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Steelers-Pläne am seidenen Faden

Die Zukunft des Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers liegt derzeit in den Händen des DEL-Schiedsgerichts. Sollte die Lizenz-Verweigerung bestätigt werden, wären die Verträge von Spielern und Trainer ungültig.

Das Salz in der Suppe: Die Steelers (links Brett Breitkreuz) hoffen weiter auf Derby gegen Heilbronn (am Boden Ian Brady).Foto: Baumann
Das Salz in der Suppe: Die Steelers (links Brett Breitkreuz) hoffen weiter auf Derby gegen Heilbronn (am Boden Ian Brady). Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Die letzte Hürde, um vielleicht doch noch ein Happy End bei der Lizenzierung für die kommenden Saison zu erleben, haben die Steelers in der vergangenen Woche erwartungsgemäß genommen. Das städtische Unternehmen Wohnbau Bietigheim, bei der Oberbürgermeister Jürgen Kessing als Aufsichtsratsvorsitzender fungiert und das zu den wichtigen Sponsoren der Steelers zählt, hatte sich bereit erklärt, für die in der Finanzierung noch fehlenden 200 000 Euro aufzukommen.

Ob damit der gordische Knoten schon zerschlagen ist, bleibt allerdings abzuwarten, denn die Unterlagen für die Lizenzprüfung sind eben nicht fristgerecht bei der Deutschen Eishockey-Liga 2 eingetroffen. Denkbar wäre es, dass Bietigheim auch mit den durch die Coronakrise entstandenen Problemen bei der Geldbeschaffung argumentiert und auf Gnade hofft.

Kader auf Aufstieg ausgerichtet

Denn eigentlich war im Ellental schon alles angerichtet für eine Spielzeit, die so viel Spannung wie seit langem nicht mehr bieten soll. Denn diesmal ist wieder der sportliche Aufstieg in die DEL möglich und die Steelers hatten sich neben Frankfurt und Kassel als einzige Zweitligisten dafür bereits beworben – in Form einer Bürgschaft in Höhe von 816 000 Euro, für die ein nicht genannter Gönner gesorgt hatte.

Der Kader wurde bereits ausgerichtet auf eine Saison, in der man nach zuletzt einigen Enttäuschungen wieder durchstarten wollte. „Wir trainieren fünfmal die Woche in kleinen Gruppen, das ist eine schöne Abwechslung zum Corona-Alltag“, sagt Steelers-Stürmer Alexander Preibisch erst kürzlich. Der wieselflinke Rechtsaußen ist einer von insgesamt 16 Spielern, die weiter das Steelers-Trikot tragen sollen.

Sieben Abgänge wurden bislang im Ellental verzeichnet, zuletzt wurde Lukas Laub verabschiedet, zudem zog es Freddy Cabana zum Liga-Konkurrenten EC Bad Nauheim.

Sechs neue Spieler sowie ein Trainer-Rückkehrer wurden bereits im Ellental begrüßt. Zwischen den Pfosten steht neben Cody Brenner künftig auch Jimmy Hertel, der von den Löwen Frankfurt kam. Dazu gesellt sich das Talent Leon Doubrawa von der U20 des EV Landshut. Die Defensive präsentiert sich nahezu unverändert – mit Ausnahme von Maximilian Renner, der zuletzt für den DEL-Club Straubing Tigers spielte und das zuletzt schwächelnde Powerplay der Steelers beleben soll.

In der Offensive besetzte Bietigheim neben Calvin Pokorny (vom ESV Kaufbeuren) zwei Ausländerpositionen neu. C.J. Stretch (zuletzt MAC Ujbuda/Slowakei) spielte früher auch schon in Frankfurt, uf Riley Sheen (ORG Beijing) darf man gespannt sein. Da der kanadische Topscorer Matt McKnight den Steelers erhalten bleibt, wäre noch eine Kontingentstelle offen.

Neuanfang in der Oberliga?

Trainer Daniel Naud, der schon vor 16 Jahren Bandenchef im Ellental war und in der vergangenen Spielzeit einen guten Eindruck bei den Eispiraten Crimmitschau hinterließ, setzt auf ein läuferisch starkes Team und ein von Intensität geprägtes Spielsystem.

Doch alle Planspiele müssen über den Haufen geworfen werden, wenn es bei der Lizenz-Verweigerung für die Steelers bleiben würde. Dann wäre ein Neuanfang in der Oberliga Süd oder in der Regionalliga denkbar. Die derzeitigen Verträge von Spielern und Trainer wären in diesem Fall jedoch hinfällig. Und der Traum von Eishockey auf allerhöchstem Niveau wäre in Bietigheim zerplatzt wie eine Seifenblase.

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