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Deutsche Eishockey-Liga

Bietigheim Steelers gelingt neues Eishockey-Wunder

Nach 5:4 gegen Mannheim schlägt der DEL-Aufsteiger auch Meister und Tabellenführer Eisbären Berlin

Duell vor dem Eisbären-Tor: Steelers-Stürmer Daniel Weiß (vorne) gegen die Berliner Jonas Müller und Torhüter Tobias Ancicka.Foto: Eibner
Duell vor dem Eisbären-Tor: Steelers-Stürmer Daniel Weiß (vorne) gegen die Berliner Jonas Müller und Torhüter Tobias Ancicka. Foto: Eibner

Berlin/Bietigheim-Bissingen. Wer in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) die große Show serviert bekommen möchte, kommt an Aufsteiger Bietigheim Steelers derzeit nicht vorbei. Nach dem Sensationscoup am vergangenen Donnerstag mit dem 5:4 gegen Mannheim machte das Team von Trainer Daniel Naud auch in der Hauptstadt fette Beute. Beim deutschen Meister und DEL-Spitzenreiter Eisbären Berlin feierte der Außenseiter einen kaum für möglich gehaltenen 5:4-Erfolg nach Penaltyschießen.

Vor 2000 Zuschauern in der Berliner Mercedes-Benz-Arena verdienten sich die engagiert und konzentriert auftretenden Gäste die 1:0-Führung nach dem ersten Drittel. C.J. Stretch begann in der 10. Minute sein unwiderstehliches Solo aus der neutralen Zone, umkurvte die Berliner Abwehrspieler und schob den Puck auch noch an Keeper Tobias Ancicka vorbei ins Tor.

Nach 20 Minuten war allerdings auch das Comeback von Steelers-Torhüter Sami Aittokallio schon wieder beendet, der angeschlagen für Cody Brenner Platz machte. Im zweiten Drittel ließen die Steelers gute Chancen ungenutzt und wurden bestraft: 1:1 durch Mark Zengele (9.), 2:1 durch Leo Pföderl (34.) und 3:1 erneut durch Zengerle (35.).

Bietigheim zeigte sich einmal mehr unbeeindruckt und drehte das Match jeweils im Powerplay durch Constantin Braun (46.) und zweimal Riley Sheen (52. und 56.). Pföderl glich zwar in der 57. Minute zum 4:4 aus, doch nach torloser Verlängerung glänzten die Gäste im Penaltyschießen, in dem Stretch und Sheen mit ihren Toren für unbändigen Jubel sorgten.

Am Donnerstagabend hielt es Volker Schoch nicht mehr auf den Sitzen in der Ege Trans-Arena. Nach der Schlusssirene und dem phänomenalen 5:4-Sieg der Steelers gegen den achtmaligen deutschen Meister und Titelanwärter Adler Mannheim sprang der Geschäftsführer auf, riss die Arme hoch und war in dem Moment größter Fan seiner Mannschaft.

Verständlich, denn der DEL-Aufsteiger hatte ein derart furioses Comeback hingelegt, wie es wohl niemand nach 35 Minuten mehr erwartet hätte. Die Adler, personell mit einigen Sorgen angereist, hatten im zweiten Drittel aufgedreht und eine 4:1-Führung herausgeschossen. Es schien mehr als eine Vorentscheidung zu sein, doch die Steelers zeigten im dritten Drittel das, was sie eigentlich immer aufs Eis bringen – ein großes Kämpferherz.

„Kaum zu glauben, wie die Jungs aus der Kabine rausgekommen sind. Das war das beste letzte Drittel in diesem Jahr. Hut ab“, zeigte sich auch Bietigheims Chefcoach Daniel Naud beeindruckt. Innerhalb von nur 12 Minuten drehten die wie im Rausch spielenden Gastgeber das Match nach Toren von C.J. Stretch, Brendan Ranford, Riley Sheen und Jalen Smereck. Der Verteidiger, der erst während der Saison verpflichtet worden war und mit fast 23 Minuten Eiszeit pro Spiel einer der Dauerbrenner bei den Steelers ist, markierte nicht nur den Siegtreffer drei Minuten vor Schluss, er hatte zuvor auch für den 1:1-Ausgleich gesorgt.

„Ich freue mich enorm über den Sieg, weil die Spieler so viel investieren. Wir haben eine gute Mentalität entwickelt“, lobte Naud und es klang wie eine Kampfansage an die kommenden Gegner.

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