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Basketball

Wobos Duell mit Ex-Club abgesagt

Spielabsage in der Basketball-Bundesliga: Wegen eines positiven Coronabefundes musste sich der kommende Gegner der MHP-Riesen Ludwigsburg, die Fraport Skyliners, in Quarantäne begeben. Das für morgen geplante Riesen-Spiel gegen die Frankfurter wurde von der BBL abgesetzt, wie die Liga gestern Abend mitteilte. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Jonas Wohlfarth-Bottermann muss auf das Duell mit seinem früheren Verein Fraport Skyliners noch ein bisschen warten.Foto: Baumann
Jonas Wohlfarth-Bottermann muss auf das Duell mit seinem früheren Verein Fraport Skyliners noch ein bisschen warten. Foto: Baumann

Ludwigsburg. Klar, auf das Wiedersehen mit ein paar alten Bekannten hätte sich Jonas Wohlfarth-Bottermann sicherlich gefreut. Allzu schwer wird den Center der MHP-Riesen Ludwigsburg die Absage der eigentlich für morgen (15 Uhr) angesetzten Partie in der Basketball-Bundesliga gegen „Wobos“ Ex-Club Fraport Skyliners Frankfurt aber nicht getroffen haben. Coronabedingt mussten sich die Hessen in Teamquarantäne begeben, wie die BBL gestern Abend mitteilte. Dass sich „Wobos“ Frust in Grenzen halten könnte, hat gleich mehrere Gründe. „Spiele wie gegen Frankfurt und Bonn sind auswärts etwas Besonderes, von den Teams her ist der Kader aber meistens nach einer oder zwei Saisons komplett anders“, kennt der 31 Jahre alte Co-Kapitän der Ludwigsburger die Mechanismen des Geschäfts bereits zu gut, um allzu große Sentimentalität walten zu lassen.

Hinzu kommen kleine Wehwehchen, mit denen sich der gebürtige Bonner herumplagt. Die Achillessehnen des Riesen – ein Titel, dem er aufgrund seiner Körpergröße von 2,08 Meter gleich doppelt gerecht wird – sind seit einigen Wochen gereizt. „Eine Überlastungserscheinung. Das ist etwas schmerzhaft. Aber ich beiße mich die nächsten zwei Spiele ein bisschen durch“, sagt Wohlfarth-Bottermann, noch bevor bekannt wird, dass die nächste Partie seines Teams nicht gegen Frankfurt, sondern am Dienstag (20.30 Uhr) bei den Löwen Braunschweig stattfinden wird. Dabei wurde „Wobo“ von seinem Trainer John Patrick bereits in den vergangenen Wochen immer wieder geschont, stand bei keinem der letzten beiden Siege seiner Riesen gegen den Mitteldeutschen BC (93:74) und in Göttingen (90:81) länger als zehn Minuten auf dem Parkett.

Kurz zuvor hatte Wohlfarth-Bottermann die Marke von 300 Spielen in der Basketball-Bundesliga erreicht. Da stellt sich nun konsequenterweise die Frage nach dem nächsten Ziel, das der Center der MHP-Riesen Ludwigsburg anpeilt – womöglich sogar die deutsche Meisterschaft? Auf Zahlen gebe er eigentlich nicht viel, „aber diese Eins bei der Meisterschaft wäre schön“, sagt „Wobo“, darauf angesprochen. „Ob das noch klappt, muss man sehen.“

Der 31-Jährige wurde in seiner Karriere bereits mit den Baskets Bonn, Alba Berlin und zuletzt den MHP-Riesen Vizemeister in der BBL. „Wir haben sicherlich eine realistische Chance, Meister zu werden“, sagt er nun über die Aussichten des Ludwigsburger Spitzenreiters, wenngleich er Alba Berlin und Bayern München als Titel-Favoriten sieht. „In normalen Play-off-Serien wird es extrem schwierig“, gegen die beiden Euroleague-Teams zu bestehen.

Beim Finalturnier in München 2020 wurde coronabedingt der Modus auf Hin- und Rückspiele abgeändert. Dort schmissen die Riesen auf ihrem Weg ins Finale den Gastgeber München aus dem Turnier, scheiterten im Endspiel aber an Alba. „Wobo“ sammelte in der bayerischen Landeshauptstadt nicht nur seinen nächsten Vizetitel, sondern stieg auch in der Hierarchie der Riesen auf. Seitdem ist der Routinier Co-Kapitän der Ludwigsburger, mittlerweile an der Seite von Jaleen Smith. „Wir sind beide Spieler, die durch die Art, wie wir spielen, sprechen, anstatt groß zu reden“, sagt „Wobo“ über das introvertierte Führungsduo.

Zu Diskussionen am Spielfeldrand kommt es dennoch des Öfteren mit seinem Coach Patrick. „Es ist nie leicht, für erfolgreiche Trainer zu spielen“, sagt Wohlfarth-Bottermann über Patrick. Ein Satz, der sicherlich als Lob und keineswegs als Kritik zu verstehen ist: „Ich komme mit ihm offensichtlich gut klar. Sonst wäre ich nicht hier und würde nicht gut spielen.“ Wie lange er das noch tun wird, ist dagegen nicht sicher. Während Patricks Vertrag jüngst bis 2023 verlängert wurde, läuft Wohlfarth-Bottermanns am Saisonende aus.

Zwar habe er im Lockdown die Natur im Schwabenland schätzen gelernt, ob er Ludwigsburg allerdings erhalten bleibt, stehe noch nicht fest. „Es kommt, wie es kommt“, sagt „Wobo“, der parallel zum Leben als Basketball-Profi ein Studium in BWL und Sportmarketing absolviert. Auch das Ausland sei eine Option: „Ich bin wie immer offen für alles“, kündigt er an.

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