Logo

von Simon Linder

350_0900_23377_Korbleger.jpg
350_0900_23378_neu.jpg

Heute startet die Basketball-WM. Bei interkontinentalen Basketball-Großereignissen war in den vergangenen Jahren klar: Die USA marschieren durch, für alle anderen Teams geht es um Platz 2. Seit gut zehn Jahren gab es keinen anderen Sieger mehr: 2008, 2012 und 2016 holten die Amerikaner den Olympiasieg; 2010 und 2014 wurden sie Weltmeister.

Dieses Jahr scheint das Turnier offener: Alle ganz großen Stars wie LeBron James, Kawhi Leonard, Steph Curry, James Harden und Kevin Durant haben abgesagt. Großer Favorit sind die USA natürlich trotzdem – aber erstmals seit längerer Zeit scheinen sie schlagbar.

Das Team, dem die Sensation am ehesten zugetraut wird, ist Serbien. Mit Nikola Jokic haben sie den spielstärksten Center im Team. Die Serben werden als Mannschaft hervorragend harmonieren. Aber auch andere Teams rechnen sich Chancen aus: Bei Griechenland ist NBA-MVP Giannis Antetokounmpo dabei. Australien schlug kürzlich die USA in einem Testspiel und hat – genau wie Litauen, Frankreich, Spanien und Kanada – Außenseiterchancen.

Nicht qualifizieren konnte sich Slowenien: Weil die WM-Quali während der NBA- und EuroLeague-Saison gespielt wurde, musste der Europameister ohne Luka Doncic und die anderen Stars antreten – und war chancenlos. Viele andere Mannschaften traten ebenfalls nur mit der zweiten oder dritten Garde an. Auch Serbien hatte lange Probleme und qualifizierte sich erst spät, gilt nun aber als Mitfavorit.

Und Deutschland? Bundestrainer Henrik Rödl reist mit der wohl besten deutschen Nationalmannschaft aller Zeiten nach China. Dennis Schröder ist einer der stärksten Aufbauspieler des Turniers: Wenn er konsequent zum Korb zieht und dann selbst punktet oder seine Mitspieler einsetzt, ist einiges drin. In den Vorbereitungsspielen verließ er sich noch zu oft auf seinen Wurf von der Dreipunktelinie.

Bei den Centern, auf der zweiten Schlüsselposition also, ist Deutschland ebenfalls gut besetzt: Mit Daniel Theis harmoniert Schröder stets blendend, Johannes Voigtmann ist inzwischen ein etablierter EuroLeague-Spieler, nicht umsonst zukünftig in Diensten von ZSKA Moskau. Auf den anderen drei Positionen haben die Deutschen viele gute Werfer, dazu mit Maxi Kleber noch einen herausragenden Verteidiger auf den großen Positionen.

Von zentraler Bedeutung für Deutschland ist gleich das erste Gruppenspiel morgen um 14.30 Uhr gegen Frankreich. Denn an die Vorrunde, die jeweils zwei Teams pro Gruppe überstehen – was Deutschen und Franzosen problemlos gelingen sollte –, schließt sich eine Zwischenrunde an; dorthin wird die Bilanz gegen das andere weitergekommene Team aus der Gruppe mitgenommen.

Gelingt ein Sieg gegen Frankreich, stünden die Chancen auf das Viertelfinale bereits nicht schlecht. Mindestens dorthin, eher noch ins Halbfinale, werden die Deutschen es schaffen müssen, um ihr großes Ziel zu erreichen: die Qualifikation für Olympia 2020. Von den europäischen Teilnehmern qualifizieren sich nämlich die beiden besten Teams direkt. Ob das gelingt und ob die USA tatsächlich vom Thron gestoßen können, kann live verfolgt werden: Magenta Sport überträgt alle WM-Spiele kostenlos im Internet.