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Deutsche Eishockey Liga

Favoritenschreck aus dem Ellental

Die Bietigheim Steelers entpuppen sich als Favoritenschreck der Liga. Der DEL-Neuling feierte am Mittwochabend den fünften Sieg in Folge. Vom Traditionsverein Kölner Haie ließ sich der Aufsteiger aus dem Ellental nicht beeindrucken und gewann mit 4:3 (1:1, 1:1, 2:1).

Kein Durchkommen: Kölns Julian Chrobot (Mitte) scheitert an Jalen Smereck und Steelers-Goalie Sami Aittokallio (rechts). Foto: Baumann
Kein Durchkommen: Kölns Julian Chrobot (Mitte) scheitert an Jalen Smereck und Steelers-Goalie Sami Aittokallio (rechts). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Nürnberg, Düsseldorf, Mannheim, Berlin und jetzt Köln – die Bietigheim Steelers feiern mit dem 4;3-Erfolg gegen die keinesfalls zahnlosen Haie aus der deutschen Eishockey-Metropole ihren fünften Sieg in Folge. Der Underdog aus dem Ellental entpuppt sich damit endgültig als Favoritenschreck der Liga und macht mit dem verdienten Sieg zugleich einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib.

„Wir müssen uns bei Sami bedanken, ohne ihn hätten wir die Punkte heute nicht geholt“, atmete Steelers-Coach Daniel Naud nach dem neuerlichen Husarenritt auf. Der Finne im Tor der Hausherren zeigte vor leeren Rängen in der Ege Trans-Arena erneut eine bärenstarke Leistung. Aittokallio hielt nach mehr als 50 Schüssen auf seinen Kasten den bis zum Ende wackeligen, aber hochverdienten Erfolg fest. Auch Haie-Coach zollte der Defensivleistung der Gastgeber Respekt: „Bei uns überwiegt heute eindeutig das Positive“, bilanzierte der einstige Bundestrainer, „aber wir haben dreimal mehr Schüsse abgegeben, und das waren nicht irgendwelche Schüsse von der Roten Linie. Wir konnten den Puck nur leider nicht im Tor unterbringen.“

Dabei standen die Vorzeichen gegen den achtmaligen deutschen Meister, der mit seinem Offensiv-Spektakel einen Saison-Schussrekord aufstellte, für die Steelers gar nicht günstig: C.J. Stretch, zuletzt genialer Passgeber auf seinen Sturmpartner Riley Sheen, musste wegen grippaler Symptome kurzfristig passen. Naud war gezwungen, seine Reihen auszutauschen: Für den US-Amerikaner rückte Daniel Weiß in die Reihe mit Sheen und Evan Jasper. Und trotz Trainingsrückstands machte der gebürtige Schwarzwälder seine Sache glänzend: Eine Vorlage und ein Treffer (zum 3:2) gingen am Ende auf das Konto des 31-jährigen ehemaligen Schwenningers.

Der Spielverlauf verhielt sich zunächst so unaufgeregt wie die wenigen Anwesenden des Geisterspiels auf der leeren Kulisse. In Überzahl markierte Matt McKnight nach Zuspiel von Jalen Smereck das 1:0 (7. Minute). Doch umgehend glich Kölns Topscorer Andreas Thuresson aus. Vor allem in Unterzahl zeigten die Steelers diesmal ihre Qualitäten: Zweimal (bei Strafen gegen Weiß und Smereck) überstanden sie den Druck der Haie im ersten Drittel.

Köln legte danach einen Zahn zu, aus dem Getümmel heraus besorgte Jan-Luca Sennhenn das 1:2 (24.). doch Smereck mit einem kuriosen Lupfer, bei dem Haie-Goalie Tomas Pöpperle die Sicht versperrt war, glich zum 2:2 (32.) aus. Auch das dritte Powerplay (Stockschlag-Strafe gegen Maximilian Renner) überstanden die Hausherren, ehe es ins dramatische Schlussdrittel ging.

Steelers im Powerplay erfolgreich

Erneut in Überzahl gelang Weiß nach schöner Kombination über Sheen und Brandon Ranford das 3:2 (45.). Sheen erhöhte in der 51. Minute nach Pass von Weiß gar auf 4:2, doch die Entscheidung war noch nicht gefallen. Jetzt drehten die Haie richtig auf. Krupp nahm phasenweise seinen Torwart vom Eis, die Domstädter bearbeiteten den Kasten von Aittokallio wie entfesselt und verkürzten in der Schlussminute auf 3:4 durch Maximilian Kammerer. Bietigheim aber blieb bis zum Ende „seriös und kompakt“, wie Torschütze Weiß bei Magentasport einräumte.

Mit dem Sieg verbesserte sich Bietigheim auf Platz zwölf. Der Heimsieg war wichtiger, da auch Schlusslicht Schwenninger Wild Wings gegen die Düsseldorfer EG mit 3:1 gewann. Am Freitag dürfen sich die Steelers ausruhen. Am Sonntag (17 Uhr) geht es auswärts gegen das nächste DEL-Gründungsmitglied. die Krefeld Pinguins, die sich nun auf Platz 13 hinter den Steelers einordnen. Der nächste Favoritensturz?

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