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Handball

Ankersen wirft Anker in Coburg

Der ehemalige Trainer der SG BBM soll den Bundesliga-Absteiger in der 2. Liga etablieren – Gute Kontakte

Von Bietigheim nach Coburg: Brian Ankersen. Foto: Baumann
Von Bietigheim nach Coburg: Brian Ankersen. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen. Für die Handballer der SG BBM Bietigheim kommt es am Sonntag zu einem Wiedersehen mit ihrem Ex-Trainer Brian Ankersen. Um 16 Uhr trifft der Handball-Zweiligist auf den seit drei Wochen vom Dänen trainierten HSC 2000 Coburg. „Die Leute haben mich gut aufgenommen. Ich bin glücklich“, sagt der 33-Jährige über seine ersten Tage.

Ankersen hatte im Frühjahr die Männer der SG nach dem Rücktritt von Hannes Jón Jónsson in einer heiklen Situation übernommen. Nach mehreren Corona-Infektionen und Formkrisen war der ambitionierte Club den Abstiegsrängen bedrohlich nahe gekommen. Ankersen war damals Trainer der zweiten Frauenmannschaft und der weiblichen A-Jugend, seine Freundin Emily Sando spielte für die Bietigheimer Frauen im Bundesliga-Tor. Eigentlich dachte Ankersen über eine Rückkehr aufs Feld als Spieler nach und trainierte zur Probe mit. Doch dann fand er sich plötzlich als Cheftrainer auf der Bank wieder. Es war sein erster Posten im Profihandball. Dennoch führte er die SG mit erstaunlicher Ruhe schnell ins Mittelfeld und schloss die Saison auf Rang 8 ab. „Er hat bei uns einen Riesen-Job gemacht. Es wird ein tolles Wiedersehen am Sonntag“, sagt SG-Sportdirektor Jochen Zürn.

Der Vertrag mit Iker Romero war damals schon unterschrieben, als Ankersen als Interimscoach seinen Dienst antrat. Deshalb gelang es nicht, den Dänen in einer für ihn zufriedenstellenden Position zu binden. „Natürlich haben wir mit Gedanken gespielt, wie wir ihn halten könnten, aber es ist jetzt so okay“, betont Zürn. „Wir sind super zufrieden mit Iker und Brian bekommt in Coburg eine tolle Chance, insofern besteht auch kein Wehmut.“

Ankersen sieht das ähnlich. „Es hat sich eben keine Lücke ergeben. Und vielleicht kreuzen sich die Wege ja doch noch einmal.“ Laut eigener Aussage hält er auch zu vielen Spielern und Verantwortlichen noch Kontakt. „Ich denke, wir werden am Sonntag nach dem Spiel gemeinsam ein Bier trinken, egal wie es ausgeht.“ Zumal Ankersen in seiner Zeit in Bietigheim viel Erfahrung gesammelt hat, als er schon einmal ein Team im laufenden Betrieb übernahm. „Das hilft mir sehr viel. Das waren Erfahrungen, die mich klüger gemacht haben.“

Nach dem Abstieg aus der Bundesliga hatte Coburg Schwierigkeiten, sich in der zweiten Liga zurechtzufinden. Nach drei Niederlagen in Folge musste Coach Alois Mraz gehen. Ankersen startete daraufhin mit einer 26:32-Niederlage gegen Hamm-Westfalen und einem 32:23-Erfolg über den EHV Aue. „Im Moment geht es darum, Selbstvertrauen zurückzugewinnen und in den Flow zu kommen. Man muss sehen, wie sich die Saison entwickelt“, sagt Ankersen.

Die SG BBM kann sich gut in die Lage der Coburger versetzen. Als Bietigheim nach dem Bundesligaabstieg 2019 wieder in der 2. Liga antrat, gab es auch Probleme. „Es ist wahrscheinlich ähnlich. Man braucht eine gewisse Zeit, um in dieser Liga anzukommen. Zudem ist ein Abstieg immer ein Negativerlebnis. Das kann man nicht so einfach aus den Klamotten schütteln“, erklärt Zürn.

Jonathan Fischer bleibt bis 2024

Und wie ist es mit Ankersens Insiderwissen? Schließlich kennt der Däne die SG BBM genau – die Stärken und die Schwächen. „Alle Zweitligisten tauschen über eine Plattform Videomaterial aus, deshalb ist das nicht schlimm“, beruhigt Zürn. „Zudem hat Iker seine eigene Handschrift und die Spieler weiterentwickelt.“ Gestern gab die SG BBM die Vertragsverlängerung mit Leistungsträger Jonathan Fischer bekannt. Der 24-jährige Kreisläufer wird bis 2024 im SG-Trikot auflaufen.

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