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50-Meter-Tor bestraft Freibergs Chancenwucher

SGV verliert auch gegen ersatzgeschwächten SV Linx – Bissingen souverän bei Tabellenschlusslicht Sandhausen

Freibergs Torvorbereiter Mert Tasdelen (links) zieht an Geoffrey Feist vom SV Linx vorbei. Foto: Baumann
Freibergs Torvorbereiter Mert Tasdelen (links) zieht an Geoffrey Feist vom SV Linx vorbei. Foto: Baumann

Freiberg. Die Talfahrt des SGV Freiberg hält an. Der Fußball-Oberligist blieb beim 1:2 gegen den SV Linx zum siebten Mal in Folge ohne Sieg. Lokalrivale FSV 08 Bissingen feierte mit dem 4:0 beim SV Sandhausen II den dritten Dreier in Folge und hielt Anschluss an die Spitzengruppe.

Freiberg setzte Linx auf dem engen Kunstrasenplatz vom Anpfiff weg unter Druck – und wurde in der 3. Minute durch ein Eigentor belohnt. Mert Tasdelen setzte sich auf rechts durch und schlug den Ball flach vors Gehäuse. Der vom Gästekeeper Norman Riedinger abgewehrte Ball prallte ans Bein von Verteidiger Timo Schwenk und kullerte über die Linie.

Linx hatte defensiv große Abstimmungsprobleme. „Wir sind mit dem letzten Aufgebot angereist, hatten drei Spieler unserer Kreisligamannschaft dabei“, erklärte Trainer Thomas Leberer. Der SGV verpasste es, daraus mehr Kapital zu schlagen. Die Chance zum 2:0 vergab Kreshnik Lushtaku aus aussichtsreicher Position. In der 27. Minute fiel aus dem Nichts der Ausgleich. Savino Moratta sprang dem zum Kopfball hochgestiegenen Stürmer Marc Rubio ins Kreuz, Schiedsrichter Luigi Satriano zeigte auf den Punkt. Der Gefoulte vollstreckte selbst und SGV-Trainer Milorad Pilipovic war sauer: „Der Elfer war diskussionswürdig.“

Die Wasen-Kicker ließen mehrere Chancen zur neuerlichen Führung liegen. In der 35. Minute lupfte SGV-Kapitän Steven Kröner das Leder über die Abwehr zu Marotta, dessen Schuss am langen Eck vorbeizischte.

Zwei Minuten später schlug SGV-Keeper Alexander Michalik zehn Meter seitlich von seinem Gehäuse stehend den Ball nach vorne. Allerdings genau ins Zentrum zu Sinan Gülsoy. Der Mittelfeld-Abräumer des SVL fackelte nicht lange und traf aus 50 Metern volley ins leere Tor.

In Hälfte zwei betrieb der SGV dann Chancenwucher. Die größte Chance vergab Simon Klostermann, der nach feiner Kombination zum Abschluss kam, aus drei Metern aber übers leere Tor zielte (50.). Auch Hakan Kutlu (71.) und der aus fünf Metern am Torwart scheiternde Ali Ferati (85.) ließen Hochkaräter liegen.

Gästetrainer Leberer machte keinen Hehl daraus, dass der Sieg glücklich war. „Deswegen habe ich aber kein schlechtes Gewissen. Wenn man so viele klare Chancen nicht reinmacht, gewinnt man eben nicht.“ Sein Gegenüber Pilipovic blieb auch im vierten Spiel als SGV-Coach ohne Sieg. „Wir haben heute alles gegeben. Außer der Chancenverwertung kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

SGV: Michalik; Keklik, Latifovic (46. Kutlu), Lushtaku, Marotta, Kröner, Tasdelen (71. Barini), Müller, Stüber, Pollex (46. Klostermann), Ferati (87. Kaiser). – Schiedsrichter: Luigi Satriano. – Zuschauer: 273. – Tore: 1:0 Schwenk (3., Eigentor), 1:1 Rubio (27., Foulelfmeter), 1:2 Gülsoy (40.).

Nichts anbrennen ließ Bissingen beim Schlusslicht Sandhausen II. Von der ersten bis zur letzten Minute dominierte Bissingen. Hinten ließen die 08er nichts zu, Sandhausen kam in der ganzen Partie nur zu zwei Torschüssen. Trainer Alfonso Garcia war hochzufrieden. „Der Sieg ist auch in der Höhe vollkommen verdient. Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, strahlte der Coach der 08er.

FSV 08: Burkhardt; Gleißner, Gorgolione (89. Kainz), Hemmerich (76. Rienhardt), Lindner (86. Tsaousis), Ngo, Reich, Sarak, Schmelzle, Toth (80. Wolter), Williams. – Tore: 0:1 Gorgolione (29., Handelfmeter), 0:2 Sarak (45.), 0:3 Lindner (48.), 0:4 Williams (77.).(joh)