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von Simon Linder

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2019 geht zu Ende – damit endet auch ein Basketballjahr mit einigen Ereignissen, die in Erinnerung bleiben werden. Einer dieser Momente war für Basketballfans aus Deutschland – und aus Dallas – das letzte Heimspiel von Dirk Nowitzki (dpa-Foto). Der beste deutsche Basketballer aller Zeiten legte zu Beginn der Partie gegen die Phoenix Suns los, als wäre er kurz zuvor in einen Jungbrunnen gefallen: Die ersten zehn Punkte seines Teams gingen auf sein Konto, Nowitzki scorte nach Belieben; am Ende kam er auf 30 Punkte. Es war das würdige Ende der sensationellen Karriere eines Champions.

Einer der bewegendsten Momente seiner Nationalmannschaftskarriere erlebte Nowitzki als Fahnenträger der deutschen Olympia-Mannschaft im Jahr 2008 in China. Noch einige Jahre spielte er für Deutschland, bis er 2016 zurücktrat. Dieses Jahr schien die deutsche Nationalmannschaft, erstmals in der Post-Nowitzki-Ära, gerüstet und bereit für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft – wieder ging es nach China. Was folgte, wird man so schnell nicht vergessen: Im Spiel gegen die Dominikanische Republik blamierte sich das deutsche Team bis auf die Knochen, es war die vielleicht verheerendste Niederlage einer deutschen Basketball-Nationalmannschaft aller Zeiten. Ein individuell überlegenes Team zerfiel im Laufe der zweiten Halbzeit Stück für Stück. Die Niederlage gegen den Basketballzwerg bedeutete gleichzeitig das bittere Ausscheiden aus einem Turnier, von dem man sich so viel erhofft hatte.

International besser lief es für ein deutsches Vereinsteam, nämlich für Alba Berlin. Das Team von Coach Aíto schaltete im Eurocup einige Mitfavoriten aus und schaffte es bis ins Finale. In der folgenden Best-of-three-Serie gegen Valencia konnte allerdings nur das Heimspiel gewonnen werden, bei den beiden Auswärtsspielen waren die Berliner chancenlos. Trotzdem: Der Einzug ins Finale des Eurocup war der wohl größte Erfolg eines deutschen Klubs auf internationaler Ebene seit dem Gewinn des Korac-Cups durch Berlin im Jahr 1995.

Auch in der BBL ereignete sich Erinnerungswürdiges. Besonders im Gedächtnis bleiben wird die dramatische Playoff-Viertelfinalserie zwischen Rasta Vechta und Brose Bamberg. Klar: Vechta hatte eine grandiose Hauptrunde gespielt und war sogar mit Heimrecht in die Serie gegangen. Trotzdem stand dem Aufsteiger mit Bamberg der erfolgreichste BBL-Klub des Jahrzehnts gegenüber, und die Niedersachsen hatten mit schweren Verletzungsproblemen zu kämpfen. Es entwickelte sich eine packende Serie, in der sich Vechta schlussendlich mit basketballerischer Finesse und unbändiger Leidenschaft in vier Spielen durchsetzen konnte.

Die Ludwigsburger Basketballfans werden sich vor allem an das zweite Halbjahr des ablaufenden Jahres erinnern. Nach zwölf BBL-Partien stehen zum Jahreswechsel zehn Siege und Platz 2 zu Buche (bitte diesen Satz nach dem Bamberg-Spiel noch anpassen), in der heimischen Arena ist man in der Liga noch ungeschlagen. Die Fans der Riesen können sich auf das kommende Jahr freuen, das für sie sicherlich einige besondere Momente bereithalten wird. Auf in ein spannendes Basketballjahr 2020!