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Trott-war Sonderausgabe

Ein WM-Heft, das helfen soll

Straßenmagazin Trott-war bringt facettenreiche Sonderausgabe auf den Markt

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Stolz auf das Sonderheft: Trott-war-Geschäftsführer Helmut Schmid, Medienberater Roland Eitel, Kunstsammler Peter Klein und Vermögensbutler-Chef Horst Hillinger (von links). Foto: Christoph Schmidt/dpa

Eberdingen. Roland Eitel ist vom Ergebnis des neuen Trott-war Sonderheftes überzeugt. „Vielleicht gibt es aktuellere WM-Hefte, dickere oder buntere. Aber es gibt keines, in dem so viel Herzblut steckt“, sagte der in der Fußball-Branche gefragte Medienberater aus Ludwigsburg gestern. Gemeinsam mit Unternehmer und Kunstsammler Peter Klein stellte Eitel in Eberdingen-Nussdorf das 70 Seiten starke Magazin zur kommenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland vor. Gleichzeitig erklärten die beiden, wie das Projekt zustande kam.

Kurz vor Weihnachten wurde Eitel durch einen Zeitungsbericht über einen Ludwigsburger Trott-war-Verkäufer inspiriert. Anfang Januar gab es das erste Treffen. Klein stieg mit ein und organisierte zugleich die finanzielle Absicherung durch die Firma Vermögensbutler AG, deren Aufsichtsratschef Klein ist.

Redaktionelle Arbeit und Anzeigenverkauf starteten im Februar. Die Reaktionen seien überwältigend gewesen. „Kein Einziger hat unser Projekt infrage gestellt. Jeder war sofort bereit, zu helfen.“ Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat einen Beitrag verfasst und was Eitel besonders betont: Im Heft wurde das erste gemeinsame Interview mit Weltmeister Sami Khedira und seinen Brüdern Rani und Denny gedruckt.

Doch dass die oft schillernde und maßlose Welt des Profifußballs nicht zu den wirtschaftlich schwachen Menschen passt, denen Trott-war helfen will, ist den Machern bewusst: „Wir wollten ein kritisches Heft machen. Es geht auch um den unglaublichen Kapitalismus im Fußball oder das Thema Doping“, sagte Trott-war-Geschäftsführer Helmut Schmid. Auf die Schattenseiten blickt „Football-Leaks“-Autor Rafael Buschmann unter dem Titel „Koste es, was es wolle“. ARD-Experte Hajo Seppelt spricht im Interview über Doping und eine Doppelseite widmet sich dem Fußball als Propaganda-Werkzeug.

Verkauft wird die Ausgabe mit einer Auflage von 50 000 ab Samstag für drei Euro, unter anderem beim Bundesliga-Heimspiel des VfB Stuttgart gegen die TSG Hoffenheim. Auch in Ludwigsburg werden Verkäufer unterwegs sein. Sollten alle Exemplare verkauft werden, verspricht sich der Verein einen Erlös von 100 000 Euro. Davon soll ein Teil in die Abbezahlung der eigenen Immobilie fließen, der Rest in die vielen Trottwar-Projekte wie medizinische Hilfen oder das Theaterprojekt.

Der Verkauf erfolgt nach dem üblichen Prinzip. Ein Verkäufer bekommt zehn Hefte als kostenlose Starthilfe, alle weiteren kauft er selbst zur Hälfte des Verkaufspreises ein und kann den Gewinn behalten. Schmid nennt das Hilfe zur Selbsthilfe.