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Amateurfußball

Die große Frage nach dem Favoriten

Ohne den ganz klaren Favoriten beginnt am Sonntag die Fußball-Bezirksliga. Dabei sind diesmal zwei Ludwigsburger Teams am Start: Neben dem hoch eingeschätzten Aufsteiger AKV erstmals auch der MTV Ludwigsburg, der nach der Verschmelzung die Nachfolge der SpVgg 07 antritt.

Neuer Coach beim TSV Schwieberdingen: Andreas Wick. Foto: Baumann
Neuer Coach beim TSV Schwieberdingen: Andreas Wick. Foto: Baumann

Ludwigsburg. „Es ist alles neu und doch nicht wirklich neu“, lacht Toni Carneiro und erklärt: „Gleiche Kabinen, gleicher Trainingsplatz und etwa die Hälfte unserer Spieler kommt aus dem alten 07-Kader“.

Gemeinsam mit Roman Kasiar ist er nach der 07-Übernahme durch den mit Abstand mitgliederstärksten Verein der Barockstadt nun zum Trainerduo des MTV Ludwigsburg mutiert. „Wir sind mit offenen Armen empfangen worden und ich mache das hier mit Leib und Seele“, stellt Carneiro klar.

Auch an die neuen Vereinsfarben des Fußball-Bezirksligisten, Rot-Weiß statt ehedem Schwarz-Gelb, habe er sich längst gewöhnt.

Im Team, mit dem man antritt, stehen noch viele 07-Gesichter aus der Vorsaison, zudem hat man diesen Kernkader vor allem mit Youngsters verbreitert. Mit dem Aufstieg wird der MTV aber wohl nichts zu tun haben. „Wir haben letztes Jahr gegen den Abstieg gespielt und müssen realistisch sein. Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen“, gibt Carneiro vor.

Vorne sieht er eher den TSV Schwieberdingen und den FSV 08 Bissingen II (Carneiro: „Wenn der Verein es denn will“), zudem könne „der AKV Ludwigsburg zur Überraschung werden“.

Bei dessen Coach Mustapha El M’Hassani löst die Einschätzung, seine Mannschaft gehöre zu den Topteams, jedoch Unverständnis aus: „Wir Favorit? Das sehe ich überhaupt nicht. Vielleicht Favoritenschreck, wir sind schließlich ein Aufsteiger und müssen dementsprechend kleinere Brötchen backen“, sagt er sehr bestimmt.

Blickt man auf den AKV-Kader, kann man aber verstehen, wieso nahezu alle Trainer der Liga den Novizen auf dem Zettel haben, denn El M’Hassani hat enorm viele Akteure zur Verfügung, die schon höherklassig gespielt haben. „in der Bezirksliga wird es viel schwerer als in der Kreisliga A. Wir haben seit dem Winter nicht mehr verloren und man muss erst einmal abwarten, wie die Mannschaft mit Niederlagen umgeht“, ist der AKV-Coach jedoch vorsichtig.

Deutlich weniger wird den drei übrigen Aufsteigern Drita Kosova Kornwestheim, SV Gebersheim und Phönix Lomersheim zugetraut, was sich auch in deren erklärten Zielsetzungen äußert: „Klassenerhalt“ heißt diese in Kornwestheim und Gebersheim, die „obere Tabellenhälfte“ will man in Lomersheim erreichen.

Zum engsten Favoritenkreis zählen hingegen neben der sehr oft genannten 08-Zweiten vor allem der SV Leonberg/Eltingen, der seinen Kader komplett zusammenhielt, und Vorjahresvize Croatia Bietigheim.

„Oben mitspielen“, will dessen neuer Coach Mihael Zorko, der zuvor Dersim Ludwigsburg trainierte. Mit Zvonmir Zivic verlor man zwar den Kapitän und Torjäger, auch die Abgänge der Abwehrsäulen Niko Tsiolakidis und Ozan Parlak schmerzen, doch stehen dem durchaus namhafte Zugänge gegenüber, so dass mit Croatia zu rechnen sein wird. In einem Umbruchjahr sieht man sich beim TSV Schwieberdingen. „Demut ist angesagt“, stellt der Sportliche Leiter Timo Balle klar.

Man habe eine Hand voll Stammkräfte abgegeben, obendrein stecke die verkorkste Rückrunde dem Team noch in den Gliedern und man habe verjüngt. Mit Andreas Wick, dem Marius Huptas als Co zur Seite steht, hat man zudem einen neuen Trainer.

Auch aufgrund der „extrem schwankenden Leistungen in der Vorbereitung“ redet Balle daher von einem „einstelligen Tabellenplatz“ als Ziel.

Den würde auch Coach Tobias Büttner vom TV Aldingen mit Kusshand nehmen. „Nicht noch einmal so eine Seuchensaison“, wünscht er sich, nachdem die Aldinger im Vorjahr bis zum letzten Spieltag zittern mussten. „Wir haben viele neue Spieler geholt, denn wir hatten Probleme in der Kaderbreite“, erklärt Büttner.

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