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Expertenmeinung

Trainer der Bietigheim Steelers zu Olympia: „Riley Sheen hätte Chance im kanadischen Team verdient gehabt“

Der Steelers-Coach Daniel Naud ist Kanadier. Vor dem Duell Deutschlands heute mit seinem Heimatland spricht er darüber, wem er die Daumen drückt und welchen Spieler er im kanadischen Team vermisst.

Daniel Naud.Foto: Baumann
Daniel Naud.Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Daniel Naud, der Trainer des Eishockey-Erstligisten Bietigheim Steelers, wurde zwar vor knapp 60 Jahren im kanadischen Trois-Rivieres geboren, doch beim olympischen Turnier in Peking schlägt sein Herz für Deutschland, das zum Auftakt am heutigen Donnerstag auf Rekord-Olympiasieger Team Kanada trifft.

„Ich bin seit vielen Jahren in Deutschland und die Entwicklung hier geht in die richtige Richtung. Ich würde mich freuen, wenn die Deutschen gewinnen,“ sagte Naud, der mit den Steelers im vergangenen Jahr den Aufstieg in die DEL schaffte und als Spieler selbst in der höchsten deutschen Spielklasse verteidigte.

Der Vorteil für die deutsche Mannschaft

Dass die Topspieler aus der National Hockey League (NHL), der zweifellos besten Liga der Welt, in China durch Abwesenheit glänzen, betrachtet Naud durchaus als Vorteil für die DEB-Auswahl von Coach Toni Söderholm. „Deutschland hat so sicher bessere Chancen zu gewinnen. Aber Kanadas Team ist eine Mischung aus jungen und älteren Spielern, von denen viele in europäischen Ligen aktiv sind und zuvor schon in der NHL gespielt haben. Also Qualität ist schon da.“ Was die Kanadier auch als scheinbar bunt zusammengewürfelter Haufen immer auszeichne, so Naud, ist der unbedingte Wille zu gewinnen und der Teamspirit.

Im kanadischen Aufgebot von Trainer Jeremy Colliton stehen mit Ben Street (EHC München) und Landon Ferraro (Kölner Haie) auch zwei DEL-Akteure.

DEL-Toptorjäger fehlt

In seiner derzeitigen Form hätte Naud auch seinem Stürmer Riley Sheen, mit 28 Treffern der Toptorjäger der Deutschen Eishockey-Liga, einen Platz im Team Kanada zugetraut. „So wie er bislang in der Liga gespielt hat, hätte er auch eine Chance verdient gehabt.“

Daniel Naud hält es durchaus für möglich, dass der deutschen Auswahl in Peking ein ähnlicher Coup wie 2018 bei den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang gelingt, als unter Trainer Marco Sturm der Einzug ins Finale glückte und am Ende mit Silber die Sensation perfekt war. „Da die NHL-Stars fehlen, ist für Deutschland alles möglich,“ glaubt Naud.

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