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Steelers kurz vor dem Ziel

Bietigheimer Eishockey-Zweitligist hat den DEL-Aufstieg vor Augen

Fiebert mit: Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. Foto: Baumann
Fiebert mit: Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Wer hätte das für möglich gehalten? Im Sommer standen die Bietigheim Steelers mehrere Wochen ohne Lizenz da. Heute (17Uhr) kann sich der Eishockey-Zweitligist im fünften Spiel des Play-off-Finales bei den Kassel Huskies die Meisterschaft sichern und damit den Aufstieg in die DEL. „Wir haben jede Chance, die wir bekommen haben, genutzt. Die Mannschaft hat sich nicht aus der Ruhe bringen lassen und der Druck ist nicht auf unserer Seite, auch im fünften Spiel nicht“, sagte Steelers Geschäftsführer Volker Schoch gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der Best-of-five-Serie lagen die Bietigheimer schon mit 0:2 zurück, am Donnerstag-Abend glichen die Steelers durch einen 5:4-Heimerfolg aus. Den Siegtreffer in dem spektakulären Duell erzielte Tim Schüle 1,5Sekunden vor Ende der Partie. „Was Kassel und Bietigheim zeigen, ist beste Werbung für die DEL2“, betonte Schoch.

Zuvor hatten die Steelers nach dem vierten Platz in der Hauptrunde die Löwen Frankfurt und den EHC Freiburg jeweils mit 3:2 ausgeschaltet. Dass die Bietigheimer nach so einer hohen Spielbelastung und mehreren Verletzungssorgen den Serienausgleich schaffen, damit war nicht zu rechnen. „Es war für das Herz nicht das Beste. Diese Mannschaft überrascht mich immer wieder“, sagte Steelers-Trainer Danny Naud nach Spiel vier. „Es wird ein super fünftes Spiel.“

Schon seit Jahren träumen die Steelers von der DEL. Nun hat der Verein gleich in der ersten Saison seit Wiedereinführung des Aufstiegsrechtes die Chance auf das Oberhaus. „Ich persönlich habe immer gesagt, dass es der sportliche Aufstieg sein muss. Zum Glück sind wir dabei und das hat einen besonderen Wert“, sagte Schoch. „Bei einer Niederlage wären wir enttäuscht, aber am Ende war es für uns so oder so eine super Saison.“

Wehmut kommt bei Schoch allerdings auf, wenn er in die leere Halle blickt. „Es ist so bitter für uns alle – für Fans, Mannschaft und Organisation – dass wir diese Momente alleine erleben müssen“, sagt der Geschäftsführer. Vor dem letzten Heimspiel hatten einige Fans die Mannschaft mit Fahnen und Gesang empfangen. Wie Schoch betont, sei alles vorbildlich abgelaufen. „Hochachtung davor, alle hatten Masken auf und haben den Abstand eingehalten.“

Auch heute planen die Fans, das Team bei der Abfahrt des Busses um 10.15 Uhr zu verabschieden. Ein entsprechender Aufruf kursiert in den Sozialen Medien. „Wir freuen uns über alles, was die Fans für uns machen, aber die Leute müssen vorsichtig sein und die Regeln beachten. Die Polizei ist angehalten, Menschenansammlungen zu verhindern und da muss jeder Vernunft walten lassen, auch wenn es schwerfällt.“

Eine Meister- oder Saisonabschlussfeier mit dem Team wird es nicht geben. Weil viele Spieler nach dem Saisonende abreisen, bleibt die Mannschaft weiter in ihrer Blase, um keine Quarantäne zu riskieren, erklärte Schoch.

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