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Überraschungsteam der Saison greift nach den Sternen

Nachwuchs-Basketballerinnen der BSG Ludwigsburg stehen vor dem Einzug ins Viertelfinale der U 18-Bundesliga – Trainer Cäsar Kiersz: „Wir werden alles geben“

In der Erfolgsspur: Das U 18-Basketballteam der BSG Ludwigsburg mit Trainer Cäsar Kiersz. Foto: privat
In der Erfolgsspur: Das U 18-Basketballteam der BSG Ludwigsburg mit Trainer Cäsar Kiersz. Foto: privat

Ludwigsburg. Der Ludwigsburger Bundesliga-Nachwuchs macht in dieser Basketballsaison vorwiegend positive Schlagzeilen. Dass aber auch die weibliche U 18 der BSG eine derart dominante Rolle spielen würde, war zu Saisonbeginn nicht absehbar – im Gegenteil: „Wir sind eigentlich verhalten gestartet und wollten mit der Relegation nichts zu tun haben. Dass wir jetzt vorne mitmischen, ist schon sehr überraschend“, sagt Trainer Cäsar Kiersz.

Mit dem Erreichen des zweiten Platzes in der Bundesligagruppe Süd (es spielen insgesamt 24 Teams in vier Gruppen) qualifizierte sich seine Mannschaft hinter Topfavorit Jahn München für das Play-off-Achtelfinale. Gegner ist das Nachwuchsteam des Frauen-Bundesligisten aus Marburg. Gegen die Junior Dolphins, die in der Gruppe Mitte auf Platz drei landeten, steht es nach zwei Spielen 1:1-Unentschieden. Heute nun kommt es zum Showdown in der Rundsporthalle, Tipp-off ist um 12.30 Uhr. Nach einem klaren Heimsieg (56:32) und einer knappen Auswärtsniederlage (56:62) wird das dritte Spiel der „Best-of-three“-Serie zeigen, wer ins Viertelfinale einzieht. „Wir werden alles geben und wollen unbedingt eine Runde weiterkommen“, hat Kiersz die klare Marschroute ausgegeben. Im vergangenen Jahr war bereits in der ersten Play-off-Runde Endstation. Diesmal könnte es sogar zum Einzug ins Top-4-Turnier reichen; ein Erfolg, der zuletzt 2014 einem BSG-Nachwuchsteam gelang.

Wie steinig der Weg bisher war, macht Kiersz am Saisonverlauf und an der Entwicklung seiner Talente, von denen bereits vier in der 2. Bundesliga regelmäßig zum Einsatz kommen, deutlich. Jasmin Baghina ist eine von ihnen. Der 17-jährige Point Guard verletzte sich in der Vorbereitung so schwer an der Schulter, dass sie die gesamte Saison ausfiel. „Ein großer Verlust“ war aus Sicht Kiersz’ der Ausfall der Leistungsträgerin, dann aber fand der Rest der Mannschaft die passende Reaktion. „Plötzlich haben alle mitgezogen“, lobt Kiersz. Vor allem Noreen Stöckle aus dem jüngeren Jahrgang nahm die neue Rolle der Spielmacherin an. Die 15-Jährige, die aus Ludwigsburg stammt und das Otto-Hahn-Gymnasium besucht, wird noch mindestens zwei Jahre in der Barockstadt bleiben. Ebenso wie Maria Konstantinidou (16), die sich als exzellente Rebounderin entpuppte. Spielerinnen wie Hanna Risinger, Clara Gausepohl. Lea Plockinjic, Teresa Sena, Lia Hilgenfeld, Christina Diamantaki Marie Schneider, Alexandra Voijinovic oder Leyla Beran gehören ebenfalls zum festen Stamm und haben nach Ansicht Kiersz’ eine erfreuliche Entwicklung genommen.

Seit mehr als 30 Jahren begleitet Cäsar Kiersz inzwischen als Stadtverbandstrainer den Ludwigsburger Basketball. „Unser Konzept ist es, eigene Spielerinnen für die 2. Bundesliga zu entwickeln“, betont der Basketball-Haudegen. Die starke Entwicklung seiner Talente bliebe allerdings auch den Bundestrainern und größeren Vereinen nicht verborgen. Und genau darin liege die Krux. „Wenn wir gute Arbeit leisten, sind die Talente schnell weg, wenn nicht, beachtet uns keiner“, sieht Kiersz ein weiteres Problem darin, dass in Ludwigsburg generell „sehr viele starke Sportarten“ vertreten sind. Obwohl äußerst attraktive Spiele mit gutem taktischen Verständnis und hoher Trefferquote zu sehen seien, mache es die Konstellation nicht leicht, Zuschauer und auch neue Sponsoren zu finden. Sollten die jungen Basket Ladies heute gewinnen, könnte die Aufmerksamkeit auf ihr Spiel erneut in die Höhe schnellen.

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