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Goalgetter in der Bezirksliga
Muss Toptorschütze Fatih Yenisen bald zurück in die Verteidigung des TSV Münchingen?

Zwölf Tore in fünf Spielen: Münchingens Angreifer Fatih Yenisen hat eine traumhafte Bilanz vorzuweisen. Foto:Baumann
Zwölf Tore in fünf Spielen: Münchingens Angreifer Fatih Yenisen hat eine traumhafte Bilanz vorzuweisen. Foto:Baumann
In der Fußball-Bezirksliga narrte an den ersten fünf Spieltagen Fatih Yenisen nahezu jegliche gegnerische Abwehr: Zwölf Treffer gelangen dem Routinier des TSV Münchingen, den er an die Spitze schoss. Dennoch muss er bald wohl in der Abwehr auflaufen.

Ludwigsburg. Will da etwa einer noch unbedingt auf den WM-Zug aufspringen? „Na klar“, lacht Fatih Yenisen, „ich habe mitbekommen, dass die deutsche Nationalmannschaft keine Stürmer hat. Den nötigen Pass hätte ich, aber angerufen hat Hansi Flick bislang nicht.“ Sage und schreibe 12 Tore hat das fußballerische Multitalent an den ersten fünf Spieltagen der Fußball-Bezirksliga für seinen Verein TSV Münchingen erzielt, den er am Sonntag mit einem Fünferpack beim 7:4 gegen den FV Löchgau sogar an die Tabellenspitze schoss. „Ich hatte eine gute Vorbereitung und kann wieder 90 Minuten gehen. Die langen Coronapausen ganz ohne Fußball waren für einen älteren Spieler eben doppelt schwierig. Und ich bin schließlich schon 39 Jahre alt. Tore zu schießen, genieße ich aber immer noch“, erklärt der Linksfuß, der zwar berufsbedingt meist nur einmal die Woche mit seiner Mannschaft trainieren kann, sich aber mit zusätzlichen Läufen in Form hält.

Vergebene Chance beschäftigt ihn eine Woche

Dabei hätten es durchaus noch ein paar Treffer mehr sein können, doch gegen Löchgau verschoss Yenisen einen Elfmeter und beim 0:0 gegen den SV Kornwestheim ging er sogar komplett leer aus. „Da vergebe ich in der letzten Minute eine Riesenkopfballchance, was mich danach die ganze Woche beschäftigt hat“, erzählt er.

In der Bezirksliga, so sein Eindruck, könne aber in diesem Jahr jeder jeden schlagen. „Da kommt es darauf an, wer die knappen Spiele gewinnt“, glaubt er. Um am Ende vorne zu landen, müsse „man zu 100 Prozent eine Mannschaft sein“, ist der in Tauberbischofsheim aufgewachsene Yenisen, der später in der türkischen zweiten Liga sowie unter anderem beim SGV Freiberg und der Spvgg 07 Ludwigsburg spielte, überzeugt.

Gebremste Erwartungen

Seine Münchinger, in deren Reihen mit Luigi Ancona, Michael Koch und Neuzugang Etienne Stadler drei weitere Routiniers mit viel höherklassiger Erfahrung stehen, dürfe man aber erst auf dem Zettel haben, „wenn wir komplett sind. Bislang haben wir ja noch nicht einmal eine Stammelf gefunden“, bremst der Goalgetter die Erwartungen und hat vielmehr auch den FSV 08 Bissingen II oder Drita Kosova Kornwestheim auf dem Radar, die derzeit in der Tabelle noch zurückhängen.

Trifft Yenisen jedoch so weiter, dürfte auch der TSV ein Wörtchen mitreden. Weit über 70 Tore kommen heraus, wenn man seine aktuelle Quote auf die Saison hochrechnet. „Ich weiß, ich war immer gut in Mathe“, lacht er und gesteht: „20 Tore nehme ich mir eigentlich jedes Jahr vor. Meine Frau macht mir jetzt auch schon Druck, dass ich dieses Ziel mal langsam hochsetzen sollte“, erzählt er.

Bruder Ahmet Yenisen als Vorgesetzter

Einen Strich durch die Rechnung könnte ihm dabei aber sein älterer Bruder Ahmet machen. Der ist bekanntlich als TSV-Trainer quasi sein Vorgesetzter und könnte spätestens in der Rückrunde, wenn mit Lukas Tschentscher der lange verletzte und aktuell studienbedingt in Südamerika weilende zweite TSV-Torjäger zurückkehrt, das Team umbauen: „Ich vermute, dass ich dann wieder in die Innenverteidigung rücke“, fürchtet auch Fatih Yenisen.

Am Sonntag im Gastspiel bei Landesligaabsteiger TV Pflugfelden wird er jedoch wieder in vorderster Front auf Torejagd gehen. „Auf das Spiel bin ich echt gespannt, denn Pflugfelden sehe ich am Ende ganz oben dabei, wenn sie einmal ins Rollen kommen“, sagt Yenisen.