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Deutsche Eishockey-Liga 2

Boisverts Zeit bei Steelers abgelaufen

Schwankende Leistungen, unin- spirierte Auftritte: Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers hat gestern auf die unbefriedigende Situation reagiert und sich von Trainer Hugo Boisvert getrennt.

Interimstrainer: Marc St. Jean übernimmt vorerst das Kommando. Foto: Baumann
Interimstrainer: Marc St. Jean übernimmt vorerst das Kommando. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. „Eine nicht erkennbare Weiterentwicklung des Teams haben uns veranlasst, Hugo Boisvert mit sofortiger Wirkung freizustellen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Steelers. „Das Team fordert und braucht neue Impulse.“

Die Schwaben setzen vorerst auf Co-Trainer Marc St. Jean, der als Interimscoach für neuen Schwung sorgen soll. Bis ein neuer Assistent gefunden ist, wird zunächst der verletzte Kapitän Nikolai Goc St. Jean auf der Bank unterstützen.

An einer Nachfolge für Boisvert, der im Mai vergangenen Jahres das schwere Erbe von Erfolgstrainer Kevin Gaudet antrat, wird im Ellental gearbeitet. Spätestens zur neuen Saison, in der ein Aufstieg in die DEL wieder möglich sein wird, will man in Bietigheim einen neuen Trainer präsentieren. „Wir lassen uns da Zeit und wollen in der nächsten Saison professionell aufgestellt sein“, sagte Geschäftsführer Volker Schoch gestern.

Der Steelers-Express vergangener Jahre nimmt in dieser Saison nur selten Fahrt auf. „Die Mannschaft ist körperlich fit, aber mental nicht auf der Höhe“, stellte Schoch fest. „Hugo Boisvert, den ich sehr schätze, hat die Spieler zuletzt nicht mehr richtig erreicht.“

Beim Blick auf die DEL-2-Tabelle sucht man in dieser Runde im oberen Drittel vergeblich nach den Steelers. Die Mannschaft rangiert nach 19 Hauptrundenspielen nur auf Platz 7 – das würde nicht für die direkte Play-off-Qualifikation reichen. Konnten sich die Schwaben bislang zumindest noch auf ihre Heimstärke verlassen, so wurde man am vergangenen Sonntag in der Ege Trans-Arena vom EHC Freiburg entzaubert.

Beim enttäuschenden 0:3 überzeugte allein Torhüter Stephon Williams, der folgerichtig zum besten Steelers-Spieler des Abends gewählt wurde. Der 26 Jahre alte US-Amerikaner, der im Ellental eine Kontingentstelle besetzt, erwies sich bislang als Volltreffer. Alles ausbügeln, was vor ihm falsch läuft, kann er allerdings auch nicht.

Oft fehlt die führende Hand

„Uns hat die Energie gefehlt, wir haben zu wenig Zweikämpfe gewonnen“, klagte Bosivert nach dem Freiburg-Spiel nicht zum ersten Mal. Die Ausfälle von Führungsspielern wie derzeit Nikolai Goc, Tim Schüle oder Freddy Cabana fallen zweifellos ins Gewicht, denn dem durchaus mit Talent ausgestatteten Team fehlt bei Rückständen oft die führende Hand. „Wir haben alles alleine probiert und nicht zusammen gespielt“, stellte Boisvert am Sonntag treffend fest.

Im Powerplay, eine Domäne der Steelers in den vergangenen Jahren, liegen die Schwaben mit mageren 15,9 Prozent Erfolgsquote nur auf dem drittletzten Platz in der Ligawertung. Die Quote im Unterzahlspiel liest sich gut (85,2 Prozent), gegen Freiburg nahm jedoch das Unheil seinen Lauf, als Benjamin Hüfner auf der Strafbank saß und Luke Pither den EHC in Führung schoss.

„Wir müssen einen Weg finden, die Leistung zu bringen“, forderte Boisvert, für den das Kapitel in Bietigheim gestern abrupt endete. Heute (19.30 Uhr) bei den Dresdner Eislöwen und am Sonntag gegen die Lausitzer Füchse (17 Uhr, Ege Trans-Arena) ist Marc St. Jean der Bandenchef.

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