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Basketball

Thomas Wimbushs großer Schritt

Angeführt von Thomas Wimbush schlagen die Ludwigsburger Riesen die Fraport Skyliners zum Jahresabschluss in der ausverkauften MHP-Arena deutlich mit 82:64.

Shaquille Hines (r.) streckt sich vergeblich: Riese Thomas Wimbush ist nicht zu bremsen. Foto: bm
Shaquille Hines (r.) streckt sich vergeblich: Riese Thomas Wimbush ist nicht zu bremsen. Foto: bm

Ludwigsburg. Beim Warmwerfen vor dem Basketball-Bundesligaspiel gegen die Fraport Skyliners hatten die MHP-Riesen Ludwigsburg ein kleines Problem: Sie hatten so gut und so synchron getroffen, dass sich vier Bälle gleichzeitig im Korb verkeilt hatten und erst von Hand aus der Reuse geholt werden mussten, ehe es weiterging. Als dann der Weg – beziehungsweise der Korb – für die Riesen frei war, bekamen die Gäste aus Frankfurt die Spielfreude der Riesen beim 82:64-Heimsieg zu spüren. Besonders Thomas Wimbush ragte dabei heraus und kam auf 29 Punkte.

Einfach hatte es Wimbush in dieser Saison nicht immer. Der Forward der Riesen deutete zwar häufig an, zu was er mit seiner Athletik fähig ist. Sein gesamtes Potenzial schöpfte er jedoch nur selten aus. „Wir wussten, dass jemand wegen des Ausfalls von Nick einen Schritt nach vorn machen musste“, sagte Riesen-Kapitän Konstantin Konga nach dem Spiel über den an der Schulter verletzten Nick Weiler-Babb: „Und den Schritt hat heute Thomas Wimbush gemacht.“ Gegen Frankfurt explodierte der 26-Jährige förmlich in der ersten Hälfte. Acht der ersten neun Ludwigsburger Punkte gingen bis zur frühen 9:4-Führung auf Wimbushs Konto.

Auf Frankfurter Seite machte hingegen Lamont Jones, der vergangene Saison noch das Ludwigsburger Trikot trug, auf sich aufmerksam – und das nicht nur sportlich. „Ich bin der beste Trash-Talker der Liga“ hatte Jones in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine gesagt. Ein bisschen Provokation und Streit mit dem Gegner brauche es, so Jones. Zu viel hatte er damit nicht versprochen. Denn auch gegen seine Ex-Kollegen jubelte der 29-Jährige immer wieder in Richtung Riesen-Bank und zog damit auch den Unmut der Fans auf sich. Auf 20 Punkte kam Jones insgesamt und hielt die Gäste zumindest in der ersten Spielhälfte in Schlagdistanz. Mit 20:15 für die Ludwigsburger ging es ins zweite Viertel.

Schwarz-gelbe Antwort auf Provokation

Auch in diesem hielten die Skyliners noch gut mit. Ein Alley-Oop-Anspiel von Jones verwertete Leon Kratzer und brachte die Gäste auf einen Punkt heran (31:30). Das gefiel vor allem Jones besonders gut. „Momo“ spendete der Riesen-Bank auf dem Weg zurück in die Verteidigung ein breites Grinsen. Die Antwort gaben die Schwarz-Gelben hingegen auf dem Feld, angeführt von Wimbush. „Wenn er die ersten Würfe trifft, hat er ein gutes Gefühl“, sagte Kapitän Konga über den 2,01 Meter großen Athleten und fügte noch hinzu: „Und dann geht er ab.“ Wie das aussehen kann, bekamen die 4040 Zuschauer in der erneut ausverkauften MHP-Arena dann zu sehen. Wimbush baute erst per Dreier und dann mit einem artistischen Abschluss und Bonus-Freiwurf den Vorsprung wieder auf sieben Zähler aus. Mit einem 46:38 gingen die Riesen in die Halbzeit.

Die zweite Spielhälfte begann dagegen zerfahren. Beide Mannschaften leisteten sich etliche Fehler. Die Riesen kämpften sich jedoch besser ins Spiel. Jonas Wohlfahrt-Bottermann rettete erst einen Ball kurz vor dem Aus und blockte wenig später Kratzer bei dessen Zug zum Korb. Beide Male war der Nutznießer Marcos Knight, der auf der Gegenseite zu sechs Punkten kam. „Kompliment an Jonas. Er hat hart und intensiv verteidigt“, lobte Riesen-Coach John Patrick seinen Center.

Bei den Hessen wollte indes kaum etwas fallen. Besonders von jenseits der Dreierlinie taten sich die Frankfurter schwer. Neuverpflichtung Cameron Jackson, der in seinem ersten Spiel für die Riesen zeigte, dass er mit seiner Wucht das Ludwigsburger Spiel bereichern kann, sowie Wimbush erhöhten auf 60:40 – die höchste Führung des gesamten Spiels, das damit schon entschieden war. Lediglich acht Zähler gelangen den Frankfurtern im dritten Viertel, das beim Stand von 64:46 endete. Den Schlussabschnitt ließen beide Teams ruhig ausklingen, ehe sich die Riesen für den gelungenen Jahresabschluss feiern lassen konnten.

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