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porträt der Woche

Nico Schürmann (SV Kornwestheim)

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Kornwestheim. Quasi einen Stern dürfte Nico Schürmann (Foto: Baumann) eigentlich auf seinem Trikot tragen. Denn der 23-jährige Angreifer von Fußball-Landesligist SV Kornwestheim, an dem sein Trainer Sascha Becker vor allem dessen „sensationelle Laufwege in die Tiefe“ herausstellt, kann sich mit Fug und Recht einen deutschen Meister nennen.

Im Jahr 2013 holte er an der Seite des heutigen Bundesligaspielers Timo Baumgartl den Titel mit den B-Junioren des VfB Stuttgart. „Damals habe ich mein ganzes Leben nach dem Fußball ausgerichtet. Wir haben siebenmal die Woche trainiert“, erinnert sich Schürmann. Doch im Jahr darauf ereilte den Ludwigsburger, der einst bei der DJK und 07 mit dem Kicken begann, ein komplizierter Knöchelbruch. „Es passierte im Training und hat ein Jahr gedauert, bis ich wieder richtig fit war“, erzählt er.

Ob ihn die schwere Verletzung die Profikarriere gekostet hat? „Schwer zu sagen. Ich habe nie zu denen gezählt, bei denen klar abzusehen war, dass es für die Profis reicht“, sagt er selbstkritisch.

Über die Stationen Stuttgarter Kickers und SGV Freiberg, zu dem ihn 2016 sein alter Sportlehrer Ramon Gehrmann holte, fand Schürmann schließlich zum SVK, für den er aktuell seine dritte Saison spielt. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, betont Schürmann, der am liebsten als zweiter Stürmer für SVK-Torjäger Dominik Janzer Löcher reißt und Bälle auflegt.

Der große Fußball ist hingegen inzwischen weit weg. „Heute steht für mich mein beruflicher Werdegang im Fokus. Ich gehe jetzt quasi den vernünftigen Weg, nachdem ich damals nur meinen Eltern zuliebe das Abitur gemacht habe“, erklärt er. Nachdem das Studium der Fitnessökonomie sich nicht als das Richtige erwies, steht er mittlerweile kurz vor dem Abschluss als Wirtschaftsingenieur.

Da dabei ein Praxissemester gefordert ist, musste der SVK im letzten Jahr viele Monate auf ihn verzichten, denn Schürmann hatte ein reizvolles Praktikum bei Porsche Motorsport in Los Angeles ergattert: „Ich habe da aber keine Reifen in der Boxengasse gewechselt, sondern im Büro die Ersatzteillieferungen für verschiedene US-Rennserien organisiert“, lacht er. (bs)

Info: Normalerweise veröffentlichen wir hier den Tipp der Woche. Wegen der Coronakrise ist aber auch im Amateurfußball der Spielbetrieb komplett eingestellt. Wir haben uns deswegen entschlossen, unseren Lesern in den nächsten Wochen je ein „Porträt der Woche“ anzubieten.