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Bietigheim Steelers

Einer aus 25 oder doch St. Jean?

Bei den Bietigheim Steelers sind bisher 25 Bewerbungen auf den Trainerposten eingegangen, berichtet Geschäftsführer Volker Schoch vor den Duellen mit Landshut (heute 20 Uhr/Ege Trans-Arena) und am Sonntag gegen Freiburg. Doch wäre auch Interimscoach Marc St. Jean eine Dauerlösung?

Ein Mann für die Zukunft? Bietigheims Interimstrainer Marc St. Jean.Foto: Baumann
Ein Mann für die Zukunft? Bietigheims Interimstrainer Marc St. Jean. Foto: Baumann

Bietigheim. Bietigheim-Steelers. Volker Schoch ist seit fünf Jahren Geschäftsführer der Bietigheim Steelers. Dabei dürften die vergangenen Wochen die schwierigsten seiner Amtszeit gewesen sein. Das Team schwächelte unter Trainer Hugo Boisvert, das Erreichen der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga 2 schien akut in Gefahr.

Doch die eingeleiteten Maßnahmen zeigen Wirkung. Vier Wochen nach Boisverts Entlassung hat Nachfolger Marc St. Jean die Mannschaft stabilisiert. Zudem erwies sich Nachverpflichtung Guillaume Leclerc mit vier Toren und fünf Vorlagen in den ersten drei Spielen als Glücksgriff. „Unser Ziel ist es nach wie vor, mit Heimrecht in die Play-offs zu gehen. Wenn die Spiele über die Feiertage und Anfang Januar vorbei sind, kann man eine Bestandsaufnahme machen“, sagt Schoch vor den Partien heute Abend gegen den EV Landshut (20 Uhr/Ege Trans-Arena) und am Sonntag um 18.30 Uhr in Freiburg.

Die langfristige Zukunft von St. Jean und Leclerc ist allerdings offen. Der französische Angreifer hat zunächst nur einen Vier-Spiele-Probevertrag unterzeichnet, der heute Abend ausläuft. Doch Schoch hatte bereits im Gespräch mit unserer Zeitung angedeutet, dass er von einer Weiterverpflichtung ausgeht. „Da müsste viel passieren, dass wir das nicht hinbekommen“, sagte er am Mittwoch.

Völlig offen ist dagegen die Zukunft von St. Jean. Der 41-jährige Kanadier kam 2013 als Assistenztrainer und sportlicher Leiter ins Ellental und hatte die Mannschaft vor vier Wochen interimsweise übernommen. Nach zunächst drei Niederlagen steht das Team mittlerweile gut da. In den vergangenen sieben Partien gab es nur einmal keine Punkte, von Rang neun ging es hoch auf Platz sechs. Ist St. Jean also ein Mann für die Zukunft? „Dazu sage ich jetzt gar nichts“, kommentiert Schoch. Er wolle nicht, dass in irgendeine Richtung spekuliert werde. „Wir sind noch komplett offen, weil das eine wichtige Entscheidung ist, für die Saison, in der vielleicht aufgestiegen werden kann.“

Begehrter Arbeitsplatz im Ellental

Die nötige Qualifikation, um eine DEL- oder eine DEL 2-Mannschaft trainieren zu dürfen, besitzt St. Jean jedenfalls. Aber es gibt auch Alternativen. 25 Bewerbungen gingen schriftlich und telefonisch bei den Bietigheimern bisher ein, berichtet Schoch, der sich Zeit lassen will. „Man ließt sich die Bewerbungen durch und schaut sich den Markt an. Es haben auch Trainer angerufen, die noch laufende Verträge haben.“

Dabei zielt der Steelers-Chef nicht unbedingt auf einen jungen Coach, wie zuvor bei Boisvert. „Er muss die Liga kennen. Er muss mit den Erwartungen und dem Druck in Bietigheim klarkommen. Er darf auch schon Titel gewonnen haben und Erfahrung haben. Er muss mit jungen und deutschen Spielern arbeiten wollen.“ Auch wirtschaftlich müsse es passen. Einen festen Kreis an möglichen Kandidaten gebe es bisher noch nicht. St. Jean ist in die Trainersuche nicht eingebunden: „Er ist jetzt Trainer und von allen anderen Aufgaben entbunden um den maximal möglichen Erfolg zu holen.“

Maximal möglicher Erfolg, das heißt für Schoch vor allem mehr Konstanz: „Die müssen nicht das Eishockeyspielen lernen. 60 Minuten Vollgas geben, darum geht es.“ Verzichten müssen die Steelers dabei weiter auf Max Prommersberger, Dennis Swinnen und Lukas Laub.

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