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Fantalk

Steelers starten letzten Anlauf für Plan A

Bietigheim will weiter einen sportlichen Auf- und Abstieg ermöglichen – Konstruktiver Austausch beim Fantalk

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Volker Schoch.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Als eine „Fiebermessung“ bei den Fans bezeichnete Volker Schoch, Geschäftsführer der Bietigheim Steelers, den Austausch mit den Fans beim Fantalk im Vereinsheim „Overtime“ und besonders die Frage danach, wie die Eishockey-Fans zum Eintritt in ein DEL-Lizenzierungsverfahren stehen. Denn für großes Kopfzerbrechen bei Schoch und einem erheblichen Teil der Zuschauer sorgt die Frage, ob die Steelers 100 000 Euro hinterlegen, um in ein solches Verfahren zu gehen. „Ich werde die Stimmungslage mit in den Aufsichtsrat nehmen“, kündigte Schoch an.

Bis zum 15. Februar müssten die Unterlagen dafür der DEL vorgelegt werden. Die Steelers würden dann am Lizenzprüfungsverfahren für die DEL-Saison 2018/19 teilnehmen, kämen aber nur zum Zug, wenn ein anderer Verein aus der DEL aus wirtschaftlichen Gründen ausscheidet. Ligakonkurrent Löwen Frankfurt hat die Sicherheitsleistung von 100 000 Euro bereits hinterlegt.

Für die Bietigheimer hingegen stellt sich dabei die Frage nach den eigenen Prinzipien. „Sind wir in Bietigheim eine Sportstadt oder unterwerfen wir uns dem Kommerz?“, fragte Schoch, der den Fans im vollbesetzten Vereinsheim eineinhalb Stunden Rede und Antwort stand.

Weiterhin hegen nahezu alle, die es mit den Steelers halten, großen Groll gegen das deutsche Eishockey-Oberhaus. Zuletzt hatte die DEL dank eines Schiedsgerichtsentscheids Recht behalten, wodurch auch in der Saison 2018/19 kein Auf- und Abstieg zwischen den beiden höchsten Eishockey-Ligen stattfinden wird. Umso schwerer fällt es den Bietigheimern daher, sich diesem System nun zu unterwerfen und ins Lizenzierungsverfahren aufgenommen zu werden.

Grund für die Ablehnung war zuletzt ein Formfehler in der Bewerbung der Steelers, in der Formulierungen nicht den DEL-Ansprüchen genügt haben sollen. Nun wagen die DEL 2-Clubs einen neuen Anlauf. Fünf der sechs Vereine, die sich daran beteiligen, stehen bereits fest.

Die größte Hürde ist weiterhin, einen sechsten Verein zu finden, der die Vorlagen der DEL erfüllt und wie die anderen fünf Vereine Bürgschaften in Höhe von 816 000 Euro vorweisen kann. Kandidaten hierfür sind laut Schoch Bad Tölz, Ravensburg und Heilbronn.

Für einen sportlichen Aufstieg zu sorgen, bleibt für die Bietigheimer Plan A. Das zeigte der Fantalk deutlich. Eine weitere Alternative wäre, zur direkten Konkurrenz für die DEL zu werden. „Dann sagen wir: Die DEL 2 ist stark genug, wir versuchen, uns unter dem Deutschen Eishockeybund als 1. Bundesliga zu etablieren“, so Schoch. „Wenn sich dann die DEL nach einer 2. Liga umguckt, darf sich aus Solidarität keiner umdrehen“ – ein Vorschlag, der im Vereinsheim für große Zustimmung sorgte. „Aber wir wissen ganz genau: Es wird sich immer einer umdrehen, das ist das Traurige“, relativierte Schoch seine Aussage.

Auch deshalb soll der letzte Anlauf gelingen, um ab 2019/20 einen sportlichen Aufstieg zu ermöglichen. „Wir haben noch einen letzten Schuss. Wenn der nicht sitzt, hat sich das Ziel bewegt“, spielt Schoch auf die DEL an, die sich aus seiner Sicht vehement gegen die Einführung einer Aufstiegsregelung wehrt.

Auch zur Kaderplanung äußerte sich Schoch, der versuchen will, „eine Reihe mit Tyler McNeely, Norman Hauner und Shawn Weller zu halten“. Daher sei er bereits mit allen drei Spielern zusammen an einem Tisch gesessen, um über deren Zukunft zu reden. Mit Trainer Kevin Gaudet habe es dagegen noch keine Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit gegeben.