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VfB Stuttgart

Medienberater Eitel bringt Klinsmann in Stellung

Jürgen Klinsmann und der VfB Stuttgart: Allein die Vorstellung dieser Wiedervereinigung dürfte bei VfB-Fans für Euphorie sorgen. Roland Eitel, Manager des ehemaligen Bundestrainers, schließt eine Rückkehr des Wahl-Amerikaners zu seinem Heimatclub nicht aus. „Die Message kam nicht durch uns, sondern durch die Niederlagenserie des VfB“, betont der Ludwigsburger.

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Stuttgart. Jürgen Klinsmann hat nicht mal selbst geredet, aber allein sein Name sorgt in Stuttgart schnell für Aufsehen. Das Gerücht, der frühere Bundestrainer könne sich den Manager-Job beim VfB vorstellen, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der VfB sich mal wieder in einer schweren sportlichen Krise befindet.

„Ich befürchte, das war ein Fehler“, räumt Roland Eitel in Bezug auf ein Telefonat, das er am Montagmorgen mit einer Redakteurin des SWR geführt habe, ein. „Beim VfB Stuttgart würde Jürgen Klinsmann immer ans Telefon gehen“, wird der gewiefte Manager hernach den ganzen Tag über in allen Medien zitiert. Dabei – so Eitel – sei das doch nur ein Standardspruch gewesen: „Im Übrigen: Wenn Inter Mailand, Tottenham oder AS Monaco anrufen würden, würde Jürgen dasselbe tun.“

Die ganze Geschichte also nur aus dem Reich der Fantasie? Vollkommen als Spekulation abtun will Eitel die Angelegenheit Klinsmann – VfB Stuttgart nicht. Zwar macht er klar, dass es unvorstellbar sei, dass Klinsmann – womöglich mit seinem „alten Kumpel“ Guido Buchwald – von sich aus für den Job positionieren wolle. „Erst recht nicht über die Medien“, sagt Eitel und und fügt hinzu: „Wenn wir das wollten, rufen wir beim VfB an.“ Es sei aber nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass sich der VfB in einer extrem schwierigen Lage befinde. „Und jeder weiß, dass der VfB Stuttgart Jürgens Herzensclub ist“, so der Ludwigsburger.

Aus dem Clubzentrum des Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga hieß es lediglich, dass es immer mal wieder Kontakt zwischen Präsident Wolfgang Dietrich und ehemaligen VfB-Profis wie Klinsmann gebe. Dass dabei über ein mögliches Engagement im Verein gesprochen wurde, sei wenig überraschend, räumt Eitel ein. Klinsmann habe mehrfach seine besondere Verbindung zum VfB und der Stadt beschrieben. Zudem sieht der 54-Jährige seinen Lebensmittelpunkt in Zukunft nicht mehr zwingend in Kalifornien. Seit seinem Rauswurf als amerikanischer Nationaltrainer im November 2016 ist Klinsmann ohne Posten im Fußball. Sohn Jonathan (21) ist seit 2017 Torhüter bei Hertha BSC. Tochter Laila wird im kommenden Jahr das Elternhaus verlassen, um zu studieren – voraussichtlich in Europa. „Jürgen ist sicher nicht auf der Suche nach einem Job“, so Eitel, „Fakt ist aber auch: momentan hat er keinen.“

Der Job, dem Klinsmann beim VfB angeblich nicht abgeneigt wäre, ist derzeit vergeben an Michael Reschke. Die Kritik an dem 61 Jahre alten Sportvorstand wächst, Zweifel an seiner Kaderplanung werden lauter. Und der von Reschke verpflichtete Trainer Markus Weinzierl weist nach seinen ersten drei Pflichtspielen mit dem VfB eine katastrophale Bilanz auf. Der Job von Weinzierl interessiert Klinsmann offenbar nicht. „Als Trainer würde er nur als Nationaltrainer arbeiten“, bestätigt Berater Eitel, der sich auf eine gewisse Dynamik in der entzündeten Diskussion einstellt, zumal gilt: Unterhalb von Reschke würde Klinsmann als Manager beim VfB sicher ebenfalls nicht arbeiten.