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Steelers mit dem Rücken zur Wand

Eishockey-Zweitligist Bietigheim Steelers steht in der Finalserie der DEL 2 vor dem Aus, die Kassel Huskies dagegen vor Meisterschaft und Aufstieg, Kassel gewann gestern in Bietigheim auch das zweite Play-off-Spiel mit 4:1 .

Mit harten Bandagen: C.J. Stretch (links) im Clinch mit Kassels Torhüter Gerald Kuhn.Foto: Baumann
Mit harten Bandagen: C.J. Stretch (links) im Clinch mit Kassels Torhüter Gerald Kuhn. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Damit können die Hessen morgen um 19.30 Uhr auf eigenem Eis bereits alles klar machen. Das Finale zwischen Kassel und Bietigheim hat verschiedene interessante Duelle zu bieten: Mit Tim Kehler und Daniel Naud haben zwei kanadische Trainer hinter der Bande das Sagen. Der erste Schlagabtausch am Freitagabend ging an Kehler. Der 49-Jährige, in der DEL 2 zum Trainer des Jahres gewählt und seit Dezember 2018 Chefcoach bei den Huskies, spielte als Profi in den 90er-Jahren unter anderem für den ESV Bayreuth. Naud, 59 Jahre alt, kam vor dieser Saison ins Ellental und stand als Verteidiger unter anderem bei den Augsburger Panthern in der Deutschen Eishockey-Liga unter Vertrag.

Ein Bruderduell auf dem Eis macht einen weiteren Reiz aus: Für Bietigheim stürmt der 32 Jahre alte Brett Breitkreuz in der dritten Reihe an der Seite von Norman Hauner und C.J. Stretch, doch gestern musste er verletzungsbedingt passen. Für Kassel ist sein drei Jahre jüngerer Bruder Clarke ebenfalls in der dritten Sturmreihe aktiv.

Und bei den Torhütern heißt es jung gegen alt: Steelers-Keeper Leon Doubrawa ist mit seinen 19 Jahren eine der Entdeckungen bei den Schwaben. Rückhalt des Hauptrundenprimus Kassel ist Gerald „Jerry“ Kuhn, der mit seinen 35 Jahren jede Menge Erfahrung aufweist und einer der Schlüsselspieler der Huskies ist.

Kassel brachte zum Auftakt der Finalserie mehr Härte ins Spiel als zuvor Frankfurt im Viertelfinale und Freiburg im Halbfinale. Insbesondere Bietigheims Topscorer Riley Sheen, der auch in den Play-offs seine Klasse demonstriert, hatten die Hessen am Freitag offenbar aufs Korn genommen. Die Attacken gipfelten in einem Check gegen den Kopf von Sheen vier Minuten vor Schluss, für den Huskie Ryan Olsen mit einer 2+10-Minuten-Strafe glimpflich davon kam. Bereits Mitte des zweiten Drittels musste der Kanadier Sheen verletzungsbedingt die Kabine aufsuchen, und gestern war der Torjäger gar nicht erst einsatzbereit. Naud war deshalb gezwungen, seine Reihen umzustellen.

„Ich habe die Szene nicht gesehen“, hielt sich Bietigheims Trainer nach dem Match zurück, der ansonsten beiden Teams ein „Top-Niveau“ bescheinigte. Sein Kasseler Kollege fasste sich ebenfalls kurz: „Beide Mannschaften haben ein großes Kämpferherz.“

Das war auch gestern in Spiel zwei zu beobachten, als von Beginn an ein hohes Tempo angeschlagen wurde. Benjamin Hüfner hatte die Führung für die Steelers auf der Kelle, doch er blieb in der 7. Minute nach Rückpass von Rene Schoofs an Kuhn hängen. Die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ließ zu wünschen übrig, denn auch Matt McKnight und Alexander Preibisch (jeweils 12. Minute) hätten für das 1:0 sorgen müssen. Aber auch Doubrawa wurde mehrmals ernsthaft geprüft.

In den Schlussminuten des ersten Drittels wurde es turbulent und hitzig. Nach einem Check gegen den Kopf von Steelers-Kapitän Nikolai Goc erhielt Olsen eine Spieldauerstrafe. Spieler beider Teams gerieten danach heftig aneinander, es hagelte Strafzeiten. 17 Sekunden vor der ersten Pause glückte dem in die erste Reihe gerückten Benjamin Zientek bei Überzahl doch noch der verdiente Führungstreffer.

Hauners Pech mit Pfostenschuss

Sowohl Bietigheim als auch Kassel blieben ihrer Marschroute treu und suchten ihr Heil weiter in der Offensive. Norman Hauner traf im Powerplay nur den Pfosten (32.). Die Steelers drehten nun mächtig auf, doch die Huskies konnten sich befreien und sorgten ihrerseits in Überzahl für Betrieb vor Doubrawa. Zwei Minuten vor der zweiten Pause war es dann passiert: Vincent Saponari hatte die Lücke entdeckt und zum 1:1 ausgeglichen.

Kassel setzte nach und feierte in der 44. Minute die 2:1-Führung durch Ryon Moser. Die Hessen hatten nun Oberwasser und zeigten sich äußerst effektiv: In der 48. Minute nahm Joel Keussen Maß zum 3:1. Endgültig alles klar machte Eric Valentin 30 Sekunden vor Schluss mit dem 4:1-Endstand.

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