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Deutsche Eishockey

Torhütersorgen bei den Steelers

Heute Abend (19.30 Uhr) haben die Bietigheim Steelers im vierten Spiel der Play-off-Viertelfinale erneut die Chance auf den Halbfinaleinzug. Ein Sieg bei den Löwen Frankfurt und der Eishockey-Zweitligist hat es geschafft. Doch die Bietigheimer haben große Sorgen auf der Torhüterposition. Und ein Topspieler des SCB ist gesperrt.

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Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Weil die Zuschauer derzeit aufgrund der Coronaviruspandemie fehlen, geht ein großes Stück Emotionalität verloren und damit ein Grundpfeiler des Sports. Das macht sich besonders bei den Bietigheim Steelers bemerkbar, wo die Enztalkurve normalerweise eine lautstarke Atmosphäre in die EgeTrans-Arena zaubert – vor allem während der Play-offs.

Emotionaler Ausbruch am Telefon

Doch auch wenn die Kurve leer steht, ganz verloren sind die Emotionen trotzdem nicht. Am späten Dienstagabend verschaffte sich Steelers-Geschäftsführer Volker Schoch seinem Ärger Luft. Kurz vor Spielende des dritten Play-off-Viertelfinal-Spieles gegen die Löwen Frankfurt schnappte er sich sein Handy und führte ein lautstarkes Telefonat.

Mit wem er telefonierte, wollte der Chef des DEL2-Clubs nicht verraten. „Ich habe mich mit jemandem über die Schiedsrichterleistung unterhalten. Letztendlich ist der Schiedsrichter der Chef, aber er soll ein Spiel leiten und nicht entscheiden“, sagte Schoch einen Tag nach der 2:6-Niederlage auf Nachfrage. „Das hat aber nichts mit unserer schlechten Leistung zu tun. Wir waren nicht bereit für ein Play-off-Spiel.“

Durch die deutliche Niederlage verkürzten die Frankfurter in der Best-of-five-Serie auf 1:2. Heute (19.30 Uhr/Spade.tv) kommt es in der Finanzmetropole zum vierten Duell. Mit einem Sieg wären die Steelers im Halbfinale.

Auslöser für Schochs Wut war eine Situation fünf Minuten vor Spielende. Steelers-Stürmer Matt McKnight ließ sich beim Stand von 2:5 zu einem Stockstich hinreißen. Eine Unsportlichkeit, die mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe geahndet wurde und eine Sperre mit Geldstrafe nach sich zieht. Wie die Liga gestern mitteilte, wurde McKnight für das heutige Spiel gesperrt. „Wenn ein Spieler wie McKnight so überreagiert, ist davor viel passiert. Er wurde provoziert. Normalerweise hat er eine sehr lange Zündschnur.“

Doch McKnights Sperre ist nicht die einzige Sorge der Steelers. Das größte Problem ist die Torhüterposition. Trainer Daniel Naud und Schoch äußern sich nicht zu diesem Thema, aber Fakt ist: Cody Brenner saß am Dienstag auf der Bank und spielte nicht, Jimmy Hertel war nicht im Kader. Er hatte sich im zweiten Spiel gegen Frankfurt verletzt und musste vom Eis. Brenner ist seit Wochen angeschlagen. Wann die beiden etatmäßigen Keeper wieder einsatzfähig sind, darüber schweigen die Verantwortlichen. Also liegt die Last derzeit alleine beim erst 19-jährigen Leon Doubrawa. „Für die sechs kassierten Tore konnte er am wenigstens dafür. Er wurde alleine gelassen“, betont Schoch.

Tatsächlich wirkten die Steelers nach den überraschend starken ersten beiden Spielen (4:2 und 4:0) am Dienstag müde. Das Team schaffte es in den ersten beiden Dritteln kaum, sich Torchancen zu erarbeiten. „Wir müssen anerkennen, dass Frankfurt besser war“, sagte Coach Naud nach dem Spiel. Geschäftsführer Schoch sah in dem Schlussdrittel, als Bietigheim noch zwei Treffer gelangen, aber viel Grund zu Optimismus: „Im Schlussdrittel war die Mannschaft im Kopf wieder sortiert und sofort hat es funktioniert.“

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