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Basketball-Bundesliga

Verkrampfte Riesen kassieren 2:2

Die MHP-Riesen Ludwigsburg haben auch den zweiten Matchball um den Einzug ins Play-off-Halbfinale vergeben. Gestern Abend unterlag der Basketball-Bundesligist im vierten Viertelfinalspiel gegen Brose Basket Bamberg mit 84:87. Damit kommt es morgen (18.30 Uhr) zum alles entscheidenden fünften Spiel in der MHP-Arena.

Schwer zu stoppen: Barry Brown setzt sich durch. Foto: Gunnar Rübenach
Schwer zu stoppen: Barry Brown setzt sich durch. Foto: Gunnar Rübenach

Bamberg. Nach der 84:87-Niederlage der MHP-Riesen Ludwigsburg gegen Brose Basket Bamberg saß Jaleen Smith stumm am Spielfeldrand und schaute mit leerem Blick in Richtung Mittelkreis. Mit einem verzweifelten Dreierversuch hatte der als wertvollster Bundesliga-Spieler ausgezeichnete Basketballer noch versucht, den Ausgleich zu erzielen – vergeblich. Doch an Smith alleine lag es sicher nicht, dass die Ludwigsburger gestern das vierte Viertelfinalspiel verloren. Nach zwei Riesen-Siegen in Ludwigsburg und zwei Niederlagen in Bamberg kommt es nun morgen um 18.30 Uhr in der MHP-Arena zum entscheidenden fünften Spiel.

„Ich bin stolz, wie wir auf das Debakel reagiert haben. Wir hatten im vierten Viertel die nötige Energie. Aber wir müssen besser verteidigen“, sagte Riesen-Trainer John Patrick nach dem Spiel. Vergangenen Sonntag hatten die Ludwigsburger mit 60:96 verloren.

Intensive Anfangsminuten

Beim vierten Aufeinandertreffen der beiden Teams innerhalb einer Woche ging es gleich mit großer Intensität zur Sache. Im Gleichschritt trafen Bamberg und Ludwigsburg, zwei Dreier von Jordan Hulls in Folge brachten die Riesen in der vierten Spielminute mit 13:7 in Führung.

Doch Ludwigsburg war oft auch einen Schritt zu spät, insbesondere unter dem eigenen Korb. Bamberg kam so immer wieder zu einfachen Punkten und drehte das Spiel bis zum Ende des ersten Durchgangs (24:21). Auch im zweiten Viertel ließen die Ludwigsburger ungewöhnlich viele Punkte zu. Bennet Hundt verwandelte in der 13. Minute zwei Freiwürfe zum 31:23 für die Gastgeber.

Die Riesen hielten dagegen und versuchten, den Rückstand zu verkürzen. Barry Brown, der für Andrew Warren im Kader stand, traf dabei zuverlässig und kam zur Halbzeit bereits auf 16 Punkte. Drei Minuten vor der Pause klaute Jacob Patrick dem Gegner den Ball und verkürzte auf 41:42. In der sonst so gefürchteten Defensive fand Ludwigsburg aber weiter nicht ins Spiel und ließ bis zum Seitenwechsel 49 Punkte zu (49:46).

Auch nach der Halbzeit kamen die Riesen nicht in Fahrt. Während die Bamberger wie die Löwen gegen das drohende Aus kämpften, wirkten die Schwaben verkrampft und flüchteten sich oft in Einzelaktionen. Doch gegen fokussierte Bamberger reichte das nicht, was die Ludwigsburger zunehmend nervös machte. In der 27. Minute beschwerte sich Patrick aus Sicht der Schiedsrichter etwas zu emotional über eine fragwürdige Entscheidung und kassierte deshalb ein technisches Foul. Vor allem Bambergs Hundt stellte die Riesen vor Probleme. Alleine im dritten Viertel kam der 22-Jährige auf 13 Punkte, darunter drei Dreier. Auch seine beiden Freiwürfe kurz vor Ende des Durchgangs zum 75:62 für die Franken traf er.

Nicht nur wegen den 13 Punkten Rückstand, auch weil Ludwigsburg die Ruhe und Souveränität aus der Hauptrunde vermissen ließ, sah es vor dem Schlussviertel nicht gut für die Gelb-Schwarzen aus. Doch die Riesen schafften es, neu sortiert aufs Fed zurückzukehren. Fast vier Minuten lang ließen die Ludwigsburger keinen Korb zu und verkürzten selbst auf 76:77, Bamberg antworte mit einer Fünfpunkteserie zum 82:76 (36.). Zweieinhalb Minuten vor dem Ende schaffte Brown durch Freiwürfe das 80:82. Bis zum Ende blieb es spannend. 1:19 Minuten vor dem Ende traf Larson Tyler einen Dreier. Zu mehr als Browns 84:87 reicht es nicht mehr.

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