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Fußball: Bezirksliga Enz/Murr
Die Abwehr ist das Prunkstück des FC Marbach

Philipp Bez.Foto: Baumann
Philipp Bez.Foto: Baumann
Im Topspiel der Fußball-Bezirksliga hat der stark gestartete Aufsteiger FC Marbach am Sonntag den punktgleichen Spitzenreiter Phönix Lomersheim zu Gast.

Ludwigsburg.. „Die letzten werden ersten sein“, hieß es schon in der Bibel. Für Bezirksligarückkehrer FC Marbach könnte das derzeit das Motto sein. Denn groß war am Leiselstein noch im Mai dieses Jahres der Frust, als sich abzeichnete, dass man in Titelrennen der Kreisliga A1 dem Lokalrivalen GSV Pleidelsheim den Vortritt lassen muss. Über den Umweg der Relegation schaffte der Ex-Oberligist doch den Aufstieg und mischt nun plötzlich munter an der Tabellenspitze der Bezirksliga mit. Zehn Zähler hat der FC nach vier Spielen eingefahren, ist noch ungeschlagen und weist die wenigsten Gegentore auf.

Trainer Matteo Battista auf Euphoriebremse

„Mal ganz langsam“, hat FC-Trainer Matteo Battista aber mit aller Kraft den Fuß auf der Euphoriebremse und holt aus: „Die dicken Brocken kommen erst noch. Jetzt treffen wir mit Lomersheim und dem SV Leonberg/Eltingen auf zwei Mitfavoriten, danach folgt das Derby gegen Benningen. Sind die drei Partien gespielt, können wir vielleicht mal über unsere Gegentore reden.“ Noch kein wirkliches Gefühl habe er für die neue Liga und althergebrachte Fußball-Weisheiten wie „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften“, „kommentiere ich schon gar nicht“, so der Coach schmunzelnd.

Dennoch zeichnet sich bereits ab, dass die Abwehr zum Prunkstück des FC werden könnte. Mit Philipp Bez und Daniel Storz, die vor einem knappen Jahrzehnt schon gemeinsam beim TSV Affalterbach verteidigten und neben dem Rasen zusammen einen Versand für Schienbeinschoner betreiben, dem bei 07 Ludwigsburg ausgebildeten und stets die Lufthoheit besitzenden Savas Kara sowie Zugang Vaslios Delimpeis verfügt man gleich über ein Quartett an robusten Abwehrspielern, wie es in der Bezirksliga seinesgleichen sucht.

Umbruch im Angriff

Im Angriff musste man dagegen im Sommer einen Umbruch bewältigen, denn mit Pierre Fees, Christos Makrigiannis und Patryk Ferraro hörten drei bis dahin gesetzte Routiniers auf. Mit den Zugängen Nico Scimenes (TV Pflugfleden) und dem aus Benningen zurückgekehrten Angelo de Capua gewann man hier auch viel Qualität hinzu.

Gar nicht unrecht ist Battista, dass Vorstand und Umfeld in Marbach momentan keineswegs auf den aktuellen sportlichen Erfolg fokussiert, sondern vielmehr mit ganz anderen Dingen beschäftigt sind: „Der Verein feiert ja in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen. Dazu werden am 2.Oktober viele Ehrenmitglieder und insgesamt über 300 Leute erwartet“, berichtet der Trainer.

Am Sonntag gegen den Vorjahresdritten aus Lomersheim bleibt nun aber erst einmal abzuwarten, wie der FC die 0:1-Pokalniederlage unter der Woche bei Ligarivale SV Kornwestheim weggesteckt hat. „Es war kein gutes Spiel von uns“, räumt Battista ein, dem zudem morgen gleich fünf Urlauber fehlen. „Das nervt extrem, von Konkurrenzkampf keine Spur“, stöhnt er.