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Deutsche Eishockey-Liga 2

Boisvert fordert mehr Stolz von Spielern

Der erfolgsverwöhnte Eishockey-Zweitligist SC Bietigheim-Bissingen durchschreitet derzeit eine Talsohle. Die Leistungskurve der Steelers innerhalb eines Spiels unterliegt zu häufig extremen Schwankungen. Das lässt auch die Verantwortlichen rätseln.

Noch nicht einsatzbereit: Steelers-Stürmer Freddy Cabana.Foto: Baumann
Noch nicht einsatzbereit: Steelers-Stürmer Freddy Cabana. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die 4:5-Niederlage nach Verlängerung am vergangenen Sonntag gegen Liga-Schlusslicht Deggendorf kann als Paradebeispiel herhalten. Nach einem kopflosen ersten Drittel mit zahlreichen Aussetzern in der Defensive lag der Meister mit 0:3 hinten und schien unterzugehen. „Uns fehlt das Selbstvertrauen, wir müssen mit mehr Stolz spielen, gerade daheim“, merkte Steelers-Coach Hugo Boisvert an.

„Wir können es doch und haben es in dieser Saison auch bewiesen“, wunderte sich auch Geschäftsführer Volker Schoch über den zunächst desolaten Auftritt. Dass Bietigheim immer noch als Team funktioniert, war spätestens im dritten Drittel zu beobachten, als sich Kapitän Nicolai Goc und Co. am Riemen rissen und dank einer furiosen Schlussphase noch die Verlängerung erzwangen. Schoch: „Solche Rückstände aufzuholen kostet natürlich viel Kraft.“

Boisvert lobte die Intensität in den letzten 20 Minuten: „Wir waren in einem Loch und haben dann viel Charakter gezeigt. Das hat mich sehr gefreut.“

Bereits am vergangenen Freitag wachten die Steelers in Bayreuth erst nach einem 1:4-Rückstand auf, doch dort reichte es nur noch zu einer 3:4-Niederlage. Boisvert war entsprechend ungehalten. „Das war einfach nicht gut genug. Wir können nicht Durchschnitt spielen und hoffen, Punkte zu holen“, schimpfte der Coach.

Am Sonntag gegen Kaufbeuren

Das Leistungsvermögen über 60 Minuten abrufen müssen die Schwaben am Sonntag im Heimspiel um 17 Uhr, sonst dürfte es gegen den ESV Kaufbeuren ein böses Erwachen geben. Denn der Traditionsclub aus dem Allgäu spielt bislang eine bärenstarke Saison und hat als Tabellendritter bereits elf Punkte mehr auf dem Konto als der Fünfte Bietigheim. Im Spitzenspiel am Sonntag in Frankfurt verspielte Kaufbeuren allerdings eine 2:0-Führung und unterlag mit 2:3 nach Verlängerung.

Am heutigen Freitag sind die Steelers jedoch zunächst bei den Eispiraten in Crimmitschau gefordert. Die Westsachsen kämpfen als Tabellenachter um einen Play-off-Platz und waren zuletzt in Heilbronn an einem verrückten Match beteiligt. Crimmitschau glich einen 0:4-Rückstand nach nur zehn Minuten bis zur 30. Minute aus, kassierte dann aber noch drei weitere Gegentore zur 4:7-Niederlage.

Cabana geht es besser

Verzichten müssen die Steelers vorerst auf Freddy Cabana. Der Stürmer wurde im Spiel gegen Deggendorf nach einem unglücklichen Zusammenprall mit Gegenspieler Josh Brittain ins Krankenhaus gebracht. Sichtbare Verletzungen wurden nicht festgestellt, aber Cabana wird weiter beobachtet, teilten die Steelers auf ihrer Internet-Homepage mit. „Er steht zwar noch nicht wieder auf dem Eis, aber es geht ihm besser“, wusste Boisvert gestern zu berichten.

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