessern: „In der Pre-Season und in den ersten zwei Spielen haben wir gezeigt, dass wir gewinnen können“, betonte der Coach. Um seinen Job macht er sich keine Sorgen. „Wir haben es in den letzten fünf Jahren in die Play-offs geschafft“, sagte er. Da sei es normal – vor allem mit dem zur Verfügung stehenden Etat –, mal im Mittelfeld zu landen.

Trotzdem wollen beide Teams wieder nach oben – und dementsprechend am Samstag alles geben.