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Englische Woche in der Fußball-Regionalliga
Auch gegen VfB Stuttgart II fehlt dem SGV Freiberg die Reife

Torschützen im Duell: Stuttgarts Marco Wolf (links) gegen Freibergs Marcel Sökler.Foto: Baumann
Torschützen im Duell: Stuttgarts Marco Wolf (links) gegen Freibergs Marcel Sökler.Foto: Baumann
Der SGV Freiberg ist erneut besser und verpasst wieder den Sieg. Wie schon mehrfach in dieser Saison hat der Aufsteiger in der Fußball-Regionalliga auch beim 2:2 gegen den VfB StuttgartII Punkte verschenkt. Wenigstens hat Marcel Sökler seine Torflaute beendet.

Freiberg. Der SGV Freiberg hat beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart II einen Punkt geholt. Nicht schlecht eigentlich, schließlich zählt der Bundesliga-Nachwuchs zu den besseren Teams der Fußball-Regionalliga. Doch nach dem Schlusspfiff sah es aus, als hätten die Freiberger verloren. In der Hocke oder mit den Armen in der Hüfte standen die Spieler auf dem Rasen des Wasenstadions verteilt und wirkten dabei ziemlich ratlos.

Lob vom Gästetrainer für Leistung des SGV Freiberg

Mit einem Doppelpack hatte Marcel Sökler die Freiberger in der 67. und 70. Minute in Führung gebracht – und dennoch stand am Ende nur das Unentschieden. „Wir gehen 2:0 in Führung und haben eigentlich ein super Spiel gemacht. Und trotzdem stehen wir mit nur einem Punkt da, was dem Spielverlauf widerspricht“, klagte Torjäger Marcel Sökler, der gegen seinen Ex-Club seine ersten Saisontore erzielte. Zufrieden war er trotz beendeter Flaute nicht. „Wir müssen die Führung auch mal über die Zeit bringen. In den ersten beiden Spielen und letzten Freitag haben wir auch schon geführt.“

Eine Parallele zum 1:3 jüngst in Walldorf wollte SGV-Trainer Ramon Gehrmann aber nicht ziehen. „Wir waren alle enttäuscht vom Walldorf-Spiel. Aber heute ist überhaupt keine Enttäuschung da. Die Mannschaft hat einen super Job gemacht“, lobte Gehrmann sein Team.

Die Freiberger traten insbesondere in der ersten Hälfte dominant auf. Bereits in der gegnerischen Hälfte attackierten sie die Gäste diszipliniert und ließen den VfB so gar nicht erst zur Entfaltung kommen. Nur einmal, als ein Schuss von Stuttgarts Jeremy Landu an die Latte knallte (25.), wurde es gefährlich. Auf der anderen Seite hatte der SGV auch nur wenige zwingende Torchancen.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Erst scheiterte Sökler bei einer Großchance noch an Gäste-Keeper Florian Schock (55.), wenig später machte er es besser. Nach einer schönen Spielverlagerung spielte Nicola Jürgens auf Yannick Thermann. Der gab flach in die Mitte, wo der 31-Jährige einnetzte. Nur drei Minuten später eroberte Ruben Reisig den Ball und spielte in die Spitze. Dort hatte Sökler viel Platz und nutzte diesen Raum geistesgegenwertig, um zum 2:0 einzuschieben. „Da dachte ich, die Messe ist gelesen, weil die Anlage von Freiberg bis dahin sehr reif war, sehr aktiv, sehr aggressiv“, sagte Gästecoach Frank Fahrenhorst hinterher.

Schweres Auftaktprogramm geht bei Spitzenreiter weiter

Je länger das Spiel ging, desto schwieriger wurde es für die Freiberger, die Räume weiter konsequent zuzulaufen. Vor allem, als Fahrenhorst nach dem 1:2-Anschlusstreffer in der 73. Minute gleich dreimal wechselte und der ohnehin jungen Mannschaft frische Kräfte zuführte. In der 77.Minute fingen die Gäste einen Pass des Ex-VfB-Spielers Christian Mistl ab. Marco Wolf bedankte sich mit dem Ausgleich. „Das ist blauäugig“, sagte Gehrmann zu den Gegentoren. „Gefühlt haben wir in dieser Liga mehr Punkte durch Leichtfertigkeit verloren, als wir auf dem Konto haben. Deshalb ist es bitter, deswegen unten drin zu stehen.“

Am Ende war sogar der Punktgewinn noch in Gefahr. Ein Stuttgarter Kopfball landete an der Latte des Freiberger Tores. „Das wäre des Guten zu viel gewesen“, gestand Fahrenhorst ein. „Wir können mit dem Punkt gut leben, weil wir uns in der ersten Halbzeit wirklich schwergetan haben.“

Für den SGV geht es bereits am Sonntag bei Spitzenreiter SSV Ulm im Donaustadion weiter. Innenverteidiger Jan Koch könnte nach seinem Nasenbeinbruch dann möglicherweise wieder spielen. Bei Christian Mauersberger (Oberschenkel), der gegen den VfB erneut ausfiel, ist Gehrmann weniger optimistisch.

SGV: Heimann – Bradara, Velagic Hofrath, Thermann – Mistl, Reisig – Cekic (82.Baroudi), Kehl-Gómez, Jürgens (75.Barini) – Sökler.

VfB II: Schock – Bazzoli, Kapp (75. Chase), Nothnagel – Hoppe, Landu 85.Hetemi), Laupheimer (64. Okada), Weik, Drakas (75.Wolf), Boziaris (46.Sonnenwald) – Ganaus.

Tore: 1:0, 2:0 Sökler (67; 70.), 1:2 Sonnenwald (73.), 2:2 Wolf (79.).

Zuschauer: 860