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Deutsche Eishockey-Liga

Steelers geht gegen Ice-Tigers am Ende die Luft aus

Die Bietigheim Steelers befanden sich auch im zweiten Spiel der Deutschen Eishockey-Liga lange auf Augenhöhe mit den Nürnberg Ice Tigers. Doch am Ende reichten bei der 0:3-Niederlage die Kräfte nicht mehr.

Machtlos bei Nürnbergs Toren: Steelers-Keeper Sami Aittokallio bot eine starke Vorstellung.Foto: Baumann
Machtlos bei Nürnbergs Toren: Steelers-Keeper Sami Aittokallio bot eine starke Vorstellung. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Nach dem fulminanten Saisonstart des Aufsteigers am Freitag auf eigenem Eis und dem 5:4-Triumph gegen den ERC Ingolstadt schien auch gestern in Nürnberg vor 3400 Zuschauern ein Coup lange Zeit möglich.

Vor einem gut besetzten Gäste-Fanblock war Bietigheim in den ersten Minuten allerdings noch nicht gut sortiert und kassierte in der 4. Minute ein Gegentor in Unterzahl. Als Trainersohn Guillaume Naud auf der Strafbank saß, fälschte Tyler Sheehy einen Schuss von Nicholas Welsh unhaltbar für Keeper Sami Aittokallio zur Nürnberger Führung ab.

Die Steelers schüttelten sich kurz, kamen immer besser ins Spiel und Daniel Weiß verpasste in der 14. Minute den Ausgleich nur knapp. Im zweiten Drittel scheiterte Weiß an der Latte und Riley Sheen am Pfosten, Benjamin Zientek hatte seine Möglichkeit in Unterzahl (38.). Strafzeiten kosteten die Gäste dann zu viel Kraft, so dass die Franken durch Ryan Stoa (52.) und Chris Brown (58.) spät alles klar machten.

Keine Anpassungsprobleme

Am Freitagabend hatten die Steelers für Erstaunen gesorgt – beim Gegner Ingolstadt und auch bei den Zuschauern in der Ege Trans-Arena. Denn zum Auftakt im Eishockey-Oberhaus waren beim Aufsteiger Anpassungsprobleme erwartet worden. Doch davon keine Spur, auch wenn 18 Spieler aus dem Kader zuletzt noch in der 2. Liga für Bietigheim gespielt hatten.

Doch Riley Sheen, Evan Jasper oder Rene Schoofs setzten eine Klasse höher sofort Akzente wie auch die erfahrenen Neuzugänge wie Torhüter Sami Aittokallio, Verteidiger Constantin Braun oder Stürmer Brendan Ranford, der mit seinem Siegtreffer zum 5:4 in Unterzahl Jubelstürme auf der Tribüne auslöste.

Ingolstadts zweifellos vorhandenen individuelle Stärken kamen nur selten zum Vorschein, weil die Steelers mit wichtigen Tugenden glänzten. Das Team wirkte gut aufeinander abgestimmt, sorgte für hohes Tempo im Umschaltspiel und machte im Defensivverhalten wenig Fehler.

„Wir haben in unserem System sehr diszipliniert gespielt. Unsere Entschlossenheit hat mich fasziniert und den Unterschied ausgemacht,“ lobte Trainer Daniel Naud den Mut und den unbedingten Willen zum Sieg. Naud: „Das hat mich schon stolz gemacht.“ Sein Ingolstädter Kollege Doug Shedden verteilte indirekt Komplimente an den Gegner: „Das war heute ein sehr emotionales Spiel und eine Frage der Mentalität.“

Bietigheims Kapitän Constantin Braun, dem mit dem 1:0 der erste DEL-Treffer in der Clubgeschichte der Steelers glückte, war nach dem Spiel vor dem Mikrofon von MagentaSport etwas ratlos: „Ich weiß gar nicht, wie lange ich schon kein DEL-Tor mehr geschossen habe,“ räumte der 33 Jahre alte Verteidiger, der schon für Krefeld und Berlin im Einsatz war, ein. Aber das war nach den unverhofften drei Punkten auch nicht so wichtig.

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