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Eishockey

Im zweiten Anlauf nach Bietigheim

Juha Nokelainen trainiert in der kommenden Saison den Nachwuchs der Bietigheim Steelers. Der 44-jährige Eishockey-Trainer hat in seiner Karriere bereits zwei deutsche NHL-Größen trainiert und hat nun im Ellental einiges geplant.

Arbeiten nun doch zusammen: Juha Nokelainen (links) und Rupert Meister, der Sportliche Leiter der Bietigheimer. Foto: Bietigheim Steelers
Arbeiten nun doch zusammen: Juha Nokelainen (links) und Rupert Meister, der Sportliche Leiter der Bietigheimer. Foto: Bietigheim Steelers

Bietigheim-Bissingen. Voller Tatendrang verbringt Juha Nokelainen derzeit zuhause die Zeit. „Ich stehe in den Startlöchern bereit. Sie müssen mich nur loslassen und dann geht es ab“, kündigt der Trainer an, der ab dem 1. Mai vor allem für die U.13-Nachwuchsmannschaft des Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers an der Bande im Einsatz sein wird. „Wiederholungen und Videos von alten Spielen kann ich mir nicht mehr anschauen, da habe ich mir schon alles reingezogen, was zu finden war“, sagt der 44-jährige Finne über seine Beschäftigung während der aktuellen Coronakrise.

In den letzten zwei Jahren stand Nohelainen beim EV Füssen als Nachwuchstrainer unter Vertrag, davor sechs Jahre beim ESV Kaufbeuren, wo er zwischenzeitlich die Profimannschaft betreute. „Das war Abstiegskampf pur“, blickt er zurück. Zuvor hatte er auch beim EV Landshut aushilfsweise als Trainer bei den Profis an der Bande gestanden. Seine Zukunft sieht er aber dennoch eher im Nachwuchsbereich als bei den Herren. „Ich mache das jetzt, seit ich 19 bin. Es ist für mich belohnender, mit dem Nachwuchs zu arbeiten als mit der ersten Mannschaft“, sagt er. Man rede viel weniger von Geld, sondern davon, wie sich die jungen Spieler über eine längere Periode entwickeln würden. „Bei den Profis ist es so: Du bringst Erfolg, oder du kannst dein Zeug packen.“

Nokelainen von den Bedingungen in Bietigheim begeistert

Dass er nun in Bietigheim anheuert, hat sich über längere Zeit abgezeichnet. Schon vor zwei Jahren hatten die Steelers Kontakt zum Finnen aufgenommen, damals entschloss sich Nokelainen aber für Füssen. Dass Rupert Meister nun seit einem Jahr als Sportlicher Leiter der Steelers unter Vertrag steht, war ein Grund für Nokelainen, im zweiten Anlauf nach Bietigheim zu kommen. „Ich kenne ihn jetzt schon seit 20 Jahren, uns war klar, dass wir irgendwann etwas zusammen machen wollen“, sagt Nokelainen. Er freue sich ohnehin, an einen Ort zu kommen, an dem er schon ein paar Leute kennt. Zudem sei Bietigheim eine aufstrebende Organisation im Nachwuchsbereich. „Die Trainingsmöglichkeiten hier sind sehr gut, da wir sehr viele Eiszeiten haben.

Er selbst werde sich meist um die Teams unterhalb der U.15 kümmern, hauptsächlich die U.13, wie die Steelers kürzlich in einer Pressemitteilung bekanntgaben. Während Ex-Spieler Adam Borzecki nicht mehr für den Steelers-Nachwuchs arbeiten wird, übernimmt Rupert Meister die U.20. Um die Amateure und die U.15 werden sich Teemu Pirskanen und Jakob Vorstarek kümmern, die Frauen werden von Peter Kürten trainiert. Ales Burnik (U.17) und Rudy Tomas (U.9/U.11) übernehmen die weiteren Jugendmannschaften.

Zumindest die Referenzen, die Nokelainen mitbringt, sehen beachtlich aus. Ebenfalls in der U.15 hat er in Landshut die deutschen NHL-Stars Tobias Rieder von den Calgary Flames und Tom Kühnhackl von den New York Islanders trainiert. „Die hatte man um fünf Uhr morgens anrufen können und sagen, ‚es ist Training‘, und die wären da gewesen. Da hat es gebrannt“, sagt Nokelainen. Gewissermaßen tickt der Finne ähnlich – wenn auch als Trainer. „Es kann alles so beschissen sein, wie es möchte, aber wenn ich mit den Jugendlichen auf dem Eis bin, ist es eine schöne Erfahrung“, sagt er. Umso mehr setzt ihm die aktuelle Situation zu. „Jetzt ist das natürlich blöd“, schmunzelt er. „Ich habe einen Haufen Pläne, bereite mich auf Bietigheim vor, aber jetzt hängt alles in der Luft.“

Nicht nur sportliche Ziele beider Arbeit mit dem Nachwuchs

Die Ziele, die er mit Bietigheim hat, sind indes auch klar. „Langfristig wollen wir genügend Spieler für die erste Mannschaft herausbringen. Ziele wie Meisterschaften interessieren ihn im Jugendbereich dagegen wenig. „Das sind Momentaufnahmen. Es geht um die Spielerentwicklung“, sagt Nokelainen und meint damit keineswegs nur den sportlichen Feinschliff von Nachwuchskräften: „Mir persönlich ist es fast wichtiger, wie sie sich als Mensch formen.“

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