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Steelers haben sich jetzt einen Song verdient

Nach zwei Spieltagen in der Deutschen Eishockey-Liga lässt sich festhalten: Aufsteiger Bietigheim Steelers, kleinster Standort im Oberhaus und mit dem geringsten Etat ausgestattet, ist nicht in die Rolle des Prügelknaben geraten.

Benjamin Zientek.Foto: Baumann
Benjamin Zientek. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Im Gegenteil: Der 5:4-Sieg zum Auftakt am Freitag gegen höher gehandelte Ingolstädter und selbst die 0:3-Niederlage zwei Tage später in Nürnberg zeigten eindrucksvoll, dass den Schwaben die Umstellung von Liga zwei auf Liga eins auf Anhieb gelungen ist.

„Ich hoffe, das war ein Zeichen an die ganze Stadt, dass wir mithalten können“, merkte Verteidiger Tim Schüle an. Der gebürtige Bietigheimer, ein Powerplay-Spezialist, weiß seit seinen Stationen in Düsseldorf und Nürnberg, wie es in der DEL zugeht. „Das Spiel ist viel schneller und athletischer, aber wir wollen mitspielen und uns nicht verstecken“, betonte Bietigheims Nummer 40.

Das war auch bei den Ice Tigers aus Nürnberg zu beobachten, obwohl man dort „kalt erwischt“ wurde, wie Trainer Daniel Naud sagte. Nach vier Minuten geriet man in Unterzahl durch einen abgefälschten Schuss in Rückstand, bei dem auch der wieder glänzend disponierte Torhüter Sami Aittokallio machtlos war.

Doch danach, so Naud, zeigte sein Team „ein gutes Auswärtsspiel.“ Aber anders als gegen Ingolstadt ließ man zu viele Chancen liegen, scheiterte an Pfosten und Latte oder am Tigers-Keeper Niklas Treutle. Man befand sich lange Zeit auf Augenhöhe mit den Franken, die sich immer wieder Konterattacken der blitzschnellen Alexander Preibisch und Benjamin Zientek ausgesetzt sahen.

Erst im Schlussabschnitt ließ der Offensivdrang etwas nach. „Wir haben es uns selber schwer gemacht durch die Strafen, die wir gezogen haben. Das kostet Kraft und man lässt Körner“, befand Routinier Max Renner, der den Ice Tigers „etwas mehr Cleverness“ bescheinigte. Mit Toren in der 52. und 58. Minute machten die Gastgeber schließlich den Sack zu.

Nicht zum Zug kam in den beiden ersten DEL-Spielen Calvin Pokorny, der als Allrounder sowohl in der Abwehr als auch im Angriff einsetzbar ist. Der 23-Jährige zog daraus die Konsequenzen, trennte sich von den Steelers und schloss sich dem Zweitligisten Freiburger Wölfe an.

Naud hat in dieser Woche etwas mehr Zeit für die Vorbereitung auf das nächste Match, denn am Freitag sind die Steelers spielfrei, bevor man am Sonntag um 19 Uhr in der Ege Trans-Arena Vizemeister Grizzlys Wolfsburg empfängt, der nach der 1:2-Auftaktniederlage nach Verlängerung bei den Kölner Haien einen 6:3-Sieg gegen die Krefeld Pinguine feierte.

Dann will der Liga-Neuling aus Bietigheim wieder als verschworene Einheit auftreten und die Niedersachsen vor mehr Probleme stellen als beim Testspiel in der Saisonvorbereitung, das 0:3 verloren ging. „Wir machen auch Fehler, aber meine Spieler sind immer bereit, Fehler füreinander auszubügeln“, weist Naud auf eine besondere Tugend der Steelers hin.

Zudem erhält der Aufsteiger am Sonntag musikalische Unterstützung. Hartmut Engler, Frontmann der Bietigheimer Erfolgsband PUR, und seit Jahren ein großer Fan der Steelers, hat immer betont, dass es einen Song geben wird, wenn Bietigheim in der DEL spielt.

Die Steelers haben ihren Teil erfüllt und auch Hartmut Engler hat Wort gehalten, wie der Club auf seiner Homepage mitteilt. Der Song ist fertig und wird beim Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg vorgestellt.

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