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Deutsche Eishockey-liga 2

Hauners Hattrick dreht die Partie

Drei Treffer des überragenden Angreifers Norman Hauner lassen die Bietigheim Steelers am Ende einer umkämpften Eishockey-Partie jubeln. Gegen den ESV Kaufbeuren gewinnen die Steelers trotz 1:3-Rückstands mit 6:4.

Steelers-Angreifer Riley Sheen (rechts) umkurvt ESV-Keeper Maximilian Meier und netzt zum 1:0 ein. Foto: Baumann
Steelers-Angreifer Riley Sheen (rechts) umkurvt ESV-Keeper Maximilian Meier und netzt zum 1:0 ein. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. In zuschauerlosen Zeiten sind es womöglich auch von Fans in der leeren Enztalkurve angebrachte Banner, die die Spieler der Bietigheim Steelers anstelle von lauten Fangesängen in der heimischen EgeTrans-Arena anstacheln können. „Steelers geben niemals auf“, war gestern Abend auf einem Banner hinter der Plexiglasscheibe zu lesen. Dieser Aussage folgend, drehte der Eishockey-Zweitligist gegen den ESV Kaufbeuren einen 1:3-Rückstand und gewann am Ende dank eines Hattricks von Norman Hauner mit 6:4.

Die Steelers waren zu Beginn das deutlich couragiertere Team. Riley Sheen ließ das Netz erstmals Zappeln: Nach einem Fehlpass der Gäste im Kaufbeurer Drittel fing der Kanadier die Scheibe ab, umkurvte Keeper Maximilian Meier und legte den Puck überlegt ins Tor (3. Minute).

Doch die Euphorie war schnell verflogen. Das gesamte restliche Drittel verlief beinahe ereignislos – mit zwei Ausnahmen: Nur drei Minuten nach dem Führungstreffer schloss Branden Gracel einen ESV-Konter trocken zum 1:1 ab. Noch kaltschnäuziger war drei Minuten vor Drittelende sein Teamkollege und Ex-Steeler Max Lukes. Der 25-Jährige, der von 2016 bis 2019 insgesamt 174 DEL2-Spiele für Bietigheim absolvierte, schaltete nach einem Bully am schnellsten und schweißte den Puck zum 2:1 in den Torwinkel (17.). Das Mitteldrittel begann mit dem nächsten Rückschlag. Ein Pass von hinter dem Steelers-Tor landete glücklich bei Tyler Spurgeon, der zum 3:1 vollendete. Beirren ließen sich die Bietigheimer davon aber keineswegs. Stattdessen wirkten sie entschlossener als in den vorherigen 20 Minuten. Alexander Preibisch scheiterte mit einer Direktabnahme an der Unterkante der Latte (24.). Bietigheim drängte vehement auf den Anschluss, der Tim Schüle gelang. Sein abgefälschter Schuss landete zum 2:3 im Tor (32.). Noch in der selben Spielminute scheiterte zunächst Preibisch nach technisch fein kontrollierter Scheibe in einem Konter an Keeper Meier, ehe erneut Schüle mit einer Direktabnahme von der Blauen Linie den Außenpfosten traf. Erst als mehr Platz auf dem Eis war, brachten die Gastgeber das Spielgerät im Tor unter: Bei einem 4 gegen 4 schlenzte Hauner den Puck zum 3:3 ins lange Eck (37.).

Späte Tore lassen die Steelers jubeln

So ernüchternd das zweite Drittel begonnen hatte, so stark starteten die Steelers in den Schlussabschnitt. C.J. Stretch setzte sich hinter dem ESV-Tor durch und fand Hauner, der nur noch den Schläger zum 4:3 in die Hereingabe halten musste (41.). Doch der ESV hatte eine Antwort parat. Nachdem Bietigheim das 5:3 verpasste, stocherte Markus Schweiger die Scheibe zum 4:4 (45.). Bietigheim drängte auf den Sieg, doch die größte Möglichkeit hatte der ESV bei John Lammers Pfostenschuss (53.). Hauner zielte dagegen genauer. In Überzahl versenkte er zum dritten Mal die Scheibe im Gäste-Tor und ließ die Steelers-Bank laut jubeln (56.). Ähnlich laut wurde es beim Entscheidungstreffer durch Sheen, der in der Schlussminute von der Mittellinie das leere ESV-Tor traf.

Selbst wenn das Banner der Steelers-Fans seine Wirkung zeigte – verdient hätte diese packende DEL2-Partie eine mit Zuschauern gefüllte EgeTrans-Arena.

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