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„Zeit des Wartens war unangenehm“

Coronakrise und das Bangen um die Spielberechtigung – beim Eishockey-Zweitligisten Bietigheim Steelers häuften sich zuletzt die Probleme. Der neue Trainer Daniel Naud blickt dennoch zuversichtlich auf die neue Spielzeit.

Steelers-Coach Daniel Naud 2017 als Co-Trainer der Grizzlys Wolfsburg.Foto: Hermann Hay/dpa
Steelers-Coach Daniel Naud 2017 als Co-Trainer der Grizzlys Wolfsburg. Foto: Hermann Hay/dpa

Bietigheim-Bissingen. Die DEL-2-Lizenz haben sich die Schwaben nach einer größeren finanziellen Kraftanstrengung in der vergangenen Woche endgültig gesichert – aber Corona bleibt. Nachdem die Spieler zuletzt unter Anweisung von Fitnesstrainer Fabian Wolbert in Kleingruppen trainiert hatten, kommt das Team und der neue Trainer Daniel Naud am heutigen Dienstag zusammen, um mit der Geschäftsführung die weitere Vorbereitungsphase zu besprechen.

„Ich habe schon gesehen, wie wir Erfolg haben können,

denn die Spieler sind sehr motiviert.“

Daniel Naud
Steelers-Trainer

„Mit dem Eistraining werden wir aber noch nicht wie geplant am 1.September anfangen, wahrscheinlich auch diese Woche noch nicht. Corona ist jeden Tag neu“, teilte Naud gestern auf Anfrage mit. Da die DEL2 den Saisonstart auf den 6. November verschoben hat, wären über zwei Monate Vorbereitung auf Eis angesagt. Eine ungewöhnlich lange Zeit.

„Aber wir waren jetzt seit fast sechs Monaten nicht mehr auf dem Eis. Das Trockentraining ist zwar sehr wichtig, um Defizite aufzuarbeiten, aber richtig arbeiten kann man nur auf Eis“, meinte der 58 Jahre alte Naud, der als Verteidiger von 1979 bis 1999 aktiv war, unter anderem in der DEL bei den Augsburger Panthern.

Naud, der als Trainer bereits viele Stationen hinter sich hat, ist froh, dass es nach dem rund zweimonatigen Lizenzgerangel endlich Klarheit für den Club gibt: „Die Zeit des Wartens war sicher unangenehm. Ich hatte in Bietigheim unterschrieben und wollte hier coachen und die Spieler wollten hier spielen. Wir haben gute Charaktere in der Mannschaft, das habe ich in den vergangenen Wochen gesehen. Man musste Vertrauen haben, dass alles gut geht. Jetzt ist es hundert Prozent sicher, das ist eine große Erleichterung.“

Der Steelers-Kader umfasst 22 Spieler, darunter sechs Neuzugänge. Eine Ausländerposition ist noch offen, da könnte man bei Bedarf noch während der Saison nachlegen. „Das alles hängt natürlich auch davon ab, wann wir wirklich starten und ob wir mit Zuschauern starten oder nicht. Ich würde lieber vier Ausländer im Kader haben, verstehe aber hundertprozentig die Situation. Es wird sich von Woche zu Woche entwickeln,“ vermutet Naud.

Die vergangene Spielzeit, in der die Steelers bereits in den Pre-Play-offs an Kaufbeuren scheiterten und mit Hugo Boisvert und Marc St. Jean zwei Trainer verschlissen, ist für den Kanadier Naud kein Thema mehr. Er blickt lieber nach vorne: „Ich habe schon gesehen, wie wir Erfolg haben können, denn die Spieler sind sehr motiviert. Man darf sich von unwichtigen Dingen nicht ablenken lassen und muss zusammenhalten. Das ist sehr wichtig.“

Naud, der 2003 schon einmal Bandenchef im Ellental war und zweimal das Play-off-Halbfinale erreichte, sieht die Liga mittlerweile wesentlich professioneller aufgestellt und hat auch die Entwicklung bei den Steelers genau beobachtet. „Mit der Arena ist das ein Top-Adresse der DEL 2. Mit den beiden Eisflächen ist die Möglichkeit beim Training auf höchstem Niveau. Jetzt hoffen wir, dass wir auch wirklich bald starten können“, sagt Naud.

Die neuesten Entscheidungen der Politik mit einem weiteren Verbot von Großveranstaltungen bis Jahresende hatten in der vergangenen Woche zwar eher für Ernüchterung gesorgt, dennoch ließ sich DEL-2-Geschäftsführer Rene Rudorisch nicht entmutigen. „Positiv herauszustellen ist, dass Sportveranstaltungen von generellen Großveranstaltungen entkoppelt betrachtet wurden“, führte Rudorisch an und ergänzt: „Auch die Bildung einer Arbeitsgruppe zum einheitlichen und machbaren Umgang zur Wiederzulassung von Zuschauern sehen wir als Liga positiv.“

Weiter meinte Rudorisch: „Grundlegend gilt es für uns, am notwendigen aktuellen Plan für einen Saisonstart festzuhalten. Gleichzeitig sollten auch für den Sport gleiche Bedingungen und Sichtweisen wie für andere Veranstaltungen gelten. Wenn somit gemäß der aktuellen Vorgabe Großveranstaltungen mit Hygienekonzepten mit Schwerpunkt Kontaktnachvollziehbarkeit und Mundschutz durchführbar sind, muss dies auch für Sportveranstaltungen mit entsprechenden Konzepten gelten.“

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