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Eishockey

Steelers lassen sich nicht bezwingen

Mit einer moralischen Spitzenleistung haben die Bietigheim Steelers gestern DEL 2-Spitzenreiter Löwen Frankfurt mit 4:3 nach Verlängerung geschlagen. Dreimal lag der Eishockey-Club aus dem Ellental zurück.

Viel Verkehr vor dem Tor der Frankfurter: Norman Hauners Schuss findet sein Ziel nicht.Foto: Baumann
Viel Verkehr vor dem Tor der Frankfurter: Norman Hauners Schuss findet sein Ziel nicht. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Nach dieser Kraftleistung wollten die Bietigheim Steelers den Sieg gegen die Löwen Frankfurt unbedingt. Als es in der Verlängerung zu einem Überzahlspiel kam, schickte Steelers-Coach Hugo Boisvert vier Stürmer aufs Eis und wurde belohnt: Matt McKnight zimmerte den Puck zum 4:3-Siegtreffer in die Maschen. Zuvor hatten die 3004 Zuschauer in der Ege Trans-Arena gestern ein ereignisreiches Eishockey-Zweitliga Spiel gesehen, in dem die Bietigheimer dreimal in Rückstand gerieten und dennoch nicht aufgaben.

„Die Jungs haben alles gegeben. Das war nicht einfach. Wir haben schon am Freitag in Weißwasser viel investiert und sind erst am Samstagmorgen um halb sechs heimgekommen“, sagte Boisvert nach der Partie. Am Freitag unterlagen die Bietigheimer mit 3:4 bei den Lausitzer Füchsen.

Bietigheim ging ohne den erneut verletzten Freddy Cabana ins Spiel, dafür mit Zugang Eric Stephan. Gleich zu Beginn musste Steelers-Torhüter Ilya Sharipov einen Schuss der Frankfurter parieren. Beide Teams agierten konzentriert und ließen wenig Chancen zu. Doch in der 13. Minute passten die Bietigheimer nicht auf. Mick Köhler spielte den Puck in den Rückraum, wo Mike Fischer unbewacht lauerte und einnetzte.

Aber die gut 250 mitgereisten Frankfurter jubelten nur kurz. Direkt nach dem Anspiel klaute sich Willie Corrin das Spielgerät von den Gästen und gab ab auf Matt McKnight. Der Topscorer der Bietigheimer umkurvte die Löwen-Abwehr und glich aus. In der Folge agierten beide Teams auf Augenhöhe. Auch im zweiten Drittel blieb es spannend. Alexander Preibisch verpasste vor dem Tor nur knapp McKnights Hereingabe. Richtig laut wurde es in der 19. Spielminute. An der Bande gerieten Bietigheims Shawn Weller und Frankfurts Maximilian Ferber aneinander. Aus dem Disput entwickelte sich schnell eine wüste Prügelei, wobei der Hesse auf dem Eis landete. Sechs Faustschläge zählten die Schiedsrichter hinterher. Beide Spieler mussten mit Disziplinarstrafe vom Feld.

Danach nahm auch das Spiel an Fahrt auf. Es wurde rasant. In der 33. Minute passte Bietigheim erneut nicht im Rückraum auf. Brett Breitkreuz nutzte das mit der erneuten Führung für die Frankfurter.

Aber die Bietigheimer ließen sich auch vom 2:1 nicht beeindrucken. Zwei Minuten später verwertete Dennis Swinnen in Überzahl ein Zuspiel von Bastian Steingroß direkt zum 2:2.

Die Steelers versuchten nun, den Druck aufrecht zu erhalten – patzten allerdings in der Abwehr. Der erfahrene Nicolai Goc vertändelte den Puck, Carter Proft bestrafte die Unkonzentriertheit mit dem 3:2. Zum dritten Mal war der Tabellenführer in Führung – zum dritten Mal nur für kurze Zeit. Benjemin Zientek spurtere bei einem ungenauen Zuspiel dazwischen und schloss perfekt mit einem strammen Schuss ins Tordreieck ab.

Im dritten Spielabschnitt spielten beide Mannschaften zunächst auf Sicherheit und erhöhten erst in den letzten acht Minuten das Risiko. Es kam zu Chancen auf beiden Seiten, aber es fielen keine Tore. Es ging in die Verlängerung.

Nach eineinhalb Minuten musste Frankfurts Breitkreuz wegen Haltens auf die Strafbank, Überzahl für die Steelers. Mit vier Stürmern belagerten die Bietigheimer eine Minute lang das Frankfurter Tor, dann zog McKnight aus der zweiten Reihe ab, Löwen-Keeper Ilya Andryukhov bleb ohne Chance (63.).

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