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Fußball-Bezirksliga

Croatia Bietigheims Meistercoach Muhamed Bajrami tritt zurück

Mit noch einmal einem Paukenschlag hallte am Wochenende die schon am Freitag beendete Saison der Fußball-Bezirksliga nach: „Ich trete als Trainer zurück. Mir fehlt hier einfach die Wertschätzung des Vorstands“, gab Aufstiegscoach Muhamed Bajrami von Croatia Bietigheim gestern bekannt.

Emotionaler Moment: Muhamed Bajrami (rechts) feiert den Meistertitel der Bezirksliga. Foto: Baumann
Emotionaler Moment: Muhamed Bajrami (rechts) feiert den Meistertitel der Bezirksliga. Foto: Baumann

Ludwigsburg.. Muhamed Bajrami hatte den Fußball-Bezirksligisten Croatia Bietigheim erst im Herbst 2021 als Nachfolger von Mihael Zorko übernommen und das Team mit dem abschließenden 2:0-Sieg bei der SKV Rutesheim II am Freitag zur Meisterschaft geführt. „Danach haben wir richtig auf dem Putz gehauen und sind mit 12 Spielern noch morgens um sieben Uhr nach Stuttgart zum Weiterfeiern gefahren. Die anderen mussten leider arbeiten“, erzählt er schmunzelnd.

Fehlende Wertschätzung bemängelt

Sein Entschluss, als Croatia-Coach zurückzutreten, stand da aber schon fest: „Ich hatte nach unserer Niederlage in Benningen am drittletzten Spieltag ein Gespräch mit unserem Präsidenten Ante Zaja. Dabei sagte er mir, er hätte den Eindruck, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreichen würde“, erzählt Bajrami und fasste nach längerem Nachdenken den Entschluss aufzuhören: „Ich bin dankbar für die Chance, die mir Croatia gegeben hat. Aber Verein und Präsident müssen einfach hinter meiner Arbeit als Trainer stehen. Die Wertschätzung dafür hat mir gefehlt“, sagt er und wiederholt damit, was auch schon sein Vorgänger Zorko bei seiner Demission kritisierte.

Da zeitgleich auch Alen Lehecka (Bajrami: „Er hat mir immer vertraut und sich für mich eingesetzt.“), der langjährige Sportliche Leiter von Croatia, wie angekündigt aus familiären Gründen ausscheidet, dürfte es in den kommenden Wochen nicht einfach werden, den Aufsteiger für die neue höhere Liga adäquat aufzustellen.

Präsident und Hauptsonsor

Zaja, als Präsident auch Hauptsponsor des Vereins und beruflich bedingt nicht immer vor Ort, muss nun nicht nur einen Trainer finden, sondern auch die Sportliche Leitung neu ordnen. Darüber hinaus gilt es, den nicht allzu breiten Kader zu verstärken, denn mit den Routiniers Kordian Zieba und Mahmut Fehimli sowie dem zu Oberligist FSV 08 Bissingen wechselnden Wissem Aouadi verliert man drei tragende Säulen.

Während Croatia-Ligawidersacher FSV 08 Bissingen II als Tabellenzweiter schon seit Freitagabend wusste, dass es in der Relegation um den Landesligaaufstieg nun zunächst am Mittwoch in Neckarrems gegen den FSV Waiblingen geht, klärten sich die letzten Fragen im Abstiegskampf erst am Samstagnachmittag, nachdem die Resultate aus Verbands- und Landesliga eintrudelten.

Hessigheim muss in Relegation

So rettete sich der FV Löchgau II trotz der 1:2-Heimpleite tags zuvor gegen den TSV Schwieberdingen doch noch direkt. „Keine glückliche Regelung, den Klassenerhalt erst auf der Coach feiern zu können. Statt dem gemeinsamen Erlebnis auf dem Platz gab es dann halt 14 Daumen nach oben in der WhatsApp-Gruppe“, erzählt Löchgaus Sportlicher Leiter Daniel Brodbeck mit süß-säuerlichem Unterton das Zittern um den Ligaverbleib.

Doch noch in die Abstiegsrelegation hat es letztlich der TASV Hessigheim geschafft, der sich zudem am Sonntag über den Aufstieg seiner Zweiten in die Kreisliga A freuen durfte. Gegner der TASV-Ersten ist nun am kommenden Sonntag in Hochberg der FC Marbach.

Wer gewinnt, spielt dann um den letzten freien Bezirksligaplatz gegen den Sieger der Partie TSC Kornwestheim – SpVgg Besigheim. Den Weg als normaler Aufsteiger und Kreisliga A-Meister ging gestern nach dem TSV Nussdorf und dem GSV Pleidelsheim auch noch die SpVgg Warmbronn.

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