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von Simon Linder

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Die aus deutscher Sicht enttäuschende Weltmeisterschaft ist vorbei – die Basketball-Bundesliga (BBL) beginnt! Eine Saisonprognose ist – wie jedes Jahr – schwierig, auch weil einige Teams noch nachverpflichten werden. Trotzdem lassen die Testspiele und die aktuellen Kader eine erste Prognose zu.

München: Die Bayern haben einige namhafte Abgänge zu verzeichnen: Stefan Jovic, Devin Booker und Derrick Williams sind weg. Dafür holten die Münchner mit Greg Monroe einen Ex-NBA-Star. Dieses Team ist für die EuroLeague gebaut – die BBL werden die Münchner sicher gewinnen.

Berlin: Für Berlin könnte es ein schwieriges Jahr werden: Der Kader ist nicht allzu breit, die Belastung durch die 34 Spiele in der EuroLeague wird hoch sein. Für Platz 2 in der BBL dürfte es dennoch reichen – das Team blieb weitestgehend zusammen und wurde punktuell sogar verstärkt, etwa mit dem Dreierspezialisten Marcus Eriksson.

Ulm: Komplett neu formiert ist dagegen Ulm. Jaka Lakovic ersetzt Thorsten Leibenath als Coach, dieser fungiert nun als Sportdirektor. Mit dem 18-jährigenKillian Hayes kommt eines der größten Talente Europas, mit Seth Hinrichs und Derek Willis sehr gute BBL-Spieler. Platz 3 scheint möglich.

Bamberg: Den Resetknopf gedrückt hat auch Bamberg, das auf eine starke Defense setzen wird. Offensiv werden die Franken abhängig sein von ihrem Aufbauspieler Paris Lee. Harmoniert er mit seinen neuen Kollegen, könnte es eine erfolgreiche Saison werden. Das Play-off-Heimrecht ist drin.

Oldenburg: Mit Will Cummings verlor Oldenburg den MVP der vergangenen Saison. Ansonsten setzt man an der Hunte wieder einmal auf Kontinuität. Für die Play-offs wird es problemlos reichen.

Bonn: Der ehemalige Berliner Co-Trainer Thomas Päch hat in Bonn das Ruder übernommen. Ex-Riese Martin Breunig könnte den nächsten Schritt gehen und bald für ganz andere Teams interessant sein. Für die Play-offs sollte es reichen.

Vechta: Bray weg, Hollins weg, Hinrichs weg – muss Vechta wieder nach unten schauen? Eher nicht, denn sie haben ordentlich nachgerüstet. Besonders freuen darf man sich auf Ishmail Wainright, der mit Nürnberg vergangene Saison die ProA dominierte. Die Play-offs sind wieder drin.

Ludwigsburg: In Ludwigsburg hat John Patrick ein Team zusammengestellt, dass sich durch Verteidigung auszeichnen soll. Fraglich ist, ob die Center-Besetzung dafür ausreicht: Hans Brase spielte zuvor als Power Forward, Jonas Wohlfarth-Bottermann ist groß, aber deshalb nicht der schnellste. Vielleicht tut sich auf der Position nochmal was. Absehbar ist: Der Dreier wird besser fallen als vergangene Saison. Und mit Thomas Wimbush haben die Riesen einen Spieler, der groß rauskommen könnte. Die Play-offs sind drin – leicht wird es aber nicht.

Würzburg: Viele Spieler wurden gehalten, gegangen ist allerdings Senkrechtstarter Xavier Cooks. Ob es wieder für die Play-offs reicht, scheint unsicher.

Bayreuth: Für Bayreuth wiegt der langfristige Ausfall von Andreas Seiferth schwer, auch einige kleinere Verletzungen störten die Vorbereitung. Es könnte dauern, bis die Franken in Tritt kommen, vielleicht ist der Play-off-Zug dann schon abgefahren.

Frankfurt: Für eine Saison muss Frankfurt auf Coach Gordon Herbert verzichten, der das kanadische Nationalteam übernimmt und danach zurückkehren soll. Neu in Frankfurt sind mit Adam Waleskowski und Lamont Jones zwei Ex-Riesen. Für den Abstiegskampf ist das Team zu stark – für die Play-offs aber wohl zu schwach.

Gießen: Beim Lokalrivalen in Gießen ist John Bryant zurück aus der Sommerpause, und wie immer kehrte er alles andere als topfit zurück. Trotzdem wird er wieder abliefern – Gießen wird die Klasse halten.

Weißenfels: In der vergangenen Saison blieb der MBC vor allem wegen des starken Jovan Novak in der BBL. Dass man mit ihm verlängern konnte, ist nun die Weißenfelser Lebensversicherung für ein weiteres Jahr im Oberhaus.

Crailsheim: Das Team spielte eine sehr gute Vorbereitung, zuletzt schlug man (dezimierte) Ludwigsburger deutlich. Die guten Dreierschützen werden dafür sorgen, dass die Merlins im Abstiegskampf bestehen.

Hamburg: An der Elbe wurden vollmundig die Play-offs als Ziel ausgerufen. Angeblich haben die Towers ein ähnliches Budget wie Ludwigsburg. Dafür wirkt ihr Kader allerdings schwach. Das erste Ausrufezeichen war die Verpflichtung von Heiko Schaffartzik, der jedoch von einer schweren Knieverletzung zurückkommt. Aktuell sieht es eher nach Abstiegskampf als nach Play-offs aus.

Braunschweig: Bei den Niedersachsen läuten die Alarmglocken schon vor Saisonbeginn: Die Verantwortlichen in Braunschweig haben Stress mit InvestorDennis Schröder. Das Experiment, jungen deutschen Spielern Verantwortung zu geben, brachte bereits Erfurt vor zwei Jahren viele Sympathien ein – aber führte auch zum Abstieg. Braunschweig, wo der Ex-RieseKarim Jallow nun spielt, wird zu kämpfen haben.

Göttingen: Wenn der Coach schon vor der Saison Probleme mit seinem wichtigsten Spieler hat, ist das kein gutes Zeichen: Johan Roijakkers und Kyan Anderson scheinen nicht zueinander zu finden. Letztes Jahr hing in Göttingen alles von Michael Stockton ab, der nun nach Frankreich wechselte. Den Veilchen droht eine schwierige Saison.