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Steelers feiern ihre Willensleistung

Feiernde Steelers: Die Bietigheimer sind Meister der DEL 2.Foto: osnapix/PIX-Sportfotos
Feiernde Steelers: Die Bietigheimer sind Meister der DEL 2. Foto: osnapix/PIX-Sportfotos

Kassel. Schon in den Schlusssekunden brandete auf der Bank der Bietigheim Steelers Jubel auf. Mit dem Tröten der Sirene flogen Schläger und Helme durch die Luft. Alle Spieler fuhren auf Keeper Leon Doubrawa zu und fielen sich in die Arme. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, sang der frischgebackene Meister der Deutschen Eishockey-Liga2. Für die Bietigheimer war es der fünfte DEL2-Titel und sicher der beeindruckendste.

Mit 5:2 haben die Steelers das fünfte Spiel der Play-off-Finalserie gegen die Kassel Huskies gewonnen und sich so den sportlichen Aufstieg in die DEL gesichert – und damit auch Duelle gegen Teams wie die Eisbären Berlin, Adler Mannheim oder die Kölner Haie. Dabei hatten die Ellentäler in der Best-of-five-Serie schon mit 0:2 zurückgelegen. Am Dienstag wird Steelers Geschäftsführer Volker Schoch die Unterlagen für die Lizenz im Oberhaus einreichen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Lizenz erhalten und sind auch schon mit der DEL in Kontakt“, sagte Schoch unserer Zeitung.

Doch mögliche bürokratische Hürden interessierten nach dem Erfolg über Kassel zunächst niemanden. Stattdessen floss Bier und Zigarren wurden auf der zur Partyzone umfunktionierten Eisfläche gereicht. „Das ist unglaublich. Jetzt genießen wir erst einmal. Das haben Trainer und Spieler verdient“, sagte Steelers-Trainer Daniel Naud. Steelers-Urgestein Renè Schoofs war restlos glücklich: „Es kann nichts Schöneres geben.“

Doch hinter dem Sieg im fünften Spiel steckte harte Arbeit. Der SCB musste auch am Samstagnachmittag ohne die so wichtigen Riley Sheen, Nikolai Goc, Jimmy Hertel und Brett Breitkreutz antreten. Die Huskies wurden von über 70 Fans unterstützt, die vor der Halle mit Abstand und Maske lautstark ihr Team anfeuerten. Nach verhaltenem Beginn beider Teams kamen die Steelers in der siebten Minute erstmals gefährlich vor das Tor. Doch Alexander Preibisch scheiterte. Wenig später machte es C.J.Strech besser. Sein Pfostenschuss prallte an den Rücken von Huskies-Keeper Gerald Kuhn und von dort aus ins Tor zum 1:0 für die Steelers.

Nach dem späten Siegtreffer beim 5:4-Erfolg in Spiel 5 am Donnerstag wirkten die Bietigheimer lockerer, machten in der 15.Minute aber einen Wechselfehler. Weil zu viele Spieler auf dem Eis waren, gab es eine Strafe. Schon nach wenigen Sekunden in Überzahl traf Stephan Tramm zum Ausgleich. Zwei Minuten vor Ende des ersten Durchgangs lief Evan Jasper alleine auf das Gehäuse zu, ließ die Riesenchance aber liegen. Kuhn parierte.

Im zweiten Drittel passierte lange Zeit nicht viel. Aber gleich mit der ersten Torraumszene zappelte das Netz – und zwar durch ein Tor für Kassel. Vincent Saponari traf in der 27. Minute zum 2:1. Bietigheim kam nun ins Schwimmen. Mehrfach schafften es die Huskies nicht, ihre brandgefährlichen Angriffe zu vollenden. Entweder die Schüsse waren zu unplatziert oder der erst 19-jährige Leon Doubrawa im Steelers-Tor war zur Stelle. Die Gäste hätten dennoch beinahe mit einem Konter das 2:2 erzielt, aber Jasper bekam den Puck nicht im Tor unter (30. Spielminute). Dennoch konnten die Steelers froh sein, mit nur einem Tor Rückstand in den Schlussabschnitt zu gehen.

Auch im letzten Drittel gerieten die Steelers zunächst in die Defensive und mussten einige Male zittern. In der 46. Minute nutzten die Bietigheimer dann eine Überzahl. Norman Hauner kam etwa sechs Meter vor dem Tor freistehend an den Puck, fasste sich ein Herz und schloss ab. Sein platzierter Schuss landete im Torwinkel. Nur zwei Minuten später jubelten die Gäste erneut. Auf Zuspiel von Hauner und Stretch war Jasper erfolgreich und machte die erneute Führung für Bietigheim.

Nun kam bei Bietigheim das ganze Selbstbewusstsein der harten Saison hoch: Zweimal in Quarantäne, viele Verletzte, Viertelfinale und Halbfinale nach langem Ringen über fünf Spiele und dennoch hatten sie jetzt den Titel vor Augen.

Dem hatte Kassel nichts entgegen zusetzen, die Steelers spielten plötzlich wie aus einem Guss. In der 55. Minute machte erneut Hauner das 4:2. Tim Schüle setzte zwei Minuten vor Schluss den Schlusspunkt mit dem 5:2 ins leere Tor. „Wir haben einfach bis zum Ende daran geglaubt“, sagte Schoofs.

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